Arzneimittelassoziierte Hospitalisierungen

Veronika Gattinger
2009 unpublished
Ziel dieser Arbeit war es, auf einer Rettungsaufnahmestation in einem Wiener Krankenhaus jene Patienten herauszufiltern, die entweder aufgrund unerwünschter Arzneimittelwirkungen und Interaktionen oder aber wegen den Folgen mangelnder Arzneimittelcompliance hospitalisiert werden mussten. Es ging also im Wesentlichen darum, herauszufinden, welcher Prozentsatz der in einem Zeitraum von 10 Wochen stattgefundenen Krankenhausaufnahmen auf die Anwendung bzw. die Nicht- oder Falsch-Anwendung von
more » ... mitteln zurückzuführen ist. Es ist hervorzuheben, dass die Problematik der Non-Compliance hier explizit mitberücksichtigt wurde obwohl diese Thematik in Studien vielfach als Ausschlusskriterium gehandelt wird. Zum Zweck der Datenerfassung wurde nach Einverständnis des Patienten mittels eines Datenerfassungsbogens relevante Daten zur Person, Aufnahmeursache und Medikation sowie Krankengeschichte des Patienten erfasst. Im Zuge dieser Erfassung fand auch eine Befragung hinsichtlich des Einnahmemodus der Medikamente statt. Die Auswertung erfolgte mittels eines speziellen Tools der online-Version des Austria Codex, das nach Eingabe der Medikamentenliste des jeweiligen Patienten auf potentielle Interaktionen prüfte. Der Nachweis, dass es sich um eine arzneimittelbedingte Hospitalisierung handelte, erfolgte mittels der "Naranjo adverse drug reaction probability Skala" sowie durch intensive Gespräche mit den behandelnden Ärzten. Im Beobachtungszeitraum waren 8,1% der Hospitalisierungen auf den (unsachgemäßen) Gebrauch von Arzneimitteln zurückzuführen. 4,5% der Fälle waren durch mangelnde Arzneimittelcompliance verursacht, 2,3% durch unerwünschte Arzneimittelwirkungen und 1,3% der stationären Aufnahmen erfolgte wegen Arzneimittelinteraktionen.
doi:10.25365/thesis.3877 fatcat:bnh2terh7ngpxi3fasdnkkbq2u