Zur Arbeit kirchlicher AV-Medienzentralen

Klaus Hinkelmann
1978 Communicatio Socialis  
Die Pastoralinstruktion Communio et Progressio über .die Instrumente der sozialen Kommunikation intendierte weitgehende Veränderungen im Verhältnis der Kirche zu den Medien überhaupt. Sie brachte auch in der Bundesrepublik eine Neuordnung der Medienarbeit mit sich, unter anderem wurden nach 1970 verstärkt A V -Medienzentralen in den Diözesen eingerichtet, soweit nicht die alten Diözesanfilmstellen diese Aufgaben übernahmen. Die inzwischen beachtlichen Ausleihzahlen dieser Einrichtungen ließen
more » ... richtungen ließen die kirchlichen AV-Medienzentralen zu einem Faktor werden, dem neben den anderen bewährten Distributionseinrichtungen für Medien ein eigener Stellenwert zukommt. Eine in letzter Zeit angefachte Diskussion um das Zueinander insbesondere von staatlichen AV-Medienzentralen 1 kann dazu verhelfen, die Notwendigkeit eines Engagements in der Medienarbeit mit möglichst differenzierten Distributionsformen stärker publik zu machen. Grundlagen der Arbeit der Verleihorganisationen Geschäftsordnungen, Aufgabenbeschreibungen und schließlich Entleihvorschriften der Bildstellen benennen regelmäßig an erster Stelle die Schulen als Ziel-und Orien-tierungsgrößen2. Prinzipiell besteht eine gesetzliche Verpflichtung der Kommunen, die Schulen mit Lehrmitteln auszustatten; definitorisch werden auch die Medien dazugerechnet. Andererseits ist die Einrichtung von Kreis-und Stadtbildstellen den kommunalen Gebietskörperschaften als freiwillige Leistung anheimgestellt, so daß mit einer sehr unterschiedlichen Ausstattung der Bildstellen zu rechnen ist. Die Ausrichtung der Bildstellen auf die Versorgung von Schulen aller Art ist also angelegt; die (organisierte) Jugendund Erwachsenenbildung gemäß den Erwachsenenbildungsstellen spielt demgegenüber eine untergeordnete Rolle. Die Zuständigkeit der Bildstellen auch für den konfessionellen Religionsunterricht ist zu Recht mit dem Verweis auf dessen Status als ordentliches Lehrfach 3 an den Anfang der Überlegungen zu stellen. In der Tat ist von den Grundrechten und Grundwerten auszugehen, wie sie im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland und in den Länderverfassungen festgeschrieben sind. Zu nennen sind hier insbesondere Grundgesetz Artikel 3, der "die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses" 4 garantiert. Gemäß Grundgesetz Artikel 4 hat die Religionsausübung ungestört zu bleiben; Artikel 7 des Grundgesetzes bestimmt den Religionsunterricht als ordentliches Lehrfach. Das deutsche Verfassungsrecht geht von der Religionsfreiheit aus und strebt dessen positive Ermöglichung an. Durch den Religionsunterricht trägt die Schule dazu bei, die Voraussetzungen für die Wahrnehmung dieser Freiheiten zu schaffen 4 • Klaus Hinkelmann ist Diplom-Soziologe und Theologe. Seit 1975 arbeitet er für die A V-Medienzentrale der Erzdiözese München und Freising sowie für die Konferenz der AV-Medienzentralen der bayerischen Diözesen. 36
doi:10.5771/0010-3497-1978-1-36 fatcat:3lzp44hy5zdkxlbtylx4i572qe