Die Flora von Neu-Pommern

P. Hennings, G. Hieronymus, F. Kranzlin, Th. Reinbold, K. Schumann
1898 Notizblatt des Königl botanischen Gartens und Museums zu Berlin  
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more » ... des Königl. botanischen Gartens und Museums zu Berlin. (Mit einer Karte.) Einleitung. Das Gebiet, dessen Vegetation im Folgenden besproehen werden soll, ist ein Teil jener grossen Inselgruppe, welche nach der Besitzerkliarung des deutschen Reiches im Jahre 1885 den Namen Bismarekarchipel erhielt. Sie wurde schon im Jabre 1700 von Dampier entdeckt, dessen Beobachtungen und Aufnahmen durch Carteret, Bougainville, D'Entrecasteaux, D'Urville, Simpson, neuerdings aber besonders durch das deutsche Kriegsschiff "Gazelle" unter FUhrung des Kapitiin v. Schleinitz ergiinzt und verbessert wurden. Neben einigen Gruppen kleinerer Inseln, von denen die Admiralitiits-Inseln die wichtigsten und bekanntesten sind, besteht der Bismarek-Archipel aus drei grosseren Inseln: zwei merkwuirdig schmale, langgestreckte schliessen einen etwa parabolischen, nach West offenen Bogen eiD, an dessen nordlichem Schenkel eine dritte kleinere Insel vorgelagert ist. Diese fuhrt noch heute wie von altersher den Namen Neu-Hannover; die beiden anderen aber haben seit der deutschen Besitzergreifung ihre Namen gewechselt: ursprunglich hiess die grosste von beiden Neu-Britannien, oder nach einer noch heute geltenden Benennung einer Landschaft im aussersten Nordost Birara; sie wird gegenwiirtig Neu-Pommern genanut. Die kleinere von beiden, ausserordentlich selmale, von jener durch den Georgs-Canal getrennte Insel fthrte den Namen Neu-Irland; gegenwartig nennen wir sie Neu-Mecklenburg. 5 This content downloaded from 195.34.79.176 on Sat, 14 Jun 2014 07:00:20 AM All use subject to JSTOR Terms and Conditions - - Beide Inseln sind noch recht unvollkommen botanisch erforscht. Neu-Mecklenburg wurde von den oben genannten Seefahrern und ihren naturwissenschaftlich gebildeten Begleitern noch ofter besucht als Neu-Pommern; von beiden Gebieten aber kannte man eigentlich nur eine ziemlich kiirgliche KiUstenflora. Uber Neu-Pommerns Flora erhielten wir erst durch die Gazelle-Expedition genauere Kenntnis. Dabei ist das Gebiet, dessen Vegetation durch Naumann's sorgfaltig angelegte Sammlungen bekanut wurde, nur ein bescheidener Teil der ganzen Insel. Neu-Pommern ist ein mit ausserordentlich reich gegliederter Ktistenentwicklung versehenes Land, das uiber 60 deutsche Meilen lang, an der breitesten Stelle kaum 10 Meilen misst. Seine Axe stellt einen flachen Kreisbogen dar, der zuerst von West nach Ost gerichtet ist und dann nach Nord-Nord-Ost aufbiegt. An zwei Stellen wird die Insel so eng zasammengezogen, dass die Verbindungsstellen kaum zwei Meilen breit bleiben. Der nordlichste dieser halbinselartigen Annexe ist die Gazelle-Halbinsel, das eigentliche Feld, mit dem wir uns beschaiftigen werden. In unmittelbarer Niahe der Nordkuste von der Gazelle-Halbinsel befindet sich eine Inselgruppe, welche mitten zwischen ihr und Neu-Mecklenburg gelegen, von mir eine besondere Beriicksichtigung erfahren wird, da sie von versehiedenen Botanikern besucht wurde. Die Hauptinsel hiess fruher Duke of York und nach dieser wurde die ganze Gruppe benannt; heute fUdhrt sie offiziell den Namen Neu-Lauenburg, obgleich auch jener noch gebriiuchlich ist. An der Siudkiiste liegen von Ost nach West geordnet folgende kleinere Eilande: Mioko, Utuan und das grosste, die Schweine-Insel mit der spiater bisweilen zu nennenden Landschaft Ulu; sUdlich von ihr befindet sich die Insel Kerawara; eine andere, Kabakon, hat fur uns kein Interesse, weil wir uber ihre Vegetation keine Kenntnisse besitzen. Auf dem halben Wege zwischen Neu-Lauenburg und Neu-Pommern finden wir die Credner-Insel, die zu Ehren eines Lieutnants zur See, Offiziers der Gazelle-Expedition, benannt wurde. In der tief einschneidenden Blanche-Bai, nach einem englischen Kriegsschiffe benannt, das dieses Gestade anlief, liegt die Insel Matupi und fast genau uiber der Mitte der NordkUste von der Gazelle-Halbinsel treffen wir noch die vulkanisehe, bewaldete Insel Uatom. Dies sind die grUsseren und kleineren Gebiete, mit welchen wir es im Folgenden zu thun haben werden und deren Namen immer wiederkehren werden. Die Gazelle-Halbinsel und die Neu-Lauenburggruppe wurden botanisch zuerst, wie erwiahnt, grundlich von Naumann erforscht; nach ihm sind noch vier deutsche Gelehrte an denselben Orten gewesen: Hollrung, der im Jahre 1887 von Kerawara und Mioko einige wenige Pflanzen mitbrachte; sie sind von mir in der Flora von Kaiser Wilhelms-This content downloaded from 195.34.79.176 on Sat, 14 Jun 2014 07:00:20 AM All use subject to JSTOR Terms and Conditions -61land*) behandelt worden. Im Jabre 1889 hat sich Warburg mebrere Tage in dem Gebiete aufgehalten und nambafte Sammlungen gemacht, die in seinen Beitrilgen zur PEapuanischen Flora**) bericksichtigt sind. In dankenswertester Weise hat er mir seine Notizen ilber die Vegetation zur Verftigung gestellt, so dass manche Pflanze noch Aufnahme finden konnte, voil der keine BelagstUcke vorhanden waren. Etwas spater berulhrte auch Lauterbach diese Gegenden auf seiner ersten Reise nach Kaiser Wilhelmsland; die gemachte pflanzliche Ausbeute harrt noch der Bearbeitung. Am liangsten aber war es Dahl vergonnt, auf der Gazelle-Halbinsel und den umliegenden Inseln naturwissenschaftliche Studien zu machen. Er war von Mai 1896 bis Miirz 1897 in Ralum stationiert. Allerdings waren zoologische Untersuchungen seine Hauptaufgabe; aber schon der Umstand, dass es ihm bei seinen biologischen Forschungen hbiufig von Wert war, die Pflanzen zti kennen, mit welchen die Tiere in Wechselwirkung standen, fiihrte ihn dazu, der Vegetation eine hbhere Berticksichtigung zu schenken. Ausserdem aber hatte er ein besonderes Interesse an den Nutzund Zierpflanzen der Eingeborenen; endlich erfUllte er den von dem Direktor des KEiniglichen botanischen Museums gelausserten Wunsch, die Flora dieses Gebietes mUglichst vollstandig zu sammeln, in einem solchen Masse, dass er eine Kollektion von mehr als 500 Nummern zusammenbrachte, die uns ein schon recht vollstaindiges Bild der Flora dieses Gebietes