Ueber prämenstruelle Temperatursteigerungen (Schluß aus No. 11.)

Georg Riebold
1906 Deutsche Medizinische Wochenschrift  
Um nun auf unsere Fälle im einzelnen noch einmal zuriickzukommen, so sind diejenigen am durchsichtigsten, bei denen Krankheitsherde ohne weiteres nachweisbar sind, aus denen infolge des regeren Säfteaustausches in der Prümenstrualzeit toxisehe Substanzen resorbiert werden können, die in den Kreislauf gelangen und damit die Ursache von Temperatursteigerungen abgeben. Hierher gehören in erster Linie die chronischen Infektionskrankheiten, unsere Fälle von Lungenund Drüsentuberculose und von
more » ... lose und von gummöser Syphilis, sodann die Fälle von Entzündungs-und Eiterherden im Bereich der Genitalien, von sonstigen Krankheitsherden (Paruhis, hypertrophischen Gaumen-und Rachentonsillen, deren Buchten oft genug infektiöses Material enthalten), endlich die Fälle von Carcinoma und Ulcus ventriculi. Zur Erklärung des prämenstruellen Fiebers nach abgelaufenen Infektionskrankheiten gibtvielleicht der eine der mitgeteilten Fälle einen Fingerzeig: Nach einer Angina waren fühlbare Halsdrüsen zurückgeblieben; in der Prilmenstrualzeit kam es zu hohem Fieber. Es ist sehr wahrscheinlich, daß das prämenstruelle Fieber nach abgelaufenen Infektionskrankheiten von Drüsen herrührt, die noch infektiöses Material enthalten.1) Daß die regionären Drüsen noch wochenlang infektiöses Ma-42 DEUTSCHE MEDIZJ1SCHE WOCHENSeHRIFT. No. 12 Dieses Dokument wurde zum persönlichen Gebrauch heruntergeladen. Vervielfältigung nur mit Zustimmung des Verlages.
doi:10.1055/s-0028-1141928 fatcat:kd6igbb5jncs5fcv4hr4on22k4