Literatur

1904 Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung  
invasioni barbariche in Italia. Con tre carte. Milano, 1901, U. Hoepli. (Collezione Storica Villari). 480 p. 4. L. M. Hartmann, Geschichte Italiens im Mittelalter. Band II Hälfte 2: Die Loslösuug Italiens vom Oriente. Mit einem Personen-und Sachregister über den 1, und 2. Band. Gotha, 1903, F. A. Perthes. 387 S. 4. L. Duchesne, Les eveches d'Italie et l'invasion Lombarde. Melanges d' archeologie et d' histoire XXIII (1903) p. 83-116. Das Buch von Villari bildet einen Teil der Geschichte
more » ... Geschichte Italiens in Einzelndarstellungen, die nach deutschem Muster von einer Anzahl einheimischer Gelehrter bearbeitet wird und worüber der Verf. einleitungsweise sich ausspricht: über den Eegionalijmus, der das Geschichtsstudium in Italien und die zahlreichen Deputazioni di Storia Patria beherscht, über die tatsächliche Zersplitterung der historischen Entwicklung, kraft deren Venedig, Genua, Florenz, Rom, Neapel ganz unabhängig von einander dem Geschichtsstudium obliegen können, dann die universalen Richtungen, die auf dem Kaisertum und dem Papsttum beruhten, was zur Folge hatte, dass die italienische Geschichte mit der deutschen, und ebenso mit der Gesamtgeschichte des Abendlandes überhaupt auf das innigste verwoben ist; es werden dadurch einer nationalen Auffassung der Dinge allerlei Schwierigkeiten bereitet. Und doch sei es notwendig dem italienischen Publikum eine von den auswärtigen oder sonst antinationalen Darstellungen unabhängige Überlieferung zu bieten. Von diesem Standpunkt aus schreibt der Verf. die Geschichte Italiens bis auf das Kaisertum Karls des Grossen, mit stetiger Berücksichtigung der Resultate jener deutschen, englischen, französischen Gelehrten, die man bei Hartmann angeführt findet und die allerdings jetzt über die meisten Ereignisse, namentlich die welthistorisch wichtigen des 8-Jahrhunderts in ziemlicher Übereinstimmung sich befinden. Hartmann erörtert in der zweiten Hälfte seines zweiten Bandes (»Drittes Buch«) zunächst die Ausbildung des langobardischen Staates: iiittheilungen SXV. 32 Brought to you by | Nanyang Technological University Authenticated Download Date | 6/17/15 5:25 AM von Farfa u. s. w. doch genug Handhaben geboten hätten. Wenn von Königsgut, Herzogsgut, der Ausbreitung des langobardischen Volkselements die Rede ist, konnte darüber wohl genauere Auskunft gegeben werden, da ja die Organisationen der fränkischen sowie der deutschen Periode zum guten Teil auf denen der Langobardenzeit beruhen, also Rückschlüsse erlaubt sind. Die Träger der italienischen Nationalität wurden, was besonders Villari gegenüber betont werden muss, die Langobarden, nicht die romanischen Bewohner Italiens. Die Langobarden haben allerdings der Sprache und den Kultureinflüssen des Landes sich anbequemt, aber sie haben doch auch letztere zugleich sich assimilirt, wie Val de Lievre schon vor mehr als zwanzig Jahren (in seiner Besprechung von H. Brunner's Rechtsgeschichte der römischen und germanischen Urkunde, Mitth. des Instituts II 464 ff.) gut auseinandergesetzt hat. Auch Hartmann führt seine Darstellung, indem er die Angriffe König Liutprands und seiner Nachfolger auf das römische TeiTitorium, die fränkische Intervention, die Anfänge des Kirchenstaates, das Ende des selbständigen Langobardenreiehes in logischer Folge eingehend behandelt, herab bis auf das Kaisertum Karls des Grossen, und schliesst diesen Teil der Geschichte Italiens mit einem Index über beide Bände ab. -Von grosser Bedeutung für das Verständnis der Revolution, welche durch die langobardische Eroberung in der kirchlichen (zugleich populären) Organisation Italiens herbeigeführt wurde, ist die neueste Abhandlung von L. Duchesne, das Gegenstück zu jener über die Bischofäitze im Ducat von Rom (Archivio della soc. Romana XV, 1892). Duchesne geht die Bischofsliste für jede einzelne Region Italiens durch, zeigt, wie sie um das Jahr 500, um 600, um 700 sich darstellt und zieht daraus seine Schlüsse. Man weiss, dass Mittelitalien am Ausgange der römisch-gotischen Periode eine grosse Anzahl von Bischofsitzen zählte, da hier jede »Stadt* einen Bischof haben wollte. Duchesne rechnet auf Mittelitalien 182 Sitze, während in Oberitalien, d. h. in den Kirchenprovinzen von Ravenna, Aquileia, Mailand die Bistümer meist einen grösseren Sprengel umfassten; es sind deren hier (Istrien eingeschlossen) 51 nachgewiesen, also für das kontinentale Italien zusammen 2 23. Im Norden haben die Langobarden, nachdem der erste Sturm vorüber war (und auch da hatte z. B. Treviso, wie Duchesne als genügend verbürgt annimmt, mit König Alboin glücklich paktirt, übte zugleich das Schisma im Dreikapitelstreit einigen Einfluss), verhältnismässig wenige Änderungen bewirkt -abgesehen von Aquileia, dessen Obedienz sieh nach der langobardischen wie nach der byzantinischen Seite hin entwickelte (was auch von anderen Bischofsitzen gilt, so von Concordia, beziehungsweise Caorle; Altinum setzte sich fort in Torcello, Oderzo in Heraclea). Brixellum blieb zerstört. Brought to you by | Nanyang Technological University Authenticated Download Date | 6/17/15 5:25 AM Neumeyer, Dr. Karl, Die gemeine Entwickelung des internationalen Privat-und Strafrechts bis Bartolus. Erstes Stück: Die Geltung der Stammesrechte in Italien. München, J. Schweitzer 1901. XII und 313 S. 8°. Indem der Verf. eine Geschichte des internationalen Privat-und Strafrechtes schreiben wollte, d. i. jener Normen, welche bei der Kollision mehrerer Rechte die Anwendung des einen oder des anderen im einzelnen Falle entscheiden, griff er bis auf jene Zeit zurück, in der die Zugehörigkeit zu einem Rechtskreise sich nicht, wie im römischen Rechte oder in .der neueren Zeit überwiegend durch räumliche Verhältnisse, sondern.durch •die Abstammung von einem Volksstamme bestimmte. Vorerst behandelt er 32» Brought to you by | Nanyang Technological University Authenticated Download Date | 6/17/15 5:25 AM
doi:10.7767/miog.1904.25.jg.497 fatcat:3zxjda3uavfahi3p6dtwfatpvi