gewahren. Einen erh6hten Wert hat diese Sammlung dadureb, dass nicht blos die Ortlichkeiten genau bezeichnet sind, an we}chen Dahl die Pflanzen aufnahm, sondern dass aucd fast ausnahmslos die Standortsverhiiltnisse derselben und die Beschaffenheit des Bodens angegeben worden sind. Ich war auf diese Weise imstande, schon nach Eingang der ersten Sendung eine tbersicht uiber die Vegetationsformationen***) in der Umgebung von Ralum zu entwerfen. Die Ursache, dass gerade dieses Gebiet von Neu-Pommern wieder. holt von Botanikern besucht wurde, liegt darin, dass sich hier die Niederlassungen verschiedener Handelsfirmen befinden, welche den Ausflugen der genannten Gelehrten als Sttutzpunkte dienten. In Herbertshohe, 5-6 km von der Dabl'schen Station Ralum gelegen, ist der Sitz der Verwaltung der Neu-Guinea-Co., welcher das Besitzrecht uiber diesen Teil der deutschen Schutzgebiete in der Slldsee zustebt. Auf der Insel Matupi liegt die Centralstation der Firma Hernsheim u. Co. Die Insel Mioko ist der Sitz der Deutschen Handelsund Plantagen--62 -Gesellsehaft in der Sudsee; in Ralum wohnt der Holateiner Parkinson, welcher sich den erwahnten Botanikern und auch dem verstorbenen Baron Ferd. v. Miller freundlich und hilfreich erwiesen hat: Eucalyptus Parkinsonii F. v. Miill. und Elaeocarpus Parkinsonii Warb. geben Zeugnis von der Ebrung, welche ibm fur seine Verdienste von den Botanikern zu teil wurde. Endlich muss auch noch einer tuebtigen und thatkriiftigen Frau Erwiihnung gethan werden, welche schon seit Iangerer Zeit ausgedehnten Besitz auf der Gazelle-Halbinsel erworben hat und diesen mit grosser Umsieht und bemerkenswertem Erfolg im Plantagenbetrieb bewirtschaftet. Frau E. E. Forsayth, bekaunt unter dem Namen Queen Emma, ist die Tochter eines amerikanischen Burgers Coe und einer Samoanerin; Frau Parkinson ist ibre Schwester. Auf ihren Plantagen baut sie Kaffee und Baumwolle (Sea Island Cotton); zwischen die letztere sind in regelma'ssigen Abstainden Cocospalmen gepflanzt, welche, nachdem sich der Boden ftir die Baumwolle nicbt mebr geeignet erweist, die nUtige Entwicklung zur Copragewinnung erreicht haben. Auch Kapokbiaume (Ceiba pentandra Gaertn.) sind in Menge gepflanzt, um ein Polstermaterial zu liefern; ubrigens soll ein iibnlicherr Baum, Bombax malabaricum L., wie er ja auch in Kaiser Wilhelmsland wild gedeiht, in den Waldern indigen sein. Nacbdem die geographischen Verhaltnisse oben in groben Ziugen ihre Darstellung erfahren haben, will ich jetzt genauer auf die Einzelheiten eingehen, wobei zu gleicher Zeit den geologisehen und den allgemeinen Vegetationsverhaltnissen eingehende Beaebtung geschenkt werden soll. Fur das genauere Verstandnis des speziellen Teiles ist eine Kenntnis iuber die Ortlichkeiten, an denen D ahl sammelte, unerliisslich. Die Gazelle-Halbinsel hat die Form eines Trapezoids; die Nordkulste lauft fast genau von West nach Ost. Fast in der Mitte, etwas weiter nach Ost gerilckt, ist wieder eine vierseitige Halbinsel aufgesetzt, von deren Nordostecke eine Halbinsel wie ein gekrtimmter Finger nach Sudost gerichtet ist. Diese Landzunge, die Krater-Halbinsel genaunt, schliesst die Blancbe-Bai von der offenen See ab. In ihr liegt, wie schon bemerkt, die Insel Matupi und ausserdem noch ein kleines Eiland, die Vulkan-Insel oder Raluan, die im Jahre 1878 aus der dort 49-65 m tiefen See auftauchte und sich zu einer Hohe von 21 m aufttirmte. Auif ihr hat Dahl eine gr6ssere Anzahl Pflanzen gesammelt, wobei er hauptsiiehlich auf diejenigen sein Augenmerk richtete, welche als die Erstlinge auf Neuland in diesem Gebiete auftreten. Zwei eigenttumliche Felskegel, die sich in der HUhe von Matupi aus dem Meere erheben, werden wegen ihrer Form die Bienenkorbe genannt. Die Krater-Halbinsel ist wie die Gazelle-Halbinsel in dem von uns behandelten Teile wenigstens durebaus vulkaniscier Natur. Auf der Centrale derselben, welche von Praed Hoek im Sliden nach Kap Stephens an der Nordecke verliauft, 1iegt eine Eruptionsspalte, die sich bis zur Insel Uatom (Man-Insel) verfolgen lIasst. Auf ihr sind drei, heute tibrigens nicht mehr lebhaft thiatige Vulkane aufgesetzt. Im Stidost liegt die Sud-Tochter (Tawurwur oder Tokuman) mit 536 m HEhe; an sie schliesst sich die Mutter an, welche aus Naumann's SammIung als Vulkan Kambiu bekannt ist und sich bis 771 m llohe erhebt. Im Nordwest befindet sich die Nord-Tochter (Towannumbattir), deren Kegel eine Hohe von 598 m erreicht. Diese Bucht, welche insonderheit von der Vulkan -Halbinsel abgeschlossen wird, Simpson -Hafen, sowie der Greet-Hafen in der Halbinsel selbst zeigen durch zahllose heisse Quellen die lebhafte vulkanische Thatigkeit dieses Gebietes noch heute an; einzelne derselben entspringen auf dem Grunde des Meeres und erwiarmen die Temperatur des Meereswassers bis auf 500 und daruiber. An vielen Stellen finden sich auch Exhalationen von Schwefelwasserstoff und die Felswiande sind bedeckt von den gelben und roten Flocken ausgeschiedenen Schwefels. Tritt man aus der Blanche-Bai heraus, so streiebt die Ktiste genau nach Ost und bier liegen die wichtigsten Distrikto und Plantagenanlagen der ganzen Halbinsel. Man durchschreitet die Landschaften Lalawon oder Rarawun*), Raluana, Ralum oder Ralun mit der Station gleichen Namens, dann gelangt man nach HerbertshUhe, der Landschaft Kabakaul und an den ostlichsten Vorsprung nach der Landschaft Birara, von der ich schon oben sagte, dass sie eine sebr alte Eingeborenen-Besiedlung ist, die einstmals den Namen fiUr die Insel Neu-Pommern gab. Genau suidlich von der suidlichsten Stelle der Blanche-Bai liegt auf einer Entfernung von etwa 10 km ein vulkanischer Kegel, der fMr die ganze Natur der Gazelle-ialbinsel von grosser Bedeutung gewesen ist, der Varzin oder Wunakukur, auch Beautemps-Beaupr6 genannt, welcher eine HUbe von 605 m erreicht. Die Nord-und Ostktiste dieses Anhbngsels der Gazelle-Halbinsel wird von einer ausgesprochenen Steilktuste gebildet; der Strand ist oft nur wenige Meter breit. Die Westktiste am Weber-Hafen dagegen hat einen Flachstrand; nordlich von diesem aber springt ein scharfes Horn in westlicher Riebtung tief in die See vor, welches von den Naumann-Bergen eingenommen wird. Ein viel ausgedehnteres Gebirge