Deonomastika von Städte-und Ländernamen aus lexikographischer Perspektive

Björn Rothstein
unpublished
The paper argues for a special lexicographic treatment of the derivates of city and country names. "Normally", proper names are not part of a dictionary, they are only considered in the encyclopedia. Therefore, their derivates should not figure in the dictionary from a semantic point of view. In Swedish and French, the derivates of those proper names turn however out to be morphologically irregular. They should therefore be part of the dictionary. The paper compares their lexicographic
more » ... icographic treatment in Swedish and French dictionaries. 1 Einleitung Die vorliegende Arbeit untersucht aus kontrastiver Perspektive die lexikographische Behandlung von Bewohnernamen zu Städten, Ländern und Kontinenten. Miteinander verglichen werden das Schwedische und das Französische. Untersucht wird, in welchen Typ von Nachschlagewerken diese Deonomastika aufzunehmen sind und wie ihre Integration im Einzelnen erfolgt. In einem ersten Schritt werden die verschiedenen Typen von Nachschlagewerken skizziert, dann sollen Eigenschaften von Eigennamen erarbeitet und anschließend ihre Derivate semantisch und morphologisch im Hinblick auf ihre lexikographische Behandlung untersucht werden. Ein empirischer Teil beschließt die Arbeit. 2 Definitionen Häufig werden Nachschlagewerke in Lexika und Wörterbücher unterteilt. Nachschlagewerke, die über die Sprache informieren, werden Wörterbücher, solche, die über die Welt, das Außersprachliche, informieren, Lexikon genannt. Wörterbücher konzentrieren sich damit auf das Wort und seine Beziehung zu anderen Wörtern, Lexika auf Individuen oder Objekte (vgl. Hausmann (1977: 13), Lara (1989: 280), Hupka (1989: 990), Engelberg/Lemnitzer (2001: 11f) und Jackson (2002: 21)). Diese intuitiv zunächst einleuchtende Unterteilung von Nachschlagewerken fällt in der Praxis jedoch oftmals unscharf aus, da die exakte Trennung zwischen Sprache und Welt schwierig, wenn nicht unmöglich ist. Beispielsweise kann eine Vielzahl von Wörtern sowohl dem Wörterbuch als auch dem Lexikon zugeordnet werden. Aspirin kann etwa als ein Warenprodukt und damit als ein Objekt oder als ein "Wort" mit der Bedeutung Kopfwehtablette aufgefasst werden. Im ersten Fall sollte es im Lexikon, im zweiten Fall im Wörterbuch stehen. Solche Unterscheidungsschwierigkeiten haben teilweise dazu geführt, die Trennung zwischen Lexikon und Wörterbuch abzulehnen. Gleichwohl ergibt sich das Problem, wie zwischen Sprach-und Sachlichkeit überhaupt sinnvoll unterschieden werden kann: um die Bedeutung des Worts Löwe angeben zu können, muss man wissen, was ein Löwe ist. Und damit wird es nötig, harte Trennlinien zwischen außersprachlichem und sprachlichem Wissen zu ziehen. Haimann (1980: 331) behauptet etwa, dass eine solche Unterscheidung nicht möglich sei und dass Wörterbücher auch Lexika seien. Dennoch haben
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