Über die Natur der Nebenvalenzen. XVIII. Octammine. — Volumwirkung des Anions

Fritz Ephraim
1918 Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft  
I l i c Fuh ig k e i t zzi r Are 6 en oa 1 e m b in clung e in e Ru, ii ni f ag e. --Schon wiederholt habe ich im Lade der Untersuchungen iiber die Nntur der Nebenvalenzen I ) auf die groBe Bedeutung hingewiesen, die der r a u m l i c h e U m f a n g der Molekiilteile fiir die Bildungsmoglichkeit von Anlagerungsverbindungen besitzt. Bei komplexen Verbindungen war diese Bedeutung so p o B , daB vielfach aus der Raumerfiillung ihrer Einzelbestandteile die BestSndic$reit des Komplexrs theoretisch
more » ... plexrs theoretisch vorausberechnet werden konnte. Dies traf bei Berucksichtigung der GroBe des N e u t r a l t e i l s ebensowohl zu, wie bei der des k a t i o n i s c h e n IZernes. Noch nicht erwiesen war sie fiir die GroBe des Anions. Folgenden wird nun gezeigt werden, daB bei raumlich sehr groBem * h i o n auch eine gauz besonders st.arke A4dditionsflhigkeit des Kations fiir Neut,ralteile vorliegt. Xur recht wenig Fiille sind bisher belrannt, in denen sich m e h r als s e c h s Molekiile A m m o n i a k nm ein Metallatom zu gruppieren verm6gen3). Ihre Zahl 1BBt sich aber auBerordentlkh vermehren, w e n n m a n A m m o n i a l r a t e y o n S a l z e n h e r s t e l l t , d e r e n A n i o n -V o l u m e n d a s d e s K a t i o u s s e h r e r h e b l i c h iibertrifft. Hierzu geeignet sind z. B. eine ganze Keihe yon Salzen o r g a n i s c h -a r o m a t i s c h e r Sluren, wie der B e nz o e s a u r e: der N a p h t h o y 1-b e n z o e s Bur e , der S ul f a n i l s a u r e , der 8 -N a p h t h a l i ns u l f o s Lure , ihres D i b r omd e r i v a t es usw., die im Folgenden beschrieben werden. In ihnen nimmt der Saureyest einen soviel groBeren Raum ein, als das Metallatom, daB im Raumgitter des Krystalls, in dem jedes Meta.llatom gema8 den Uberlegungen von P f e i f f e r 3, zwischen je acht Saurereste eingebaut ist, um die Metallatome herum Hohlen entstehen miissen, die von Ammoninkmolekiilen ausgefiillt werden konnen, wena iiberhaupt das Metallatom zu den1 Ammoniakmolekiil Affinitat besitzt. Je groBer die Hohle ist, um so bequemer konnen die Ammooiakmolekiile in ihr Platz finden, d. h. I) S V I I Mitteilung: B. 51, 130 [1918]. a' Vergl. A. Werner, Waucre Anschauungen, 1913, 54; E p h r a i m und Millinnnn, B. 50, 537 [1917]. 2. a. CIi. 92, 376 Krystallwasser-Gehalt ist ungewohnlich, e,r bet,ragt drei Molekiile. Innere Komplexbildung 15Bt sich hier schwer denken, vielleicht handelt es sich um Polymerisationserscheinungen (Autolromplexbildung).
doi:10.1002/cber.19180510179 fatcat:knnv6pbkgvapfppfvszbuyxmxy