Anwendung des Lagrange-Geruchsradars in der Praxis [chapter]

R. Petrich, A. Delan, P. Fleischer
2021 Gerüche in der Umwelt 2021  
Kurzfassung Seit 2010 arbeitet die IFU GmbH als notifizierte Messstelle für Gerüche an Methoden, Gerüche auch auf technischer Basis zu erfassen. Dazu wurde seither in verschiedenen Publikationen der Entwicklungsprozess der Smellmaster-Technologie präsentiert. Diese verwendet ein speziell zur Detektion von Gerüchen angepasstes Ionenmobilitätsspektrometer (IMS). Aufbauend auf die Erfahrungen beim Erfassen von Gerüchen mit einem IMS konnte um 2017 die Methode des Geruchs-Monitorings mit einem
more » ... master entwickelt werden. Dabei wird ein Smellmaster-Gerät über den Zeitraum von mindestens drei Monaten an einem Aufpunkt platziert und im Takt von zehn Sekunden eine Messung ausgeführt. Die sehr hohe Anzahl von Einzelmessungen über den genannten längeren Zeitraum gestattet den Einsatz von komplexen statistischen Methoden um zu ermitteln, welche und wieviel Geruchsmuster am Aufpunkt vorzufinden waren und wann genau diese auftraten. Diese Ergebnisse konnten bei gleichzeitiger zeitlich hochaufgelöster Windmessungen mit einem Ultraschallanemometer verwendet werden, um grobe Zuordnungen machen zu können, aus welcher Richtung ein bestimmtes Geruchsmuster hauptsächlich herangetragen wird. 2019 wurde darauf aufbauend mit dem "Lagrange-Geruchsradar" ein grundsätzlich neuer Ansatz entwickelt, um eine Rückrechnung effektiver im Hinblick auf die Informationsausbeute zu gestalten. Dazu gehört, dass mehr Informationen in die Berechnung einfließen. Grundidee war deshalb, zeitaufgelöste Messwerte für die Immissionskonzentration in Kombination mit zeitaufgelösten meteorologischen Parametern für die Rückrechnung zu verwenden. Dazu wurde mit dem Programmsystem LASAT ein Verfahren der Lagrange-Rückwärtstrajektorien entwickelt. Dieses basiert darauf, dass die einzelnen Lagrange-Partikel während ihrer Ausbreitung durch das Rechengebiet in jedem Zeittakt verfolgt werden können. Das stellt hinsichtlich der zu verarbeitenden Datenmenge enorme Anforderungen an die Rechentechnik, was aber durchaus zu bewältigen ist. Da im Vorfeld keine Annahmen über die Lage der Quelle gemacht werden müssen, kann mit diesem Verfahren auch ein a-priori nicht bekannter Quellort ermittelt werden, nicht nur eine Emissionsstärke. Voraussetzung dafür ist eine hinreichend
doi:10.51202/9783181023839-187 fatcat:3ndr4ds37vfahjb6g3nabm62ke