beginnt *) Wie viele ostliche Vilkerschaften, z. B. die Chinsen und Japaner, so unterscheiden auch die Bewohner der Gazelle-Halbinsel keineswegs mit der uns geliufigen Schairfe die Vokale und die Konsonanten, namentlich 1 und r, daher die oft dem Anschein nach gar nicht in Einklang zu bringende Bezeichnungsweise der Landund Ortschaften. -64 sUidlich von der Halbinsel, welche wir geschildert haben, und durchzieht die Mitte der eigentlichen Gazelle-Halbinsel, indem es sich in einem flachen Bogen nach Nordwest wendet: das Baining-Gebirge, an dessen Nordfuss Dahl ebenfalls gesammelt hat. tTber die geologisehe Beschaffenheit der Gazelle-Halbinsel sind wir heute durel Studer in seinem Bericht ilber die Gazelle-Expedition, sowie in neuster Zeit durch Danneill,*) den Arzt der Neu-Guinea-Co. in Herbertsh6he, genauer unterrichtet worden. Auf der Nordktiste, also in dem Gebiet, welches unsere Aufmerksamkeit in besonderem Masse in Anspruch nimmt, an der Blanche-Bai und den sich anschliessenden Ortschaften, erhebt sich das Land nach einem oft nur wenige Meter breitem Strande sogleich zu einer 10-15 m hohen Steilkiiste und bildet zunichst eine Terrasse, welche fur die Wohnungen der Europaer Raum bietet. Nach dem Binnenlande hin wird sie begrenzt von einer HUgelzone, die sich wiederum ziemlich schroff bis 80-100 m u. M. erhebt. In Wahrheit liegt aber keine eigentliche Bergkette vor; das Gebiet, welches als solche erscheint, ist vielmehr der durch Schluchten zer-klUiftete Absturz eines Plateaus, welches die ganze Flilche der Gazelle-Halbinsel einnimmt und auf dem der Wunakukur oder Varzin als einsamer Bergkegel aufgesetzt ist. Der Boden der Vorlandsterrasse, so wie des Hochplateaus ist nach der gegenwtirtigen Kenntnis nur aus jungvulkanischen Aufschilttungen zusammengesetzt. Man hat Bohrungen bis zu 60 m ausgefuhrt, ohne dass man dieselben durchstossen konnte und auf gewachsenen Fels traf. Die Thltigkeit der jetzt erloschenen Hauptkegel muss frtiher ausserordentlich rege gewesen sein, denn die vulkanisehen AufschUttungsmassen, die mehr als haushoch die Insel tiberdecken, kUnnen nur als Produkte derselben, wahrscheinlich nur als Auswlirflinge des Wunakukur angesehen werden. Die grosste Masse derselben ist eine feine vulkanische Asche, in welche die kleineren und grUsseren Brocken einer Augitandesitlava, angeblich auch von Bimstein eingebettet sind. Durch die Verwitterung dieser Auswtirflinge und durch die Bindung derselben mittels verrotteter Pflanzenreste ist die mehr oder minder dicke, oberfliichliche Humussebicht gebildet worden. Das lose aufgeschUttete Material kann, wie leicht ersichtlich ist, dem Einfluss der TageswNsser keinen grossen Widerstand leisten; unter der Wirkung des bewegten Wassers werden erhebliche Mengen desselben leicht fortgeftihrt. Trotz der leichten Versehiebbarkeit seiner Teile hat das Material aber doch, selbst an senkrechten WUnden eine bemerkenswerte Kohaerenz: es stutrzt bei Einschnitten nicht nach, sondern erzeugt relativ feste Wande. -65 -Diese beiden Umstiande bedingen eine sehr bemerkenswerte Gliederung des Bodens: Die oft sehr heftigen Regengelsse erzeugen Rinnsale und Baehe, welche endlich in sehr tiefen und steilwandigen Scbnitten ihren Weg finden. Ohne irgend welche Vermittlung durch allmiahliche Abfitlle sind diese Thaler mit senkrechtem Absturz gewvissermassen in das Plateau der Gazelle-Halbinsel eingesaigt. Warburg hat diese engen Schluchten sehr treffend mit dem Namen Ravinen belegt. Dureb die Natur des Aufschblttungsmateriales wird noch ein zweiter wiebtiger Charakter des Bodens bedingt. Indem unendlich viele feine und feinste Teilehen individuell getrennt neben und uber einander gelagert sind, wird eine ausserordentliche Porositlit erzeugt, die ihrerseits wieder die lebhafteste Aufsaugungsfahigkeit hervorruft. Erst sehr allmiahlich bereitet sich auf dem untersten Grunde der Asche ein Verkittungsprozess vor, indem die von den Tagewissern gelosten Substanzen in der Tiefe wieder niedergeschlagen werden. Jeder Regenguss, selbst wenn er, wie keineswegs selten, auf einmal 70-80 mm Wasser bringt, wird vom Boden wie durch einen Schwamm aufgesaugt. Die Fliissigkeit sinkt mit solcher Geschwindigkeit auf den Grund, dass selbst nach den heftigsten Gllssen der Zeitraum einer Stunde genligt, um jede Wasseransammlung vollkommen verschwinden zu machen. In dieser Erseheinung liegt auch die Ursache, dass jeder Versuch, auf dem Plateau durch das Graben von Brunnen Wasser zu erlangen, vollig aussiehtslos ist. Das Wasser sinkt mit grisster Gesciwindigkeit bis zur Tiefe des Meeresspiegels und deshalb gelingt es am Strande sebr leicit, durch die Aushebung des Sandes bis zu geringer Tiefe auf das Grundwasser zu kommen und suisses Wasser zu erhalten, welches die Eingeborenen fur filtriertes Seewasser ansehen. Bei einer so hochgradigen Porositiat des Bodens kann von einem langandauernden Bestande oder einem kontinuierlichen Flusse der Wasserrinnsale keine Rede sein; bald nach jedem Regenfalle liosen sie sich zuerst in eine Reihe hinter einander gelegener TUmpel auf, um endlich ganz zu versiegen. Auch Quellen gehoren zu den seltensten Erscheinungen und sind wahrscheinlich nur an den Orten vorhanden, an welchen der oben erwiihnte Verkittungsprozess der Aufschlittungsmassen schon ein umfangreicheres Mass gewonnen hat, oder an welchen feste Lava ansteht, wie z. B. unterhalb des Gipfels des Wunakukurs. Den geologischen und meteorologischen Verhbiltnissen entsprechend gliedert sich auch die Vegetation in versehiedene Formationen. In der Niihe der See finden wir eine ausgepriigte Strandflora. Da an den untersuchten Gebieten die Steilkiiste mit schmalem Strande vorherrscht, so ist auf der Gazelle-Halbinsel die Mangroveformation nicht uberall entwickelt. Dafuir tritt sie aber an den flacheren Ktisten der Inseln der This content downloaded from 195.34.79.176 on Sat, 14 Jun 2014 07:00:20 AM All use subject to JSTOR Terms and Conditions -66 Neu-Lauenburg-Gruppe, am Strande von Kerawara und Mioko typisch auf und wird durch Bruguiera gymnorrhiza, Rhizophora mucronata gebildet; auf dem tUbergangsgebiet, dem Rand der Strandflora nehmen dann Heritiera littoralis, Cerbera lactaria, Excoecaria Agallocha, Hernandia