Das CTG während der Sectio

D. Hägele, D. Berg
1985 Gynäkologisch-Geburtshilfliche Rundschau  
In einer Studie an 60 Fallen von primärer und sekundärer Sectio wurde eine cardiotokographische Überwachung des Feten bis zur abdominalen Geburt des Kindes durchgeführt. Bei gesprungener Fruchtblase leiteten wir das CTG direkt von der Skalpelektrode ab und übermittelten die Signale telemetrisch bis zur Entwicklung des kindlichen Kopfes. Bei stehender Fruchtblase verwendeten wir abdominal angebrachte Aufklebeelektroden und übermittelten die Signale on line, da die Telemetrie hier nicht
more » ... ar war. Unsere Studie erbrachte folgende Ergebnisse: 1. Niveau der Basalfrequenz Bei primärer Sectio und externer Registrierung ergeben sich bis zur Präparation am Uterus keine signifikanten CTG-Veränderungen. Danach tritt in alien Fallen eine mehr oder weniger ausgeprägte fetale Herzfrequenzbeschleunigung auf, wobei der Wert von 180/min selten überschritten wird. Die fetale Herzfrequenzbeschleunigung ist umso ausgeprägter, je mehr sporadische Akzelerationen vor der Operation auftraten. Bei sekundärer Sectio mit direkter fetaler Signalableitung kann man zwei Gruppen unterscheiden: Bei unauffälligem praeoperativen CTG kommt es nach Präparation am Uterus ebenfalls zur fetalen Tachycar-die. Bei pathologischem praeoperativem CTG bleiben die pathologischen Veränderungen während der gesamten Registrierung bestehen. 2. Oszillation Die Oszillationsamplitude zeigt bei externer Ableitung mit Beginn der Intubationsnar-kose unter Verabreichung von Ketanest, Etomitade, Succinyl-Cholin eine tendenzielle Einengung. Bei sekundären Schnittentbindungen sind diese Veränderungen nicht zu beob-Mitteilungen zum 2. Hauptthema LOO achten. Die Oszillationsfrequenz ändert sich während der gesamten Registrierung nicht signifikant, weder bei primärer noch bei sekundärer Sectio. 3. Akzelerationen und Dezelerationen Bei primärer Sectio ändern sich Frequenz und Ausmaß sporadischer Herzfrequenzveränderungen nicht. Bei sekundärer Sectio mit pathologischem CTG bleiben die pathologischen Verände-rungen während der gesamten Registrierung bestehen. In fast der Hälfte der Fälle kommt es nach Präparation am Uterus zu einer Zunahme des Dezelerationsmusters bzw. der fetalen Bradycardie. Folgerungen
doi:10.1159/000270035 fatcat:7s5qtp2iobbnrnse77ptoth5ya