Über die Schmelzwärme, spezifische Kohäsion und Molekulargrösse bei der Schmelztemperatur

P. Walden
1908 Berichte der Bunsengesellschaft für physikalische Chemie  
eber den Zusammenhang zwischen der Schmelzwarme As, Schmelztemperatur (in absoluter Zahlung) Te und dem Molekulargewicht M der betreffenden Substanz liegen zahlreiche Betrachtungen vor. Zu allererst erinnern wir an die Beziehungen, welche G u l d b e r g l ) zwischen der Schmelzwarme und dem Elastizitats-und kubischen Ausdehnungskoeffizienten der Metalle auffand; ferner an die Beziehung von R. P i c t e t z ) (1879) zwischen M, Dichte D, Schmelztemperatur T und dem linearen
more » ... usdehnungskoeffizientencr, d. h. ($y.crT=const., sowie an die Beziehung von WiebeB) zwischen Atomwarme , kubischem Ausdehnungskoeffizienten und Schmelztemperatur. Alsdann sei auf die inhaltreichen Untersuchungen von C r o m p t o n verwiesen; dieser Forscher leitete (1895)4) fur freie Elemente, sowie anorganische und organische Verbindungen die folgende ---1~38, worin bezw. --A -l Relation ab: -Tv T Z v M . a A das Atomgewicht des Elementes, M das Molekulargewicht , h die latente Schmelzwarme und v bezw. Zv die Anzahl Valenzen des Elementes bezw. der Verbindung bedeuten; die Schwankungen selbst innerhalb analoger Gruppen von KOrpern sind jedoch recht bedeutend, z. B. far die organischen Verbindungen variiert C zwischen 0,58 bis 1,8 bis 2,56. Eine weit besser stimmende Beziehung, die zugleich die Assoziation der Flassigkeiten beracksichtigt, stellt CromptonB) in der Gleichung: --const. = o,ogg auf: Das Produkt aus latenter Schmelzwarme A und Dichte D, dividiert durch die Schmelztemperatur T in absoluter Skala, ist fiir die nicht assoziierten ( monomolekularen ) Flussigkeiten eine Konstante; far die 27 monomolekularen Medien schwankt dieselbe zwischen 0,065 bezw. 0,080 bis 0 , 1 2 0 bezw. 0,142. Schlief3lich weist a.D T I) Guldberg (1867), vergl. O s t w a l d s Klassiker, Nr. 139. C r o m p t o n l ) (1903) nach, daB flir Flassigkeiten, welche aus einatomigen Molekeln bestehen, auf Grund kinetischer Betrachtungen die Gleichung = 2,96 gelten muf3, wenn A das Molekular-(bezw. Atom -) Gewicht bedeutet; tatsachlich weisen 14 Metalle for jene Gleichung Werte auf, die meist urn 2,4 schwanken , also erscheinen diese Metalle im flllssigen Zustande praktisch als aus einatomigen Molekeln bestehend. Aus einer Verkniipfung der Gleichungen C r o m p t o n s , P i c t e t s und D u l o n g -P e t i t s gelangt alsdann R o b e r t s o n 2) zu folgendem const. , worin V = Atom-Ausdruck: -bezw. Molekularvolum bedeutet ; hierbei weist die Konstante fur jede bestimmte Ktrrperklasse besondere Werte auf: Die einatomigen Metalle (Atomgewicht = M , grtrfier als 40) liefern T M.rZ T . VF --Mail -L , I~ im Mittel, anorganische Salze T. ?F liefern eine mittlere Konstante = 2 , wahrend fiir organische Verbindungen die Konstante meist zwischen 2,2 bis 3,o liegt. Schlief3lich sei noch auf die bedeutsamen Studien von d e Forcrand3) Bezug genommen ; auf Grund eingehender Prafungen kommt dieser Forscher zu folgender Gleichung: worin L bezw. S die molekulare Schmelz-bezw. Verdampfungswarme , und T die Siedetemperatur in absoluter Skala bedeuten. Auch diese Gleichung gestattet eine Berechnung der Mole-kulargrdf3e bezw. des Assoziationsfaktors, sowie der latenten Schmelz-und Verdampfungswarme. Daf3 die Kdrper bei ihren Schmelztemperaturen in iibereinstimmenden Zustanden sich befinden, Bhnlich wie es fur die Siedetemperaturen der Fall ist, hat zuerst Clarke4) nachzuweisen versucht ; dieser Forscher zeigte , daB wenn @ der Schmelzpunkt und z die kritische Temperatur ist, die Beziehung besteht:
doi:10.1002/bbpc.19080144302 fatcat:pchfyr54zzabphok5fzbcqp3ta