peltata ihren Platz. Die weitere Strandflora wird zunaichst durch folgende Holzgewiachse zusammengesetzt: Calophyllum Inophyllum, Colubrina asiatica, Caesalpinia Nuga und C. Bonducella, Pterocarpus indicus, Afzelia bijuga, Pongamia glabra, Inocarpus edulis, Erythrina indica und die alles durchflechtende Liane Derris uliginosa; dazu treten ferner Terminalia Catappa, Pometia pinnata (welche die sehr geschiitzten, unter dem Namen Ataun bekannten Frtichte liefert), Cordia subcordata mit ihren schunen Blten und wertvollem Nutzholze, Bikkia grandiflora durch die grossen und wie bei Guettarda speciosa wohlriechenden Bliiten ausgezeichnet, die grossbliitige Malvaceae Thespesia macrophylla und Hibiscus tiliaceus, Premna integrifolia, Casuarina equisetifolia, Tournefortia argentea, saimtlich durch ihre ausserordentlich weite, zum Teil sich noch viel weiter nach Polynesien erstreckende Verbreitung ausgezeichnet. Von krautigen Pflanzen erseheint zuniacchst massenhaft die Allerweltsstrandpflanze der Tropen, Ipomaea pes caprae, ausser ihr aber Adenostemma viscosum, Boerhaavia diffusa, Bidens pilosa, Siegesbeckia orientalis, Scaevola novo-guineensis, Euphorbia Atoto, Calonyction grandiflorum und die alle Striaucher umrankende Cassytha filiformis. Die zweite Formation ist die der reich bewaldeten Ravinen. In ihnen treten zuniichst einige hohere Palmen auf, von denen sich Caryota, wahrscheinlich C. Rumphii und Areca jobiensis durch Grdsse aulszeichnen, dazu kommt der schlanke zierliche Pipturus incanus, ferner Goniothalamus uniovulatus, Evodia tetragona, Dysoxylon Kunthianum und D. amooroides, Hearnia sapindina, Melia Azedarach, Ficus-Arten, Macaranga tanarius und M. densiflora, Endospermum formicarum, Lophopyxis pentaptera, Leea macropus, Elaeocarpus Parkinsonii, Octomeles moluccana, Clerodendron fallax und C. Novae Pommeraniae, Gardenia Hansemannii. An den Biumen klimmen mannigfaltige Araceae, Asclepiadaceae(Dischidia, Gongronema membranifolium)Vitaceae,Mucuna und andere Pflanzen empor. Der Wald ist nirgends ausserordentlich dicht, so dass er an vielen Orten, besonders an den Ratndern der durchgeschlagenen Wege einer Grasflora ihren Bestand gewahrt, welche hauptsachlich aus breitblittrigen, zum Teil ansebnlichen Formen zusammengesetzt wird (Polytoca macrophylla, Panicum sulcatum, Centotheca lappacea); aber auch zahlreiche Unterholzgestriiuche und Waldkraiuter werden gefunden, wie Costus speciosus, Pollia sorzogonensis, Laportea sessiliflora, Maesa, Macaranga Schleinitziana, Desmodium dependens, Solanum Dunalianum, Hemigraphis reptans. Mit ihnen mischen sich This content downloaded from 195.34.79.176 on Sat, 14 Jun 2014 07:00:20 AM All use subject to JSTOR Terms and Conditions -67schon nicht selten diejenigen weitverbreiteten, niederen Holzgewiiehse, welche an allen vom Primiarwalde befreiten und sich dann selbst uberlassenen Orten auftreten und den sogenannten Sekundiirwald bilden. Zu ihnen gehoren ausser den oben erwiihnten iusserst hiaufigen Mallotus und Pipturus, die in der Tracht ahnliche Trema amboinensis, Solanum verbascifolium, Laportea crenulata u. a., zwischen denen sich Ruibus moluiecanus in oft sehr wenig angenebmer Weise bemerkbar macht. Auf dem Hochplateau tritt die Alang-Alang-Formation in besonderer Ausdehniug auf, eine echt xerophytische Vegetation, welche darauf hinweist, dass der Wasservorrat in keiner Uberma'ssigen Fulle den Wurzeln zll gebote steht. An vielen Stellen wird sie durchsetzt von den eingestreuten Stiimmen der Albizzia procera, welche von weitem in diesen Gebieten den Eindruck hervorruft, als ob sie von einem lockeren Waldbestande bedeckt wiaren. Die wichtigsten Elemente iln dieser Formation sind Hochgriiser, neben dem Alang-Alanggrase im engeren Sinne des Wortes, der Imperata cylindrica, treten hauptsibchlich auf Apluda mutica, Andropogon australis und Pennisetum macrostachyum. Eingewirkt sind in das Grasfeld die auch sonst mit den Gramineen regelma'ssig vergesellsehafteten Leguminosen Cassia mimosoides, Uraria lagopodioides, Crotalaria alata und C. biflora, Glycine javanica, Desmodium latifolium, sowie einige Compositen aus der Gattung Blumea, Euphorbia serrulata und Oxalis stricta. Eine sebr bemerkenswerte Erseheinung ist die Thatsache, dass die Alang-Alangformation nicht blos die flache Hochebene und ibre HUgelziige bedeckt, sondern sich auch an den Vulkanen der Kraterhalbinsel, an einzelnen Abhuingen bis auf den Gipfel, wie an der Mutter, heraufzieht; auch Warbu rg fand an der Nord-Tochter die gleiche Vegetation, mit den Grasflachen weebselten in den Sehluchten Waldvegetation mit ausserordentlich reichen Farrnbestainden. Hier wie an vielen Orten des Hochplateaus oberhalb Ralums ist allerdings die ursprtingliche Vegetation schon in weiter Ausdehnung der Kultur von Nutzpflanzen gewichen. Namentlicli finden sich auf der Nord-Tochter streifenweise bis zum Gipfel grosse Bananenfelder, deren Zugang hiiufig durch ein dichtes Gehege von Saceharum spontaneum umgrenzt wird. Die Eingeborenen bauen neben diesen hauptsachlich Bataten und Taro und in diesen Feldern bat sich die reiche Ruderalflora des Ustlichen malayisehen Archipels eingestellt, die aus Cyperus longus, C. -68 -Die Eingeborenen sind grosse Blumenfreunde, sie kultivieren deshalb in ibren G'arten eine grosse Anzahl von duftenden, schUn bluhenden und mit bunten Blattern versehenen Pflanzen, deren abgebrochene Zweige mit Bliittern sie als Schmuck ihres Kiorpers und als Parfum vielfach verwenden. Zu diesen Gewlicbsen, deren Anzucht weit tiber den Archipel und Polynesien verbreitet ist, gehUren viele Arten, ilber deren Heirmat wir noch keineswegs endgiltig aufgekliart sind, wie z. B. die buntbl'attrigen Formen der Cordyline terminalis, Evodia hortensis und ihre Varietiiten mit einfachen und geschlitzten Bl'attern, Eranthemum pacificum, Justicia Gendarussa, Graptophyllum pictum, Codiaeum variegatum und das iusserst angenehm duftende Ocimum sanctum, sowie das kampherartig riechende 0. canum, die buntbl'attrigen Plectranthus-, Acalyphaund Amarantus-Arten u. s. w. Die Eingeborenen tragen Bllschel dieser Pflanzen zumal bei festlichen Angelegenheiten, aber auch sonst in ihren Armringen, am Nacken, sowie auf dem RUcken in den Lendenschurz