Ordnungskonfigurationen im hohen Mittelalter. Zusammenfassung

Martin Kintzinger, Vorträge Und Forschungen: Sammelbände
2014
Es gibt Tagungsthemen, auch zu den Symposien auf der Reichenau, die klar und eingän gig erscheinen, gleichsam selbsterklärend, und die ihre Untiefen erst bei näherer Betrach tung entfalten und es gibt Themen, die den unvoreingenommenen Betrachter sogleich vor schnellem Zugriff warnen und seine Neugier auf Anhieb zähmen. Das Thema der Herbsttagung 2003 gehört wohl zu letzteren 1^. Daß Ordnung Trost sein kann, wenn sie es auch nicht soll (soweit wir Georg Wieland folgen) und daß sie im
more » ... ß sie im Mittelalter als christlich gewendete Constantia einen »therapeuti schen Effekt« haben konnte, der sich von der »Irrengeschichte« der Moderne wohltuend abhebt (wie Joachim Ehlers diagnostizierte), sollte immerhin ermutigen, auf die Suche zu gehen. Niemandem fehlt es heute an Assoziationen, wenn von »Ordnung« die Rede ist, doch die Deckungsmenge des damit Gemeinten dürfte eher gering sein. Bei »OrdnungsKonfi gurationen« wird es vollends schwierig; hier fehlen sogar die Assoziationen. Der Griff zum gedruckten Wörterbuch, vielfach die Rettung bei erster Orientierungslosigkeit, hilft kaum weiter: Viel ist über Ordnungen zu erfahren, wenig über Konfigurationen und nichts über Ordnungskonfigurationen. Im 12. und frühen 13. Jahrhundert lassen sich tiefgreifende Veränderungen im Denken und Umsetzen von »Ordnung« erkennen, so hatte Stefan Weinfurter in seinem Einla dungsschreiben an die Referenten formuliert. »Ordnung« war dabei zweifellos absichts voll in Anführungszeichen gesetzt, genauso wie die »Ordnungsfelder«, die Themenge biete, wie sie den Referenten vorgegeben waren, die aussagekräftige Exempla des Gesamtthemas bieten sollten. 1) Text der zum Abschluß der Tagung vorgetragenen Zusammenfassung. Die Vortragsform wurde beibe halten. Namen von Referenten und Diskutanden werden, soweit sie nicht im Text erwähnt sind, hinter den zitierten oder resümierten Äußerungen in Klammern eingefügt. Zwischen Angaben aus Vorträgen und Dis kussionsvoten wird nicht grundsätzlich unterschieden. Literaturangaben werden nur insoweit mitgeteilt, als sie für zusammenfassende Überlegungen von Belang sind. Die nachträglich in den Band aufgenomme nen Beiträge sind hier nicht berücksichtigt.
doi:10.11588/vuf.2006.0.17679 fatcat:m2xud56sd5eljguwund7vb7xu4