Über einige neue Abbauprodukte des Cholesterins. [Zur Kenntnis des Cholesterins. XV.]

A. Windaus
1912 Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft  
In der vorliegenden Mitteilung berichte ich iiber einige weitere Oxydationsversuche, die ich rnit den kurzlich beschriebenen Cholesterinderivaten vorgenommen habe. O x y d a t i o n d e r S i i u r e C~rHasOa zu e i n e m L s c t o n . COOH co Die Siiure C ,~H Z . B O~ I), d. i. C S H I I . C~~H~~G C H~ , wird beim Behandeln mit Chromsaure hauptsjchlich zu der T r i c a r b o n s a u r e C"HmOsa) oxydiert. Als Nebenprodukt entsteht aul3erdem ein L a c t o n C S I H Z .~~~, und zwar in der
more » ... dal3 ein in y-(oder 8-)Stellung zur Carboxylgruppe befindlichee tertiiires-Wasserstoffatom zu Hydroxyl oxydisrt wird uod dieses rnit der Carboxylgruppe ein Lacton bildet. 10 g S h r e (&Has O3 wurden mit 200 ccm Eisessig im kochenden Wasserbad erhitzt und allmihlich mit 10 g Chromsaure in 100 ccm 20-prozentiger Schwefelsiiure versetzt. Nach zwei Stunden wurde die LBsung unter Zusatz von schmefliger S u r e auf ein kleines Volumen eingedampft und viermal mit Ather ausgeschiittelt. Dieser wurde durch Behandeln rnit verdhnnter Kalilauge von sauren Produkten befreit und hinterlie0 beiin Eindamplen einen Rhckstand, der aus verdiinntem Alkohol umkrystallisiert wurde. Die neue Verbindung krystallisiert in prachtigen Nadeln, die mehrere Zentimeter lang werden; sie ist uoloslich in Wasser, lost sich aber ziemlich leicht in organischen Losungsmitteln, selbst in Petrolather; sie schmilzt bei 140° und beginnt unter 12 mm Druck bei etwa 280° z u sublimieren; sie reagiert in alkoholiecher L6sung gegenuber Lackmuspapier neutral und wird von wal3riger Kalilauge nicht verandert; in starker alkoholischer Lauge liist sie sich leicht auf und fiillt auf Zusatz von Wasser nicht mehr aus. Ausbeute 1 g. 0.1557 g Sbst.: 0.4392 g COz, 0.1471 g HgO. -0.1428 g Sbst.: 0.4043 R COa, 0.1344 8 HaO. Cz4Ha~ 03. Ber. C 76.94, H 10.23. GrHseOs. )) 77.36, n 9.75. Die um 2 Wassersto.ffatome reichere Formel stimmt also besser Gef. a 76.93, 77.22, D 10.57, 10.53. mit den Resultaten der Analysen iiberein. 1) B. 45, 1319 [1912]. 9 B. 45, 1320 [1912].
doi:10.1002/cber.191204502136 fatcat:4hqi2nqajzavpbw3dj3dwfodxa