gesteckt. Nicht minder finden sie Anwendung bei der Anfertigung der zu den mysteriosen Festen gebrauchten Duck-Duck-Maskerade. In den GlErten der Plantagenbesitzer aber befinden sich heute eine grosse Auswahl von auswArts eingefuhrter Nutz-und Zierpflanzen. Ausser den schon erwilhnten, Kaffee und Baumwolle, werden die bekannten Anona-Arten, der Soursopund Custard-Apfel (A. squamosa und A. muricata), Grenadilla (Passiflora quadrangularis) Papaya (Carica Papaya), von den Eingeborenen merkwulrdigerweise Tabak genaunt, gute Mango (Mangifera indica) und Orangen gebaut. Von Zierpflanzen werden erwiahlnt Sambac (Jasminum Sambac), Plumiera rubra, Bignoniaceae nicht bestimmter Arten, das prachtvolle afrikanische Clerodendron Thompsonae. Diese kurze tIbersicht moge gentigen, um eine zusammenhilagende Vorstellung von den Vegetationsverhbiltnissen auf einem beschriinkteren Gebiete von Neu-Pommern zu geben. Wir konnen mit Sicherheit behaupten, dass auf den noch nicht bekannten Teilen der Insel dieselben Formen in ihrer grUssten Mehrzahl wiederkehren mltssen. Namentlich die Strandpflanzen und der Bestand des sekundaren Waldes haben in diesen Gegenden eine ausserordentlich weite Verbreitung. Damit siclh nun auch weniger fachmiinnisch gesehulte Beobachter leichter mit diesem Teile der Flora bekannt machen konnen, habe ich im Auftrage des Direktoriums des kUniglichen botanischen Gartens und Museums diese Flora zusammengestellt. Der grUsste Teil der Pflanzen wird fur sich getrennt im Herbar aufbewahrt bleiben, damit ein jeder, welcher einmal Neu-Pommern oder auch die angrenzenden LiEnder besuchen wird, schon in Berlin imstande ist, sich an der Hand der Flora und dieses Teiles This content downloaded from 195.34.79.176 on Sat, 14 Jun 2014 07:00:20 AM All use subject to JSTOR Terms and Conditions *) Die bisher fur das spezielle Gebiet noch nicht konstatierten Arten sind mit einem t bezeichnet. Abgesehen von in der Litteratur hie und da verstreuten Standortsangaben kommen hier hauptsachlich folgende Schriften in betracht: Zanardini, Phyceae Papuanae in Nuov. Giorn. Bot. Ital. 1878; Schumanun und Holirung nDie Flora von K. Wilhelms Land'; Beiheft z. d. Nachr. iiber K. Wilh. Land u. den Bismarck Archipel (Algen von Grunow); F. Heydrich, Beitr. z. Kenntn. der Algenfl. von K. Wilh. Land (Deutsch Neu-Guinea) in Bericht. der Deutschen Bot. Gesellsch. 1892. Bd. X. H. 8. In zweiter Linie ist auch Sonder, Algen des tropischen Australiens zu berilcksichtigen. -70 -Klasse Schizophyceae-Cyanophyceae. t Lyngbya aesttarii (JUrg.) Liebm. in Kroy. Tidskr. -Oscillatoria aestuarii Juirg. Aig. Dec. VIII, No. 2. Uberall verbreitet im SUiss-und Salzwasser. t Microchaete vitiensis Asken. Gazelle p. 2. t. 2. Epiphytisch auf Cladophora und Acetabularia. Bekannt von den Fidji-und Samoa-Inseln. Goniotrichum elegans (Chauv.) Le Jol. Alg. mar. Cherbg. p. 103. -Bangia elegans Cbauv. Alg. Norm. No. 159. Epiphytisch auf Hypnea. Ziemlich weit verbreitet, hauptsichlich in wairmeren Meeren, aber auch in Nord-und Ostsee. Klasse Chlorophyceae. Familie Ulvaceae. Enteromorpha lingulata J. Ag. Alg. Syst. III. Abt. p. 143. Bekannt aus dem Atlantisehen Ocean, aus Australien. Die Art wird zusammen mit E. crinita (Roth) J. Ag., von welcher sie wohl kaum zu trennen ist, vermutlich in fast allen Meeren verbreit.et sein. Familie Cladophoraceae. Cladophora (Aegagr.) patentiramea (Mont.) Kg.? -Conferva patentiramea Mont. Prodr. Phyc. antarct. p. 15. Verbreitet im sudlichen stillen Ozean. Das sehr kleine Fragment gestattete keine absolut sichere Bestimmung. Familie Caulerpaceae. Caulerpa Freycinetti Ag. Spec. Alg. p. 446 (ind. Caulerpa Boryana J. Ag.). Verbreitet im indischen und im siidlichen und mittleren stillen Ozean. C. cupressoides (Vahl) Ag. -Fucus cupressoides Vahl in Skrivt. af Nat. Hist. Selsk. II. p. 38. Verbreitet in West-Indien, Neu-Guinea (Gazelle). Die Bestimmung dieser Alge verdanke ich der Freundlichkeit von Mad. A. Weber-van Bosse. t C. sedoides (R. Br.) Ag. -Fucus sedoides R. Br. msc. Turn. Hist. fuc. t. 172. Verbreitet im stidlichen stillen Ocean. -71 -Familie Codiaceae. Avrainvillea papuana (Zan.) Murray, Gen. Avrainvillea in Journ. of Botany. 1889. -Chloroplegma papuanum Zan. Phyc. papuan. Bekannt aus dem studlichen und mittleren stillen Ozean. Die vorliegenden Exemplare sind ziemlich lang gestielt und bieten dadurch im Habitus Abhnlichkeit mit A. longicaulis (Kg) Murray resp. A. Mazei Murray,.mit welchen sie aber in der inneren Structur nicht Ubereinstimmen. Diese entspricht dagegen vollig derjenigen von A. papuana. Vielleicht ist die LUnge des Stieles bei dieser Art sehr wechselnd, vielleieht liegt hier aber auch eine gute Variet'at vor. Halimeda opuntia (L.) Lamx. -Corallina opuntia L. Syst. Nat. Ed. XII. p. 1304. 'tberall verbreitet in den wiarmeren Meeren. H. papyracea Zanard. in Regensb. Flora. 1851. p. 37. Bekaunt aus dem indischen, dem sudlichen und mittleren stillen Ozean. H. macroloba Dene. Corall. p. 91. Ziemlich verbreitet im indischen und siidlichen wie mittleren stillen Ocean. Familie Valoniaceae. t Valonia ventricosa J. Ag. Alg. Syst. V. Abt. p. 101. -Valonia ovalis Crn. in Maz6 et Schramm, Aig. de Guadel. Verbreitung: West-Indien, Samoa-Inseln. Die Art steht der V. Forbesii Harv. nahe, von welcher sie sich durch das Feblen eines Stieles und die fast kugelrunde Form unterscheidet. Familie Dasycladaceae. Acetabularia dentata Solms, Monogr. of Acetabularieae in Transact. Lin. Soc. 1895. Vol. V. part 1. p. 23. Bekannt von Neu-Guinea, Celebes, Flores. Die Pflanze lag mir in verschiedenen Entwickelungsstadien vor; sowohl die Beschreibting von S ol m s als auch ein mir von Frau Web e rvan Bosse gutigst zur Verfilgung gestelltes authentisches Exemplar von A. dentata stimmen im aligemeinen gut mit der vorliegenden Alge. Einige Abweichungen scheinen mir zu geringfiigig, um eine besondere Varietiat oder Form darauf zu begriinden. Diese kleinen Unterschiede sind folgende: Ziemlich dicke Membran, Solms bezeichnet dieselbe als "very delicate" -; stipes niclt tiber 1 cm lang, wodurch die Pflanze weniger zierlich aussieht, -Solms giebt dem stipes eine Linge bis zu 2 cm -; radii 25-30, -bei Solms 30-40 -. Die t Liagora elongata Zanard. in Regensb. Flora. 