Zur Antiseptik in der Geburtshilfe

1900 Deutsche Medizinische Wochenschrift  
Bohlen in No. 2, 5 und 7 dieser Wochenschrift zu der von Herrn Professor Hofmeier (Münchener medicinische Wochenschaft No. 48, 1899) aufgestellten Forderung einer regelmässigen Scheidendesinfection vor jedem geburtshilflichen Eingreifen ist über die Frage der Antiseptik in der Geburtshilfe eine Discussion von ausserordentlicher Bedeutung eingeleitet worden, und da ich der Ansicht bin, dass gerade die praktischen Aerzte in erster Linie mit berufen sind, sich zu der angeregten Frage auf Grund
more » ... Frage auf Grund ihrer Beobachtungen in der oft recht schwierigen Landpraxis zu äussern, so möchte auch ich einen kleinen Beitrag zu dem strittigen Thema geben. Ich bin gleich dem Herrn Collegen Peters davon überzeugt, dass die von Herrn Prof. Hofmeier ausgesprochene Ansicht, dass eine Scheidendesinfection vor jeder geburtshilflichen Operation geboten sei und dass ein Arzt, der vor einer geburtshilflichen Operation es unterlässt, die äusseren Geschlechtstheile und die Scheide gründlich zu desinficiren, sich eines Vergehens im Sinne des § 222 des Strafgesetzbuches schuldig macht", sicherlich bei der Mehrzahl der praktischen Aerzte Kopfschütteln und Verwunderung erregt hat.
doi:10.1055/s-0029-1203969 fatcat:5es3p5tqrjga3j7vgffcp7ymfq