Notiz über Spiritus Cochleariae

J. Gadamer
1899 Archiv der Pharmazie  
a d a m e r . Zu meiner friiheren Mitteilung "Darstellung und Priifung des Spirilus Cochk?a&eU') machte ich im Anschluss an das vorstehende noch hinzufiigen, dass ich eine schon mehrfach beobachtete Thatsache ¶) nur bestaitigen kann: Der Loffelkrautspiritus wird bei der A dbewahrung allmHhlich schwlcher, und zwar infolge eines Verlustes an sec. Butylsenfol, der anscheinend durch Oxydation bedingt wird. Der vor etwa einem halben Jahre aus trockenem Kraute dargestellte Spiritus zeigte namlich
more » ... zeigte namlich damals einen Gehalt von 0,0644 % sec. Butylsenfol, wahrend jetzt die erneute Priifung nur noch 0,06287 ' b ergab. 1. 50 g Loffelkrautspiritus fiihrten 5,6 ccm n/10 -Silbernitratlijsung in Scbwefelsilber riber = 0,0322 g ,C,HoNCS. 2. 50 g fiihrten 5,46 ccm n/l0-Silberlosung in Schwefelsilber iiber = 0,03133 g C, Ho NCS. Dafilr !war nunmehr nach dem Ansauern mit Salzslure ein geringer Schwefelsaiuregehalt nachweisbar. Ein gleichzeitig untersuchtes Praparat, welches von E. M e r c k stammte, batte vor 6 Monaten bei sehr geringem Schwefelsaiuregehalt 0,0698 'j, sec. Butylsenfol gezeigt. Die nunmehr erneute Pritfung ergab hingegen nur noch 0,05497 % sec. Butylsenfol. 1. 60 g fiihrten 5,2 ccm n/lO-Silberlosung in Schwefelsilber iiber = 2. 50 g fiihrten 4,78 ccm n/lO-Silberlosung in Schwefelsilber uber = 0,0299 g ChHgNCS, 0,02748 g C, HoNCS. Ein Praparat endlich, das nachweislich mehrere Jahre (mindestens 3 Jahre) in einer hiesigen Offizin im Standgefrisse aufbewahrt worden war, wies iiberhaupt nur noch Spuren von Senf6l auf und reagierte stark mit Chlorbaryum. Aus diesen Thatsachen leitet sich die unabweisliche Forderung ab, dass der Loffelkrautspiritus 1) Dieses Archiv 1899, Heft 2, pag. 106 ff. 9) Pharm. Centralh. 1890, 756; 1891, 88.
doi:10.1002/ardp.18992370508 fatcat:5n7doysq7vhdzgc72hpvdbyab4