1851. p. 35. Bekannt aus dem roten Meere sowie von den Hapai-Inseln im suidlichen stillen Ozean (Grunow Alg. Fidji-Ins.). Familie Chaetangiaceae. t Actinotrichia rigida (Lamx.) Dcne. -Galaxaura rigida Lamx. Polyp. flex. p. 265. t. 8. F. 4. Verbreitet iim indischen sowie im stillen Ozean. t Galaxaura rugosa (Sol.) Lamx. -Corallina rugosa Sol. in Ellis, Zooph. 115. t. 22. F. 3. Verbreitet im wiirmeren atlantischen und stillen Ozean (sowie im indischen Ozean?). G. lapidesoens (Sol.) Lamx. -Corallina lapidescens Sol. in Ellis, Zooph. p. 112. t. 21. Fig. g. t. 22. Fig. 9. Verbreitet im wiirmeren atlantischen, im indischen und stillen Ozean. Familie Sphaerococcaceae. t Gracilaria dumosa Harv. Friendl. Isl. Alg. No. 37. -KEtzing, Tab. phyc. XIX, t. 21. Verbreitulng: Suidlicher stiller Ozean (Freundschaftsinseln). t Hypnea pannosa J. Ag. Aig. Liebm. p. 14. Verbreitung: Busen von Mexiko, siidlicher und mittlerer stiller Ozean. Familie Rhodymeniaceae. t Champia compressa Harv. Gen. South. Africa Plants p. 402. Verbreitung: Cap. d. g. H., Ceylon, sudlicher stiller Ozean. Vereinzelte kleine Fragmente! t Chrysymenia conorescens J. Ag. Alg. Syst. IV. Abt. p. 48. Aus Ost-Australien bekannt. Das Material war zu fragmentariscb, um bezulglich der Species sicher bestimmt werden zu konnen. Grunow in Schum. u. Hollr. 1. c. beschreibt eine Chr. Kaernbachii n. sp. aus N. Guinea, welche der Ch. concrescens nahe steht. -74 -Familie Grateloupiaceae. Halymenia Durvillei Bory, Voy. Coq. No. 69. t. 15. Verbreitet im indischen und slidlichen wie mittleren stillen Ozean. Ich folge Grunow und ziehe H. formosa Harv. und H. ceylanica Harv. als Varietaiten zu obiger Art. Familie Corallinaceae. t Amphiroa cuspidata (Ell. et Sol.) Lamx. -Corallina cuspidata Ell. et Sol. p. 124. t. 21. Verbreitung: West-Indien. Die Art duirfte wohl nur eine Varietiat der in den wiarmeren Meeren verbreiteten A. fragilissirma (L.) Lamx sein. Unterabteilung Eumycetes (Fungi). Bearbeitet von P. Hennings. Klasse Basidiomycetes. Familie Auriculariaceae. Auricularia delicata (Fr.) P. Henn. in Engl. bot. Jahrb. XVIII, p. 24. Bei Ralum auf Holz. (Dahl, Juni 1896.) Uberall in den Tropen an Stiimmen und auf Holz verbreitet, durch obrmuschelartige, gallertige, auf der Innenseite notzaderige, rasig wachsende Fruchtkorper ausgezeichnet. Von den Eingeborenen des malayisehen Archipels, sowie von den Chinesen gegessen. Familie Tremellaceae. Tremella Dahliana P. Henn. n. sp.*) Bei Ralum im oberen Lowon auf trockenem Holze, bildet lappige, bis 10 cm grosse, rotbraune, anfgeblasen-gewundene Gallertmassen. -(Dabh, 31. Januar 1896.) Familie Dacryomycetaceae. Guepinia fissa Berk. Fuing. Brit. Mus. p. 383 t. XII f. 15. Cap Gazelle im Hochwald bei Birara point an Staimmen. (Lauterbacb, 25. Mai 1890.) Kleine, kaum 1 cm hohe, unten filzig behaarte, oben fast breitspatelformige, orangenrote Keulen. In den Tropen verbreitet. *) Die nenen Arten werden gleichzeitig in Engler's botan. Jahrbiichern 1898 ver6ffentlicht. This content downloaded from 195.34.79.176 on Sat, 14 Jun 2014 07:00:20 AM All use subject to JSTOR Terms and Conditions Guepinia ralumensis P. Henn. n. sp.*) Bei Ralum auf faulendem Holze. (Dahl, Juni 1896.) Zerstreut wachsende, bis 11/2 cm hohe Pilze, von gallertiger Beschaffenheit, mit rundlichen, graufilzigen Stielen und gelbroten, spatel-f6rmigen, an der Spitze gabelfrmig eingeschnittenen Keulen. Familie Thelephoraceae. Stereum lobatum Fries Epier. p. 547. Bei Ralum auf faulendem Holze. (Dahl, 7. Februar 1897.) Rasig wachsenide, halbirt hutfdrmige, lederartige, bis 12 cm breite, oberseits brauirie, gezonte, uinterseits blasse Pilze, die an Baumstimmen und an Holz in allen Tropenlandern verbreitet sind. Thelephora caperata Berk. et Mont., Cent. VI. No. 99. Im Hochwald bei Birara point am Cap Gazelle an altem flolze. (Lauterbach, 25. Mai 1890, N. 56.) Trichterformige, gestielte, lederig-hbiutige, oberseits graubraune, im Centrum behaarte Pilze, mit eingeschnittenem oder gefurclitem Rande, uiiterseits runzelig, blass, bis 10 cm hoch und breit. In alien Tropenliandern an Baumst'ammen verbreitet. Thelephora ralumensis P. Henn. n. sp.*) Hut dtnnhAutig, fast papierartig, nierenf6rmig oder trichterftrmig, strablenformig gestreift, glatt, weiss, 3-4 cm im Durchmesser; am Rande lappig eingeschnitten und geziihnelt, mit excentrisehem, ca. 1 bis 1 /2 cm lanogem, blassen Stiel. Bei Ralum, im oberen Lowon an Waldwegen, auf Holz. (Dahli.) Familie Clavariaceae. Lachnocladium cladonioides P. Henn. n. sp.*) Etwa 2 cm hoher, korallenartig-gabelig verzweigter Pilz von hellbrauner Flirbung mit stumpfen oder an der Spitze kammformigen Zweigen. Bei Wuna marita auf dem Erdboden. (Dabl, 11. Mairz 1897). Lachnocladium ralumense P. Henn.*) Fruebtk6rper gabelig oder melhrfach verzweigt, weiss. 3-4 cm lioch. Zweige meist rundlich, an der Spitze kurzgabelig oder kammfoirmig eingeschnitten. Bei Ralum auf Erdboden. (Dahl, 7. Februar 1897.) Lachnocladium subpteruloides P. Henn. n. sp.*) Fruchtkorper dicht rasig, korallenartig stark verzweigt, ockergelb, 7-9 cm hoch, fllzig, mit wiederholter gabeliger Verzweigung. Zweige sehr dunn, an der Spitze pfriemenformig-spitz, sparrig. Im Walde bei Kabakaul. (Dahl, 27. Februar 1897.) *) Vgl. S. 74. 6 This content downloaded from 195.34.79.176 on Sat, 14 Jun 2014 07:00:20 AM All use subject to JSTOR Terms and Conditions 76 -Lachnocladium Englerianum P. Henn. n. sp. *) in Engl. u. Prantl, Natuirl. Pflanzenf. I . 1. Fig. 73. F-H . Fruchtk'orper fast lederartig, 15-20 cm hoch, braun, weichfilzig, mit fast holzartigem, rundlichem, bis 7 cm langem, 11/2-2 cm dickem, glattem Stiel, aus dem wiederholt gabelig verzweigte, rundliche Aeste hervorgehen, die an der Spitze meist pfriemlich sind. Bei Ralum auf Holz. (Dahl, 29. September 93.) Ausserdem von Celebes bekannt. Familie Polyporaceae. Fomes Dahlii P. Henn. n. sp.