Räumliche Planung in Lateinamerika. Analyse und Vorschläge stadtplanerischer Instrumente, dargestellt am Beispiel Peru

Hartwig Behnfeld
1987 Law and Politics in Africa, Asia, Latin America  
Analyse und Vorschläge stadtplanerischer Instrumente, dargestellt am Beispiel Peru, Nomos, Baden-Baden, 1986 (Schriftenreihe der Deutschen Stiftung für internationale Entwicklung), 261 S., DM 59,-Um von vornherein eine ärgerliche Unbescheidenheit zurechtzurücken: dieses ist kein Buch über »räumliche Planung in Lateinamerika«, nicht einmal über »räumliche Pla nung in Peru«, da der Regionalplanung -und hier nur der Bildung von Planungsregio nen -nur wenige Seiten (79-83) gewidmet sind. Auch daß
more » ... et sind. Auch daß Peru ein » Beispiel« für Lateinamerika sei, wird nicht verdeutlicht. Der kor rekte Titel müßte vielmehr lauten: nStadtplanung in Peru unter besonderer Berücksich tigung der Stadt Lima«. Setzen wir im fo lgenden voraus, dieses sei das Thema des Autors, werfen ihm also nicht weiter die feh lende Einlösung eines überzogenen Anspruches vor. Wie weit wird dieses reduzierte Programm durchgeführt? Das Buch umfaßt neben einer kurzen Zusammenfassung zwölf Kapitel: Auf eine Einlei tung -sie enthält übrigens den Anspruch, auf eineinhalb Seiten (18 f.) unter Nennung von fü nf (!) Autoren zu berichten über den ngegenwärtige (n) Stand wissenschaftlicher Ansätze zur Entwicklung von Planungsinstrumenten in Entwicklungsländern«, was den Rezensenten einigermaßen sprachlos macht -fo lgt eine historische Einleitung (Kap. 2 und 3) über die Verstädterung in Peru und die Schaffung von Behörden, die sich mit dem Problemkreis zu befassen hatten und haben. Kap. 4, »Institutioneller Rahmen räumlicher Planungen«, behandelt einige der dem An spruch nach raumwirksamen Pläne, Plankonzepte und die sie erstellenden Behörden. An das Beispiel Lima (Kap. 5 und 6) schließen sich kritische überlegungen zur Wirksamkeit mehr oder weniger umfassender Stadtplanungskonzepte in Abhebung von dem dort zu grundegelegten Ansatz an (Kap. 7); die überlegungen des Autors gipfeln in der Empfeh lung der Erarbeitung und Einführung zweier neuer Pläne (Kap. 8), eines städtebaulichen Orientierungsplanes zur abstrakten Langfristplanung (8.2.1.) und darauf aufbauend, eines Basisplanes zur Lösung konkreter Probleme auf der Ebene von Stadtvierteln (8.2.2.). Die verbleibenden Kapitel zeigen die weitreichende Unwirksamkeit der im übermaß vorhandenen rechtlichen Instrumente zur Lenkung des U rbanisierungsprozesses (Kap. 9); relativ unverbunden schließt sich eine Besprechung des neuen Kommunalgeset zes von 1978 an (Kap. 10), das die Kommunen im Planungsbereich mit Aufgaben derart überhäufte, daß die Wirkungslosigkeit der entsprechenden Bestimmungen vorauszuse hen ist. Korrekturvorschläge (Kap. 11) des Autors zur Kompetenzverteilung folgen. Nicht voll einsichtig ist der logische Duktus der »Einschätzung einer Erfolgskontrolle stadtplanerischer Instrumente« (Kap. 12), die den inhaltlichen Teil des Buches ab schließt.
doi:10.5771/0506-7286-1987-2-273 fatcat:vp25ge5lwfdnpbh2nusykpubvi