Über die Guanylsäure, ihre Darstellung und Fällbarkeit

R. Feulgen
1919 Hoppe-Seyler´s Zeitschrift für physiologische Chemie  
Die Guanyi säure \vird nach Bang dargestellt 1 ), indem man das Nucleoproteid der Pankreasdrüse des Rindes mit verdünnter Kalilauge kocht und die alkalische Zersetzungsflüssigkeit neutralisiert. Es scheidet sich dann beim Stehen die verlangte Nucleinsäure ab. Der so gewonnene Körper wurde nun von Bang als "Guanylsäure* angesehen. Sie soll in kaltem Wasser und verdünnter Essigsäure schwer, in heißem Wasser und Alkalien leicht löslich und aus der alkalischen Lösung mit Essigsäure fällbar sein.
more » ... re fällbar sein. Nun hat H. Steudel 2 ) gezeigt, daß die so gewonnene "Guanylsäure" keineswegs die freie Säure, sondern deren Alkalisalz ist, und daß man nach öfterem Auflösen in verdünnter Kalilauge und Wiederausfällen mit Essigsäure eine gelatinierende Form der Guanylsäure erhält, die nun nicht mehr mit Essigsäure fällbar war. Nach H. Steudel liegt der gelatinierenden Form das saure Kaliumsalz zugrunde, eine Ansicht, zu der auch ich -auf Grund anderer Methoden -gekommen bin, und ich glanbe, daß ein Zweifel nicht mehr bestehen kann, daß das saure Salz der Guanylsäurc gelatiniert; ich betone dies, weil Levene der Ansicht ist, daß die Guanylsäure in reinem Zustande überhaupt nicht gelatiniert. (Die freie Säure gelatiniert allerdings nicht.) Als wesentliches Merkmal des Bangschen Präparates ') Diese Zeitschr.
doi:10.1515/bchm2.1919.106.5-6.249 fatcat:4apy3so2bragjkl3exzoigwn54