*) Zimmetfarbig, Hut hufformig, hart, korkig, concentrisch gefurelit, mit schwach-gliinzender oder bereifter Kruste, 3-5 cm im Durebmesser, innen blass mit zimmetfarbigen Poren. Ralum an Baumstaimmen. (Dahl.) Fomes pectinatus Klotzsch in Linn. VIII. p. 485. Hut dreieckig, korkig-holzig, oberseits concentrisch gefurelit, filzig, schmutzig-oder ockerbraun mit kleinen, stumpfen, gelblichen Poren, 2-5 cm im Durchmesser, fast in allen tropischen und subtropischen Gebieten verbreitet. Bei Ralum, in einer Thalschlucht an Staimmen. (Lauterbach, 24. Mai 1890. No. 245.) Polyporus dichrous Fries Syst. Myc. I. p. 364. Hut dunn, zahfleischig, oft krustenftrmig, weich, weiss, seidenhaarig, mit kleinen, kurzen, rundlichen, zimmetfarbigen Poren Ueberall auf der Erde, auch in Deutschland verbreitet. Bei Ralum an Holz. (Dahl.) Polyporus arcularius (Batsch) Fries Syst. Myc. I. p. 342. Hut centralgestielt, zaih lederartig, ohne Zonen, braunscluppig, spatter kabl, 1 21/2 cm breit, gelblich mit schwarzlichem Rande. Stiel kurz, schuppig, graubraun. Poren rhombisch, weisslich, spNter braunlib. tberall auf Holz und Stiammen zerstreut, auch in Deutschland. Bei Ralum auf Holz. (Dabl, Juni 1896.) Polystictus Personii Fries in Cooke, Praec. No. 850. Hfute meist dacbziegelformig; oft muschelformig oder nierenf'6rmig, lederartig, uber 10 cm breit, undeutlich gezont, blutrot oder braunrot, verbleichend, meist mit weissem Rand. Poren oft labyrinthformig, lederfarben. In allen TropenlAndern gemein. Bei Ralum auf Holz. (Dahl, Juni 1896). Polystictus occidentalis (Klotzsch) Sace. Syll. VI. p. 274. Hfute lederartig, halbiert-hutfdrmig, filzig, concentrisch gefurcht; *) Vgl. S. 74. This content downloaded from 195.34.79.176 on Sat, 14 Jun 2014 07:00:20 AM All use subject to JSTOR Terms and Conditions -77 gelbbraun, 5-15 cm breit, mit gelbbraulnen, rundlichen Poren. An Banmst'ammen in allen Tropenlandern gemein. Bei Ralum auf Holz. (Dabl, Juni 1896.) Polystictus hirsutus Fries, Syst. Mye. L. p. 367. Hut halbkreisrund, flach, 5-10 cm breit, korkig-lederartig, steifhaarig-gezont und konzentrisch gefuircht, weisslich-gelb oder grauweisslich mit runden, weisslichen Poren. Rasig an alten Baumstaimmen in allen Gebieten der Erde verbreitet. Bei Ralum auf Holz. (Dahl, Juni 1896.) Polystictus Dahlianus P. Henn. n. sp.*) Hut dunn, lederartig, starr, lialbkreisrund oder faicherfUrmig, uingestielt, umbrabraun, etwas runzelig, seidig glainzend, 2-3 cm breit und lang, Hutsubstanz weiss, faserig. Poren kurz, klein, rundlicb. Bei Ralum an St'ammen. (Dabl, Juni 1896.) Polystictus flabelliformis Klotzsch in Linn. 1833. p. 483. Hut lederartig, dunn, fbcherfirmig, flach, braun, mit graufilzigen, spater kahlen Zonen, seitlich gestielt, mit kleinen, rundlichen, blassen Poren. t}berall in den Tropen an Stitmmen gemein. Bei Birara am Cap Gazelle im Walde an St'ammen. (Lauterbach, 25. Mai 1891.) Trametes elegans (Spr.) Fries, Epicr. p. 492. Mit halbkreisformigem, lederartigem, weissem, 7-12 cm breitem Hut der mit schildfo&rmiger Basis angewachsen ist. In den Tropen verbreitet. Ralum an Holz. (Dahl, Juni 1896.) Hexagonia Wightii Klotzsch in Linn. VII. p. 200. t. 10. Hut lederartig, halbkreisrund, ungestielt, flach, ungezont, schwarzbraun, mit schwarzlichen Fasern bedeckt, etwa 10 cm breit, 5-7 cm lang, unterseits mit wabenf'ormigen, weiten, seebseckigen Poren. In Ost-Indien, auf Ceylon, Luzon, Neu-Guinea an Baumstimmen. Im Walde bei Ralum. (Lauterbacb, No. 1607, 20. Mai 1890.) Laschia Lauterbachii P. Henn. in Engl. bot. Jahrb. XVIII. 3. p. 33. HUte fleisehig-gallertig, gewolbt, etwas runzelig, 2-5 mm breit mit zentralem, borstenf'ormigem, gekrilmmtem, bis 4 cm langem Stiel, unterseits mit rundlich sechseckigen, gelblichen Poren. Im Hochwalde am Kap Gazelle bei Birara point an Baumstiumpfen. (Lauterbach, No. 264, 25. Mai 1890.) *) Vgl. S. 74. 6* This content downloaded from 195.34.79.176 on Sat, 14 Jun 2014 07:00:20 AM All use subject to JSTOR Terms and Conditions -78 -Familie Agaricaceae. Schizophyllum alneum (Lin.) Schrot. Pilze Schles. I. p. 553. Halbkreisformige oder faicherformige, flache, am Rande eingeschnittene und gelappte, ungestielte, oberseits gratiweissliche, weisszottige, 1-3 cm breite HUte, mit grauen oder graubraunen, gespaltenen Lamellen. Ieerdenweise an Baumasten und Stammen, auch an Holz in allen Gebieten der Erde verbreitet. Bei Ralum an Zweigen. (Dahl, 16. Jan. 1896.) Lentinus novo-pommeranus P. Henn. n. sp.*) Hut hitutiglederartig, trichterf irmig, oberseits strablenf%rmig geftirclit, umbrabraun, weichilaarig mit schwArzlichen Flecken, in denen kleine filzige Warzen stehen, am Rande ungeteilt, dunn, 6-8 cm breit, zentralgestielt, mit angewachsenen, nicht herablaufenden, 5-6 mm breiten Lamellen. Bei Ralum im Hochwalde auf Holz. (Dabl, 26. August 1896.) Marasmius novo-pommeranus P. Heni, in Engl. bot. Jahrb. XVIII. Beibl. 44. p. 35. Hut dunnhiautig, gewiolbt, dann ausgebreitet, im Zentrum genabelt, oberseits strahlig gefaltet, weisslich 2-5 cm breit mit zeintralem, diunnem, glattem Stiel und entfernt stehenden, freien blassen, oft adrig verbundenen Lamellen. Im Hochwalde bei Birara point am Kap Gazelle an altem Holze. (Lauterbach, No. 263, 25. Mai 1890.) [arasmius Dahlii P. Henn. n sp.*) Hut hautig, exzentrisch, gewolbt, strablig gefurcht, gelbbraun, 8 bis 18 mm breit, mit exzentrischem, gekrUmmtem, ca. 1 cm langem Sticl und breit angewachsenen, hellgelblichen Lamellen. Bei Ralum auf Baumrinden. (Dahl, 1896.) Chalymotta campanulata (Lin.) Karst. Myc. Fenn. 1879. Hut dUnnfleischig, glockenflrmig 1-3 cm hoch und breit, glatt, kahl, graubraunlich mit schlankem, steifem, 6-9 cm langem, braunlichem Stiel und bauchigen, graugefleckten, spUter schwarzen Lamellen. Uberall auf Mist und gedungtem Boden verbreitet. Bei Ralum auf Pferdemist. (Dahl, 24. September 1896.) Naucoria Dahliana P. Henn. n. sp.*) Hut fast halutig, gewo'lbt, dann flach, glatt, rotbraun, 6-7 cm breit, mit zahem, etwas schuppigem, braunem, ca. 2 cm langem Stiel und gelbbraiunlichen Lamellen mit weisslicher Scbneide. Bei Ralum auf faulendem Holze im Waldpfade. (Dahl, 16. Juini 1896.) *) Vgl. S. 74. -79 -Locellina noctilucens P. Henn. D. sp.