V. Kleinere Mitteilungen

1911 Praehistorische Zeitschrift  
Zu den Ausgrabungen im Schweifelgraben bei Grossgartach (Vgl. oben S. 242 ff.) Herr Hofrat Dr. Schliz hat den grösseren Teil der Funde aus dem steinzeitlichen Hause, das gelegentlich des diesjährigen Anthropologen-Kongresses in Heilbronn aufgedeckt wurde, der prähistorischen Abteilung der Kgl. Museen zu Berlin überwiesen. Es soll besonders bemerkt werden, dass alle von ihm S. 247 f. genannten Fundgruppen vorhanden sind. Herrn Schliz sei für seine Gabe, die eine erwünschte Bereicherung der
more » ... eicherung der Berliner Sammlung ist, auch an dieser Stelle besonders gedankt. Die Direktion der prähistorischen Abteilung des Kgl. Museums zu Berlin. Nachtrag Die Grabungen bei Hohensalza, die, wie oben (S. 287) bemerkt, an anderer Stelle ihren Fortgang genommen haben (südlich des Solbades, etwa an der engsten Stelle der Schlinge, die die Kurve 87 l /2 bildet. (Siehe Ausschnitt aus dem Messtischblatt. Abb. 1) sind wiederum vom besten Erfolge begleitet gewesen, wie ich schon jetzt mitteilen kann. Hier fanden sich die erhofften Pfostenlöcher in schönster Klarheit im gewachsenen Sandboden anfangs in solchen Mengen neben-und ineinander, dass es nicht möglich war, einen Grundriss festzustellen. Weiterhin konnte ich aber drei Wände eines Hauses genau aufnehmen; die vierte Seite mit Eckpfosten ist noch nicht gefunden, ebenso die Herdstelle, da ich die Arbeiten des Wetters und anderer Umstände halber habe einstellen müssen. Die beiden gefundenen Eckpfostengruben zeigten sich als 90 bzw. 120 cm im Durchmesser messende kreisrunde Flecke, die Zwischenpfosten steckten in 25-40 cm weiten bis 50 cm tiefen Löchern. Der dunklere Boden, der diese Grube erfüllte, war mit winzig kleinen Stückchen Hausbewurf durchsetzt. Über einem Eckpfosten und einem Zwischenpfosten lag Hausbewurf in grösseren Haufen. Die Entfernung der beiden Eckpfosten, vermutlich die Breitseite, war etwas über 5 m, die Langseiten sind bis 6 m Länge festgestellt. Die Pfostenlöcher liegen im Durchschnitt 1,30 m auseinander. An dieser Stelle fanden sich auch wahrscheinliche Spuren einer spätsteinzeitlichen Besiedlung, und zwar Scherben zweier trichterförmiger Gefässe, eines davon innen und außen sehr fein und sorgfältig verziert. Ferner kann ich den Bügel einer Bronzefibel der Kaiserzeit nebst einigen Scherben aufweisen. Im übrigen harren 36 kleinere Kistchen, gefüllt mit Kleinfunden, der Sichtung und Deutung. H. Kalliefe. Die in Abb. 1 abgebildeten Äxte gehören alle den ältesten und älteren Phasen alteuropäischer Metallindustrie an. Zwei von ihnen sind in der Literatur schon längst genügend bekannt gemacht. 1. Die kupferne Axt von Kwieciszewo bei Gembitz, Kr. Mogilno, Prov. Posen, Abb. lc = Kat. Id 2182, ist ein Geschenk von Prof. Lehmann-Nitsche (La Brought to you by | Simon Fraser University Authenticated Download Date | 6/5/15 7:25 PM
doi:10.1515/prhz-1911-0137 fatcat:ucrmifyodnbojhyf4cxtg6wo34