Elin Fredstedt, Robert Langhanke & Astrid Westergaard (Hg.) 2015. Modernisierung in kleinen und regionalen Sprachen (Kleine und regionale Sprachen: KURS 1). Hildesheim, Zürich, New York: Georg Olms. 197 S

Birte Arendt, Matthias Vollmer
2016 Zeitschrift für Rezensionen zur Germanistischen Sprachwissenschaft  
Zu Regional-und Minderheitensprachen bzw. kleinen nicht-nationalen Sprachen wird in unterschiedlichen linguistischen Disziplinen wie u. a. der Dialektologie, Mehrsprachigkeitsforschung, Variations-und Soziolinguistik geforscht. Gleichwohl mangelt es bisher an Publikationskonzepten, die diese Ansätze bündeln. Die Reihe "Kleine und Regionale Sprachen: KURS", deren erster Band im Folgenden besprochen wird, unternimmt genau diesen Versuch und zielt darüber hinaus darauf ab, "die Forschung zu den
more » ... Forschung zu den kleinen und regionalen Sprachen [...] regional zu stärken und überregional zu perspektivieren, um bestehende Fragestellungen vergleichend auszuweiten und zu internationalisieren" (S. VII). Der Auftaktband der Reihe, Modernisierung in kleinen und regionalen Sprachen, präsupponiert im Titel einen Effekt, der dem 'Totsagen' und bloßen historisierenden Musealisieren der kleinen Sprachen entgegensteht. Die sieben Beiträge des Bandes im Umfang von jeweils ca. 25 Seiten entwerfen ein Bild sehr heterogener Ansätze, was von den HerausgeberInnen jedoch beabsichtigt wurde (vgl. S. IX). Diese nicht nur für den Band, sondern auch für die gesamte Reihe propagierte Pluralität der wissenschaftlichen Ansätze, die disziplinenübergreifend linguistische wie auch literatur-und kulturwissenschaftliche Perspektiven zulässt und verknüpft, folgt aktuellen Bestrebungen, wie sie sich u. a. in Diskussionen um eine "Kulturlinguistik" abbilden. In der Einleitung, die die Entstehung der Reihe erläutert und den Modernisierungsanspruch fundiert, bleibt leider die definitorische Konstitution des Forschungsgegenstandes "Kleine und regionale Sprachen" vergleichsweise vage, waswie die AutorInnen einerseits völlig zu Recht betonendem disparaten Forschungsfeld geschuldet ist. Eine Positionierung der HerausgeberInnen, die die Sprachen nicht allein ex negativo in Differenz zu Standardsprachen oder ad exemplum definiert, wäre andererseits aber eine gute Basis gewesen, um die unter-
doi:10.1515/zrs-2016-0028 fatcat:7snjl4c3d5enpbpzwuxmot37ie