Eine neue Quelle zur Generalbasslehre von Johann Joseph Fux

Christoph Prendl
2016 Zeitschrift der Gesellschaft für Musiktheorie [Journal of the German-Speaking Society of Music Theory]  
Eine neu entdeckte Quelle, die eine Johann Joseph Fux zugeschriebene Generalbasslehre überliefert, wirft erneut die Frage nach der Rolle des Generalbasses in Fux' Kompositions-und Lehrtätigkeit auf. Sie erlaubt nicht zuletzt eine differenzierte Sichtweise auf das Verhältnis der Gradus ad Parnassum zur damaligen Kompositionspraxis. Der Beitrag zeigt mögliche Verbindungen zur Neapolitanischen Schule, stellt die in der Generalbasslehre vermittelten Satzmodelle Ausschnitten aus Fux' musikalischen
more » ... ux' musikalischen Werken exemplarisch gegenüber und untersucht die Verbindungen zu den mit der Quelle eng verknüpften Traktaten Johann Baptist Sambers und Matthäus Gugls. Eine vollständige kritische Edition der Quelle ist im Anhang beigefügt. A newly discovered source, containing a thorough bass method ascribed to Johann Joseph Fux, sheds new light on the role of thorough bass in Fux' teaching and composing activities. It allows for a differentiated view of the relationship between the Gradus ad Parnassum and compositional practice in Fux' time. The article demonstrates possible connections with the Neapolitan school, compares the schemata in the thorough bass method with excerpts from Fux' musical works and explores connections to treatises by Johann Baptist Samber and Matthäus Gugl, which are closely related to this source. A complete critical edition of the source is included. Johann Joseph Fux gilt durch sein Kompositionslehrbuch Gradus ad Parnassum als der bedeutendste österreichische Musiktheoretiker des 18. Jahrhunderts. Seine -häufig zu Unrecht auf den Gattungskontrapunkt reduzierte -Lehre war seit jeher ein Maßstab der kompositorischen Kunstfertigkeit und diente bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts als die Kontrapunktschule schlechthin, die in der Ausbildung unzähliger Komponisten -darunter so prominente Namen wie Joseph Haydn, Wolfgang Amadé Mozart und Ludwig van Beethoven -einen zentralen Raum einnahm. Die überwältigende Fülle an Sekundärliteratur zu den Gradus liegt in einer ausführlichen Bibliografie vor.
doi:10.31751/831 fatcat:hwltkzkqzzecfpdvexnhnhukuu