Die Taxis'sche Post und die Beförderung der Briefe Karls Y. in den Jahren 1523 bis 1525

Wilhelm Bauer
1906 Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung  
Die Regierung Karls V. brachte seinen Landen mancherlei Neues und Überraschendes. Schon Maximilian hatte vieles in die Wege geleitet, doch drangen diese Reformen meist erst unter seinen Nachfolgern völlig durch. Die Unbeständigkeit seines Geistes hatte den jungen Keimen, die sich auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens zeigten, die ihnen so nötige Ruhe nicht zu geben vermocht. Zu den treibenden Ideen einer neuen Zeit kam unter Karl noch dazu, dass sich die realen Grundlagen seiner Herrschaft
more » ... n seiner Herrschaft gegenüber denen seines Vorgängers gründlich umgestaltet hatten. War es bereits Maximilian, der die Verbindung mit den Niederlanden angebahnt hatte, so traten jetzt auch das ferne Spanien und grosse Teile Italiens durch die Gemeinsamkeit des Herrschers in einen engeren Zusammenhang miteinander. Die räumliche Ausdehnung dieses Riesenreiches eröffnete nun seinen Angehörigen unerwartete Perspektiven, stellte aber gleichzeitig den Monarchen vor gänzlich neue Aufgaben, galt es doch einen Staat zu regieren, der, die amerikanischen Besitzungen nicht miteingerechnet, in drei, ja vier völlig unverbundeue Teile zerfiel. Zwischen Spanien und die Niederlande drängte sich das feindliche Frankreich und ganz abgetrennt von den übrigen Gebieten lag unten im Süden das Königreich Neapel. Im Osten aber breiteten sich die österreichischen Erblande aus; diese selbst kein in sich abgeschlossener Komplex. Und zu alldem gesellte sich noch der Umstand, dass diese einzelnen Brought to you by | New York University Bobst Library Technical Services Authenticated Download Date | 6/24/15 10:57 PM Die Taxie'sche Poet und die Beförderung der Briefe Karls Y. etc. 1) Über die Geschichte der Taxis vgl. besondere J. J. Rübsam, Johann Baptist Taxis (als Anhang: Aus der Urzeit der Taxis*sehen Posten) Freiburg i. Br. 1889, femer die betreffenden Artikel in der Allg. Deutschen Biogr. 37 vom selben Verfasser. Ich bin diesem verdienstvollen Forscher auf dem Gebiete der Postgeschichte noch zu ganz besonderem Danke verpflichtet, da er mir durch Zusendung einer Reihe von Büchern aus der fürstl. Thum-und Taxis'schen Hofbibliothek die einschlägige in Wien leider nur spärlich vertretene Fachliteratur zugänglich machte. 2 ) Vgl. J. J. Rübsam, Postgeschichtliches aus der Zeit Maximilians I. (Archiv für Post und Télégraphié 23, 46 ff.), die oben erwähnte Literatur, jferner Osw. Redlich, Vier Poststundenpässe aus den Jahre 1496 bis 1500 (Mitt. des Instit. 12, 494 ff.) und Al. Schulte, Zu dem Poststundenpass von 1500, ebenda 20, 284 ff. Ausserdem Schulte, Gesch. des mittelalterlichen Handels und Verkehrs zwischen Westdeutschland und Italien (Leipzig 1900) Bd. 1, 503. Schulte ist hier geneigt, den Angaben einer Memminger Chronik zu folgen, wonach auf Veranlassung Maximilians bereits 1490 die Post in die Niederlande, nach Frankreich und Rom zum ersten Mal gelegt worden sei. Ob diese ersten Anfänge Von Bestand waren und für die spätere Entwicklung Bedeutung erlangten, ist jedenfalls eine noch ungelöste Frage. Brought to you by | New York University Bobst Library Technical Services Authenticated Download Date | 6/24/15 10:57 PM © O ') So findet sich in Wien, Η.-, Η.-υ. St.-Arch. Reichsreg. Bd. PP. ßl. 23' ein Mandat Maximilians an den Bischof von Trient als Statthalter Veronas von 1510 Juli 8. Augsburg, in dem es heisst: ,0b diuturna et fidelia servitia fidelis nobis dilecti Baptiste de Tassis magistri postarum et totius familie de Tassis concessimus sibi loco provisionis usu frnctnm ad beneplacitum nostrum et possessionem et bonorum, que alias fnerunt hf'redum Laurentii Capelli Veneti in Bonoleno in ilio territorio nostro Veronensí . . Ebenda Reichsreg. Bd. Y. Bl. 103 und nochmals Bl. 285 ein Schuldbrief Maximilians von 1515 Februar 9 Innsbruck (auf Bl. 103 wohl irrtümlich mit Februar 11 datirt), über 2910 Gulden 22 Kreuzer. Der Kaiser verspricht darin, (lie genannte Summe aus dem Erträgnisse der Steuer, die ihm die Reichs.-.täude auf dem künftigen Reichstage zu Freibmg bewilligen werden, oder wenn diese nicht zustande käme, innerhalb des künftigen Halbjahres »in annder we<re< bezahlen zu wollen. -) Wien, H.-, H.-u. St.-Arch. Reichsreg. Bd. QQ. Bl. 230'. 1514 Mai 22 Graz. Maximilian bittet Baptista de Taxis, er solle ihm 100 fl. leihen für seinen Sekretär Hans Acker. 3) Wien, H.-, H.-u. St.-Arch. Reichsreg. Bd. BB. 131. 22'. J ) Rübsam, Joh. Bapt. Taxis 215 fi', vgl. auch Collection des Inventaires sommaires des Archives départementales: Nord. Tomi 7, 373.
doi:10.7767/miog.1906.27.jg.436 fatcat:3rfqhm5ahbftjjpl4lgzdjaenq