Bemerkungen zur 28. Auflage der hebräischen Grammatik von Gesenius

J. A. Knudtzon
1915 Zeitschrift für die Alttestamentliche Wissenschaft  
In norwegisch geschriebenen Besprechungen habe ich den 25.-27. Auflagen der hebräischen Grammatik von W. GESENIUS die größte Anerkennung gezollt, daneben aber bei Erwähnung der 25. Auflage, in welcher der Herausgeber durch vollige Neubearbeitung der Syntax den äußeren Rahmen des Lehrbuchs durchbrochen hatte, auch geäußert, daß ich am liebsten die ganze Grammatik in völliger Neubearbeitung hätte hervortreten sehen. Besonders machte ich geltend, daß die althergebrachte Sitte, das Verbum vor dem
more » ... as Verbum vor dem Nomen zu behandeln, doch aufgegeben werden müsse, dann aber noch, daß die unverhältnismäßige Länge vieler Paragraphen ein Übelstand sei." KAUTZSCH hat auch in der vorliegenden (28.) Auflage eine so weitgreifende Änderung der Grammatik entschieden abgewiesen (siehe Schluß des Vorworts), und zwar wegen der "zahllosen Zitate aus ihr in der Kommentarliteratur". Wenn man aber auf diesem Standpunkt, den auch andere zu würdigen verstehen, fest stehen bleibt, dann ist um so mehr hervorzuheben, daß auch die letzte Ausgabe von der Hand KAUTZSCHs eine Reihe von Verbesserungen bietet, wodurch sie sich über die vorhergehende erhebt. Es liegt aber außerhalb meines Zweckes darauf einzugehen. Da der Herausgeber nicht lange Zeit nach dem Erscheinen der 28. Auflage dahingeschieden ist, so scheint mir der rechte Zeitpunkt gekommen zu sein, ernstlich zu erwägen, ob nicht bei einer etwaigen neuen Auflage ein größerer "Umsturz" (vgl. Schluß des Vorworts zur 26.-28. Aufl.) zu bewerkstelligen wäre, und ich möchte dem verehrten Verleger anheimstellen, diese Sache eingehend zu prüfen. Zu einzelnen der früheren Auflagen habe ich dem Herausgeber selbst zahlreiche Bemerkungen zugeschickt. Da er dafür sehr dankbar gewesen ist, so glaube ich eine Pflicht dem lieben Verstorbenen gegenüber zu erfüllen, wenn ich hiermit eine Reihe von derartigen Bemerkungen zu der letzten Auflage der Öffentlichkeit übergebe.
doi:10.1515/zatw.1915.35.1.196 fatcat:mcvnarh5ffc37abyalx4532yom