Weiterbildung von Hausärzten - eine nationale Aufgabe

2007 PrimaryCare  
Insgesamt sind wir beide etwas konsterniert, wie wenig er nach abgeschlossener Ausbildung in den Spitälern mitbringt für die freie Arztpraxis. Eine rein klinische Assistenzzeit genügt nie und nimmer für diesen vielseitigen Beruf!» (Gemeinsames Fazit von Lehrpraktiker und Assistenzarzt nach einer Praxisassistenz) Während sich ein Spitalarzt auf eine spezialistisch vertiefte und möglichst rasche Abklärung von meist bereits vorselektionierten Kranken konzentrieren muss, schlagen dem Hausarzt
more » ... dem Hausarzt täglich die ungefilterten, manchmal banalen, oft kaum lösbaren, komplexen Patientenprobleme entgegen. Diese machen vielfach ganz andere Denk-und Handlungsmuster und einen anderen Umgang mit dem Zeitverlauf nötig als im Spital. «Zur Schule» geht ein Hausarzt in der Schweiz aber heute nach wie vor fast ausschliesslich in Universitätskliniken und Spitälern. Über die Hälfte der heute bei uns ausgebildeten FachärztInnen, die eine hausärztliche Praxis eröffnen, hat vorher noch nie in einer Praxis gearbeitet. Ganz anders ist die Situation in den meisten westlichen Ländern. Diese kennen in aller Regel nach dem Arztdiplom eine spezifisch auf die hausärztliche Aufgabe ausgerichtete Bildung.
doi:10.4414/pc-d.2007.07504 fatcat:d7qo27j7engnhmk2w2n5q6yyum