Hautkrankheiten

Caspary, Ehrmann, Hochsinger, Finger, Horovitz, Freud, Auspitz, Boeck, v. Zeissl
1885 Archives of Dermatological Research  
Anatomie, allg. Pathologie und Therapie der Haut. ~'iirst. Allgemeiner Fingernagelwechsel bet einem halbji~hrigen Kinde. (Virchow's Archly Bd. 96, Heft 3. 1884.) ~first sah einen ausgeprligten Nagelwechsel an fast allen Fingem eines halbj~hrigen reconvalescenten Kindes, das seit Monaten schwere lang anhaltende Kri~mpfe fiberstanden hatte, in Folge deren es zuweilen eine halbe Woche nicht m(iglieh war, die krampfhaft contrahirten Finger der fest geschlossenen Hfinde zu entspannen. Ffirst sieht
more » ... nen. Ffirst sieht die Ursache der Abnormit~tt in dem anhaltenden Druck, der ungenfigenden Reinigung und vielleicht auch in dem neuropathologischen Zustande an sich. Caspary. ~'lemming. Zelltheilung in den Keimschichten des Haares. (Monatshefte ffir prakt. Dormatologie, Nr. 5, 1884.) Seitdem dutch Fromann, Heitzmann, Klein, Kupffer, Flemming u. A. Max Schultze's Definition tier Zelle als eines homogenen k5rnchentragenden Klfimpchens ffir nicht mehr zutreffend erwiesen wurde und man vielmehr erkannte, class die Zellsubstanz aus zweierlei Substanzen bestehe, niimlich 1. aus einem continuirlichen Fadenwerke (Protoplasma Kuloffer's, Mit0m o. Filarmasse F!emming's), das aber nach Flemming kein Netzwerk ist; 2. aus tier Substanz, in welche die erstere eingebettet ist (Paraplasma Kupffer's, Paramitom oder Interfilarmasse Flemming's): seit dieser Zeit wurde auch das bekannte Zelltheilungsschema Remak's als nicht allein zutreffend theilweise verlassen. Es wurde n~mlich nachgewiesen, dass der Kern aus zwei iihnlichen Substanzen wie der ZellkOrper bestehe: 1. dem Kerngerfist (Netzwerk) und 2. dem Kernsaft (Zwischensubstanz); in dem letzteren kommen ~0;:' 2(20 Bcrl(:hl iibcr dic" Lcislunge n auf dem Gcbicte noch Nucleoli vor, die, nach F1. vom Kerngerfist sich auch cbemisch unterscheiden. Bei vielen Zellen (ob bei allen, ist noch unentschieden) hat Flemming eine Hfille um den Kern, die Kernmembran gefunden. Das Kerngerfist macht nun bei der Zellthei]ung eine Reihe typischer Veriinderungen durch, deren Endresultat die Theilung in zwei Fadenmassen ist, deren jede sich zu dem Gerfiste je eines Kernes umgestaltet, dann erst erf01gt die Zerklfiftung des Zel]leibes in zwei Felder (indirecte Zelltheilung oder Mitosis nach Flemming, karyokinetische Zelltheilung naeh S chl ei ch er). ~Tachdem nun der Verfasser in der Epidermis tier S~iugethiere ~Iitosen gefunden hatte, sah er sich veranlasst auch in der ttaarmatrix solche zu vermuthen, und fand diese AnnahmZ auch gerechtfertigt. Durch die l~[odification einer frfiher angegebenen Fiirbemethode brachte F1. so deutlicheMitosen in den Haarmatrices zurAnschauung, dass dieselben schon bei 100--200father Vergrfsserung sichtbar waren, and zwar in tier Matrix des tIaares und s'einer Cuticula beim Meerschweincben und Kaninchen, seltener im "peripheren Theil der ~,iusseren Wurzelscbeide (Stachelschicht des Itaares U n n a) ~. Aus diesem Verhiiltniss zieht F1. den Schluss, dass entsprechend der hShcren Leistung der Matrices beim Haarwachsthum, daselbst eine grSssere Menge yon Kerntheilungsfiguren gefunden werden mfissen, w~hrend in der Wurzelscheide, die beim Wachsthum keine hervorragende Rolle spielt, nut eine trlige Zellvermehrung stattfinde. In den Matrices ist es nach F1. nicht die der Fapille unmittelbar anliegende Zellenschicht alloin, welche Mitosen aufweist, sondern solche finden sich auch 2--3 Zel]breiten yon dieser naeh oben entfernt, es sei also nicht blos die Papillenmatrixgrenze der Mutterboden des Haares, wie mit Ebn er allgemein angenommen wird, sonde'rn derselbe reiche weiter hinauf. F1. stellt znm Schlusse weitere Publicationen fiber die Lage der Theilungsaxen im l=Iaare in Aussicht, nnd meint, der bisherige Misserfolg beim Aufsuchen der Mitosen sei auf die nieht ganz entwickelt gewesene F~rbungstechnik und auf den Umstand zu schieben, class das zu untersuchende Material nicht ganz frisch und lebenswarm in die fixirenden Reage'ntien gekommen war. Ehrmann. der DcrmatoMgie trod Syphilis. 291
doi:10.1007/bf02199776 fatcat:e53pu2nylvgh3jkzrv3a2cxb7a