V. Eine von einem Furunkel herrührende Metastase in der Iris

Fritz Schanz
1906 Ophthalmologica  
In dem Fall, welcher hier mitgeteilt werden soll, handelt es sich um eine eitrige Metastase in der Iris, welche von einem subfaszialen Abszess, der sich im Anschluss an einen Furunkel ent wickelt hatte, ausgegangen war. Es war möglich, durch Kultur aus dem Abszess wie aus dem metastatischen Herd dieselben Mikroorganismen zu züchten. Interesse dürfte der Fall auch be anspruchen wegen der Art der Behandlung, welche darin bestand, dass nach Entfernung des Eiters die vordere Kammer mit kolloidaler
more » ... er mit kolloidaler Silberlösung ausgespült wurde. S. K. aus B. batte sich am 10. XI. mit dem Kopf gegen eine Schrank tür gestossen. Drei Tage nachher bekam er an der Haargrenze oberhalb der rechten Schläfe an der Stelle, wo er sich gestossen hatte, ein derbes Knötchen. Er hatte Schmerzen, wenn er den Hut aufsetzte. Die Geschwulst wurde grösser. Am IG. XI. hatte der Patient einen Schüttelfrost. Am 17. XI. hatte er sich gelegt und Umschläge auf die Geschwulst gemacht, welche jetzt die Grösse eines Hühnereies erreicht hatte. Am 18. XL hatte er versucht, wieder zu arbeiten. Am folgenden Tage musste er sich krank melden. Er ging zum Arzt, der ihm die Geschwulst mit der Schere öffnete. Am andern Tage soll noch der Eiterstock mit einem Instrument entfernt worden sein, ln den nächsten 8 Tagen wurde er täglich verbunden, und dabei soll sich immer Eiter entleert haben. Die Geschwulst habe sich aber trotzdem weiter nach unten ausgedehnt. Zuerst sei die Gegend vor dem Ohr, dann die Backe, der Kieferwinkel nnd dann die ganze rechte Halsseite bis hinunter zum Schlüsselbein stark angeschwollen. Das Fieber war dabei stärker geworden. Die Geschwulst wurde dann am Hals oberhalb des Schlüsselbeins nochmals inzidiert. Der Eiter wäre dabei ordentlich herausgequollen. Daraufhin ging die Geschwulst auf der ganzen Gesichtsseite zurück. Die Wunde am Hals heilte zu, ebenso die Wunde an der Schläfe, der Patient wurde fieberfrei und fühlte sich wieder vollständig wohl. Am 6. XII. erwachte der Patient aus dem Schlaf, er hatte das Gefühl, als ob ihm jemand mit einer Peitsche in das Unke Auge geschlagen hätte. Am Morgen war das Auge rot, es wurde immer schmerzhafter und tränte stärker. Schon am Tag vorher war die Gegend vor dem rechten Ohr wieder stärker angeschwollen. Die Entzündung des Auges nahm zu, in geringem
doi:10.1159/000291164 fatcat:zp4tn5m4arh4bew3cmspdsrpwm