*) Hut fast hbiutig, glockenformig gewolbt, in der Mitte abgeplattet, glatt, strahlenfrrmig gestreift, kahl, weiss, ca. 11/2 cm breit, mit etwas gekrlummtem, glattem, hohlem, weissem, 11,12 cm langem Stiel, der am Grunde eine weisse, fast scheiberiformige Scheide triigt, mit blassen freien Lamellern. Der Pilz verbreitet im Dunkelir ein grrinliches Lichlt. Ralum auf einem Holzsttuck am Hause. (Dahl, 27. Mai 1894.) Volvaria ralumensis P. Henn. n. sp.s) Hut fleisehig, glockenf6rmig, in der Mitte breit gebuckelt, 5 cm breit, zimmetfarben, mit angedruckten, faserigen, grauen Schuppen bedeckt; Stiel cylindrisch, hohl, 5-8 cm lang, 4-6 cm dick, striegelig behaart, am Grunde mit weiter, zerschlitzter Scheide; Lamellen frei, fleischfarben, bauchig. Bei Ralum im Waldthal auf Erde. (Dahl.) Omphalia collybioides P. Henn. n. sp.*) Rasig auf faulendem Holz wachsend, mit 21/2-3 mm breiten, hbautigen, gewtolbteni, weissen Htiten, mit blassem, glattem, 3-4 mm langem, dutnnen Stiel, uind aDgewachsenen, fast dreieckigen Lamellen. Bei Ralum. (Dahl, 7. Februar 1897.) Omphalia ralumensis P. Henn. n. sp.*) Hiute halbkugelig-glockig, hbautig, weissgelblicb, in der Mitte niedergedruickt, strahleriftrmig gefurcht, fast gefaltet, 3-5 cm breit, mit diinnem, blassen, bis 1 cm langem Stiel rind wenigen (9-12) entfernt stehenden, herablaufenden weissen Lamellein. Bei Ralum an lebeniden Baumstiimmen. (Dahl, 28. Dezember 1896). Mycena pellucida P. Henn. n. sp.*) Sehr kleine, ca. 1-2 cm breite, dunnrbiutige, gIockenformige, gestreifte, gelbgraue Htite, mit haarformig duiinnen, bis 5 cm langen Stielen und wenigen, entfernt stehenden Lamellen. Im Waldthal bei Herbertshtobe auf faulenden, am Boden liegenden Bl'attern. (Dahl, 30. Dezember 1896.) Familie Phallaceae. Dictyophora phalloidea Desv. var. Lauterbachii E. Fisch., Neue Unters. der Phalloideen 1893. p. 32. Aus einem anfangs geschlossenen eiformigen Fruchtkorper erhebt sich ein ca. 12-15 cm larger, 21/2-3 cm dicker, weisser, cylindrischer Stiel, an dessen Grunde eine zerrissene, hautige Scheide verbleibt rund auf dessen Gipfel ein glockenfoirmiger, etwa 3 cm hoher, 21/2 cm breiter, arifangs mit olivenfarbiger, stinkender Sporenmasse bedeckter Hut sitzt. Unterhalb des Hutes huingt bis zur Basis des Stieles emn netzartiger, weiter, weisser Schleler herab. -Der Pilz verbreitet einen widerlichen Geruch und lockt dadurch besonders die Schmeissfliegen an. Die Art ist in fast allen Tropenlandern verbreitet. Bei Ralum, oberes Lowon auf dem Erdboden. (Dahl, 24.Januar1897). Echinophallus P. Henn. n. gen. -E. Lauterbachii P. Henn. in Engl. bot. Jahrb. XVIII p. 36. Neu-Pommern bei Ralum, oberes Lowon auf Erdboden (Dahl). Von dem Pilze liegen versdhiedene unentwickelte Stadien vor. Diese sind kugelig oder eifiormig, 11/2-2 cm im Durchmesser, mit pfriemenfbrmigen, stacheligen Auswiichsen bedeekt, weiss. Bei dem entwickelten Pilz ist der Stiel eylindriseh mit kurzem, kragenformigen Schleier. Der Hut ist durchbrochen netzartig und von der dunkel olivenfarbigen Sporenmasse, die einen widerwiirtigen Gestank verbreitet, bedeekt. Da nur uneutwickelte Stadien vorliegen, lisst es sich vorlitufig allerdings nicht mit Sicherheit fesstellen, ob diese zu E. Lauterbaclii gehoren, vielleicht stellt der Pilz eine besondere Art dar, die als E. Dahlii zu bezeichnen witre. Familie Lycoperdaceae. Geaster fimbriatus Fries. Syst. Myc. III. p. 16. Fruchtkorper anfangs kugelig-eifdrmig von 3-6 cm im Durchmesser. Aussere Peridie dann in 6-10 Lappen sternformig gespalten und zuriuekgesehlagen. Innere Peridie fast kugelig, gelbbraun, glatt, am Scheitel mit vorstehender, abgegrenzter, seidenfaseriger Miindung, im Innern von braunem Fasergeflecht und zahllosen braunen Sporen erfllhit. Uberall auf der Erde verbreitet. Ralum, oberes Lowon auf Erdboden. (Dabl, 31. Januar und 7. Februar 1897.) Familie Nidulariaceae. Cyathus striatus (Huds.) Hoffm. Veg. Crypt. p. 33 t. VIII, f. 3. Fruchtk'orper becherfdrmig, ca. 1 cm boch, aussen rostbraun, zottigfilzig, innen bleigrau, gestreift, mit kleinen, etwa 2 mm breiten, kreisfbrmigen, weisslichen, sameniihnlichen Sporangien erfullt. Uberall auf der Erde verbreitet. Bei Ralum auf dtirren Holzstucken. (Dahl, 18. Marz 1897.) Klasse Ascoinycetes. Familie Hypocreaceae. Corallomyces novo-pommeranus P. Henn. n. sp. Sebr kleine, verhistelte, dunkeloder weissrote, auf faulendem Holze wachsende Pilze, die an aufrechten, etwa 1-11/2 mm bohen This content downloaded from 195.34.79.176 on Sat, 14 Jun 2014 07:00:20 AM All use subject to JSTOR Terms and Conditions -81 -Zweigen kleine, bis 0,5 mm grosse, kugelige, weissliche, aus Conidien bestehenden Kopfchen tragen, wahrend seitlich die sehr kleinen, weissroten, eifo5rmigen Perithecien gehaiuft an den Zweigen stehen. Am Wunakukur. (Dahl, 28. Februar 1897). Cordiceps Xuscae P. Henn. n. sp. Aus dem Korper von Fliegen zu beiden Seiten des Fliugelansatzes wiichst je ein pfriemliches, gekrummtes, hornformiges, gelbrotes Gebilde, das 4-5 cm lang ist, hervor. Die Fliegen sitzen auf Grasbilittern. Aus dem Korper des auf Bliittern festgeklammerten Nachtscbmetterlings erheben sich zahlreiche, ca. 1 cm lange weissliche Stiele, die am Ende mit dichtstehenden, sehr kleinen, kegelfdrmigen Auswudhsen, den Perithecien bedeckt und zu einer haarformigen Spitze verlangert sind. Bisher nur aus Brasilien bekannt. Bei Ralum, oberes Lowon. (Dahl, 14. und 22. Februar 1897). Balansaea Paspali P. Henn. in Engl. bot. Jahrb. Die Ahrenspindel des Grases ist verdickt und aus derselben brechen kleine, gestielte, ca. 1 mm breite, kugelige, schwarze Kipfchen bervor, welche gekriimmte, schwarze, 1-2 mm lange Stiele besitzen. Bei Ralum auf Paspalum. (Dabl N. 210, Juni 1896.) Familie Xylariaceae. Daldinia concentrica de Not. et Ces. Der Pilz bildet an St'almmen und isten halbkugelige, schwarzkohlige, etwa 11/2-5 cm breite Fruchtkorper, die auf dem L'angsscbnitt im Innern konzentrische Zonen zeigen. Uberall auf der Erde verbreitet. Bei Ralum an Stimmen. (Lauterbach N. 1608, 20. Mai 1890; Dahl, Juni 1896.) Familie Helotiaceae. Pilocratera tricholoma (Mont.) P. Henn. in Engl. bot. Jahrb. XIV. p. 363. Gestielte, schltisselfdrmige, schon rot gefdirbte, aussen mit langen, feinen Borsten bekleidete, 1-21/2 cm breite Pilze, deren Schbissel wie der Becher einer Eicbenfrucht vertieft, innen glatt, unten mit einem /2-1 cm langen Stiele auf Holz angewachsen ist. Auf Inseln des malayischen Archipels, in Neu-Guinea, Kamerun, Togo, Brasilien verbreitet. Bei Ralum, oberes Lowon an BaumstUmmen. (Dabl, 17. Januar 1894.)
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