Quantitative Untersuchung des Eindringens von Alkaloiden in lebende Zellen

W. Straub
1903 Pflügers Archiv: European Journal of Physiology  
Die Durchfahrung von Versuchspllinen, wie sie der Titel angibt, scheiterte bisher daran, (lass im.Allgemeinen chemisch noch unbestimmbare Mengen Alkaloid zur Herbeiftihrung der charakteristischen Symptome bei den iiblichen Versuchsthieren genilgen. Die Idee wird aber realisirbar, wenn es gelingt, Thierarten und Plasmasorten zu finden, die erst mit relativ grossen Mengen Alkaloid specifische Wirkungen i~ussern. Es ist fllr diesen Fall zu erwarten, dass die fraglichen Giftmengen durch
more » ... he Bestimmung am empfindlicheren Organismus quantitativ sich werden pracisiren lassen. Es gelang mir, unter den niederen Thieren geeignetes Material zu fiaden. An der Muskulatur des Ventrikels der marinen Schnecke Aplysia 2) aussert V e ratri n eine ganz bestimmte charakteristische Wirkung. Zur Herbeifiihrung derselben bedarf es grosser Mengen des Giftes, das 10--20fache derjenigen Menge, die an FrSschen schon scharf eharakterisirende Wirkungen i~ussert. Umgekehrt werden eine Reihe anderer Alkaloide in grossen Dosen symptomlos ertragen, und zwar kSnnen ohne Schaden Mengen gewiihlt werden, die das Vielfache einer an Friischen wirksamen Dosis betragen. Diese Thatsachen ermiiglichen es~ die immer noch minimalen 1) Die ausfiihrliche Abhandlung wird gegen Ende des Jahres im Archivio di Fisiologia herausgegeben yon Bott~zzi und Fano erscheinen. ~d 4" ~f ~ov 2) ~ahere Angaben zur Anatomie und s dieses Organs siehe: Straub, Pfliiger's Arch. Bd. 86 S. 504ff. 1901. E. Pfl~.iger, Archiv ffir Physlologie. Bd. 9S. 17
doi:10.1007/bf01663446 fatcat:ocqmlz6vp5fdvm3hxtodu5hahy