Rechtswissenschaftliche Innovationsforschung - Plädoyer für einen trans- und interdisziplinären Dialog zwischen Rechts- und Technikwissenschaft

W. Hoffmann-Riem
2003 TATuP - Zeitschrift für Technikfolgenabschätzung in Theorie und Praxis  
Wie das Beispiel der Technikforschung zeigt, ist die Notwendigkeit eines trans-und interdisziplinären Dialogs allgemein unbestritten, seine Realisierung aber häufig weiter ein Desiderat. Dies gilt insbesondere auch für den Einbezug rechtlicher Fragestellungen. In der neueren Rechtswissenschaft gibt es jedoch eine Reihe von Ansätzen, die den trans-und interdisziplinären Dialog aufnehmen. Die Notwendigkeit zum Disziplinen übergreifenden Dialog ergibt sich insbesondere für eine Rechtswissenschaft,
more » ... Rechtswissenschaft, die die Rolle des Rechts im Hinblick auf dessen Problemlösungsfähigkeit zu bestimmen sucht. Ein solcher Ansatz ist insbesondere in Feldern mit hohem Innovationsbedarf gefragt. Die Gefährdung der Umwelt, Herausforderungen der Informations-und Wissensgesellschaft, Umwälzungen im Energiemarkt oder anwendungsorientierte Erfindungen etwa in der Gen-und Biotechnologie bieten Chancen für einen gestaltenden Beitrag des Rechts zur Ermöglichung von Innovationen, erfordern aber auch eine gleichzeitige Vorsorge für die Beachtung von Gemeinwohlinteressen. Gefordert ist eine teilweise Neubestimmung der Rechtswissenschaft. In dem Beitrag wird der Weg hin zu einer "rechtswissenschaftlichen Innovationsforschung" skizziert, die auf die Ermöglichung technischer, sozialer und kultureller Innovationen durch Recht zielt, ohne den zugleich gebotenen Schutz für nachteilig betroffene Rechtsgüter zu verweigern.
doi:10.14512/tatup.12.2.91 fatcat:wv4xo6mqere3noogqqsl5tadoq