Über eine methode zur liquorgewinnung beim lebenden kaninchen

F. Plaut
1921 Zeitschrift für die gesamte Neurologie und Psychiatrie  
Dringt man beim Kaninchen mit der Punktionsnadel in den Subarachnoidealraum im Lumbalteil oder an einer anderen Stelle der Wirbelsiiule ein, so gelingt es in der RegeI nicht, auch nicht mittels Aspiration, die geringsten Mengen Liquor zu entnehmen. Nur hin und wieder bekommt man einen knappen Tropfen blutgemischten Liquors, der f fir die Untersuchung nieht brauchbar ist. Zudem ffihren spinale Punktionen beim Kaninchen regelm~l~ig zu Verletzungen des Riiekenmarks, denn dieses endigt nicht in der
more » ... endigt nicht in der HOhe des 1. Lendenwirbels wie beim Menschen, sondern erstreckt sich bis zum 2. Kreuzbeinwirbel. Die Methode, die ich in Vorschlag bringen mOchte, ist eine Punktion am Sch~del, und zwar durch das Foramen magnum. DaB es mOglich ist, auf diese Weise zum Ziele zu gelangen, hSrte ich zuerst durch private Mitteilungen Ni s sls. Sparer erfuhr ich, dab auch S t e i ner, ohne von Ni ssls diesbeziiglichen Versuchen Kenntnis gehabt zu haben, auf diesem Wege Liquor dem Kaninehen entnahml). :Beide Autoren gingen jedoch so vor, dal~ sie breit spalteten, die Gegend des Foramen magnum frei prgparierten und dann erst mit der :Nadel eindrangen. Da naturgem~13 diese Methode umst~ndlieh ist und wegen der Narbenbildung, welche sieh nach ihrer Anwendung entwickelt, beliebig h~ufige Wiederholungen des Eingriffs nicht gestattet, habe ich reich bemfiht, die Technik so zu gestalten, dal~ man die Punktion ohne Operation durch die unverletzte Haut hindurch vornehmen kann. Ich gebe im folgenden genauere Einzelheiten fiber die zu beobachtenden Mal]nahmen. Die Punktion wird in Morphiumnarkose vorgenommen. Ein ausgewachsenes Tier erh~lt 2--3ecru einer 2proz. MorphiumlSsung sub-1) Steiner, Allg.
doi:10.1007/bf02895212 fatcat:qthaj5lkwzgwpbz7xvz4ipjhxe