Vorwort der Redaktion

2007 Zeitschrift für Sprachwissenschaft  
Die Zeitschrift für Sprachwissenschaft feiert ihr 25-jähriges Jubiläum. Nachdem die dritte ordentliche Mitgliederversammlung der DGfS am 10. 03. 1981 beschlossen hatte, ein Publikationsorgan der DGfS zu schaffen, brachte die von der Mitgliederversammlung gewählte Redaktion (Winfried Boeder, Peter Eisenberg, Siegfried Kanngießer, Helmut Richter, Wolf Thümmel) 1982 den ersten Band heraus. Die aktuelle Redaktion und der Vorstand der DGfS sind der Meinung, dass dies ein Grund zum Feiern ist. Im
more » ... Feiern ist. Im Jahrgang 2007 erscheint deshalb zusätzlich das vorliegende Jubiläumsheft. Mit diesem Jubiläumsheft greifen wir ein im Geleitwort zum 1. Heft von ZS formuliertes Ziel wieder auf, nämlich "Platz [...] für fachbezogene Kontroversen" zu bieten. So widmet sich die Zeitschrift für Sprachwissenschaft in diesem Jubiläumsheft bewusst einem Thema, das Anknüpfungspunkte zu Fragestellungen von allgemeiner gesellschaftlicher Relevanz bietet. Kaum ein linguistisches Thema führte in der jüngeren Vergangenheit zu so zahlreichen Diskussionen und Verwerfungen wie die Orthographie des Deutschen. Oft genug blieben dabei gerade die strukturellen Hintergründe für die eine oder die andere Verschriftlichung einer sprachlichen Äußerung im Dunkeln. Dieses Heft soll an einigen Beispielen zeigen, wie Probleme der Rechtschreibnormierung erst durch systematische Sprachbeobachtung und -analyse definiert und zu verbesserten Lösungsvorschlägen geführt werden können. Gleichzeitig soll mit diesem Heft auch gezeigt werden, dass sich die Beschäftigung mit der Orthographie ihrerseits für Rückschlüsse auf sprachliche Strukturen und Strukturveränderungen nutzen lässt. Orthographie könnte damit vermehrt auch denjenigen linguistischen Disziplinen neue Erkenntnismöglichkeiten bieten, die sie mit dem Argument ihrer theoretischen Bedeutungslosigkeit aus ihren Betrachtungen ausschließen. In diesem Sinn eignet sich die Orthographie auch zur Verbindung von Theorie und Praxis und gliedert sich in die Bemühungen der DGfS ein, die Praxis im Blickfeld zu behalten, wie dies unlängst am Zeitschrift für Sprachwissenschaft 26 (2007), 1Ϫ2 0721Ϫ9067/2007/026Ϫ0001
doi:10.1515/zfs.2007.001 fatcat:g5likb5x2va4nk6fylz7r7wtb4