Die Gefahren der Steinkohle

M. Dennstedt, L. Schaper
1912 Angewandte Chemie  
Eingeg. 2 / 8 . IBIL) 3. D i e H e u r t e i l u n g d e r S e l b u t e n t . z ii n d 1 i c Ii k e i t. I n einer friiheren Mitteilung in dieser Z.1) ist iiber die Selbstentziindliclikeit der Steinkohle, und zwar iiber die Beurteilung der Gefiihrlichkeit und den etwa beatelienden Zusammenhaqg zwischen dieaer und der chemischcn Zusammenaetzung der Kohle bvrichtet worden. Die gewonnenen Reaultate I d u r f t e n in beiden Punkten noch der Ergiinzung und mwhten dalier weitere Versuche notig. I n
more » ... Versuche notig. I n tler angezogenen Ariwit waren wir zu dem Reaultate gekommen, diiU man die Steinkohlen nacli ihrer Gefiihrliclikeit in vier KlasYen cinteilen konne, von denen zwei, niiinlicli die K l w e der grouten Gefiilirlichkeit und diejenige der grouten Sicherheit h i Transport iind Lagerung schnell und einfacli erkannt werden konnen. Zwisctien dieven twiden Klarsen hegen Kohlen von g r o b r e r oder geringerer (;efiihrlichkeit, deren Beurteilung niclit YO einfach ist, denn die fiir diese Beurteilung notigen Bestimniungen. wollei niir die Sellwtentziindlichkeit an aicli unter AUHYCI~IUU anderer die Gefiihrlichkeit etwa keeinflunsender Umstiinde maUgebend .win ~d l . waren niclit RO zuverliissig, daU man fur die gleichen Kohlen. war unliedingt verlangt werden mu& inimer k u drmnelhen Ergebnisse gelnngte. Cnter ariderem war daa Irei der friiher Lescliriebenen Metlitde, melir ah erwiinsclit. von der Art des Vorgeliem iind der Gescliicklichkeit iind t h n g des Experimentatom abhiingiy. \Vill man Kohlen auf illre Gefiihrliclikeit bei Lrtgcrung und 'rransport iicurteilen, no muU man die Priifung zuniichrrt auf die Selbntentziindlichkeit nllein, und zwar unter den dicve moglirlist fordernden Umstiinden bemliriinkcn. Diu anderen Eigemchaften, und darunter riamentlich die Hriickliclikeit, kommen emt in zweiter Link in b'rnge und werden vrut Imiin SchluUurteil bcriicksichtiyt. \Vill man also die K o h h untereinander vcrgleiclien, sie gewisclermaUen je nach ihrer Gefiihrlichkeit in eine f o r t h f e n d o Reilie ordnen, so muB man nach unseren friiherrn Erfalirungen die Kohlen ntets in Gestalt feinen, aber gleiclien l'ulvem anwenden. Da Feuchtigkeit und Niiese ebenfalls eine niclit iinwichtige Rolle spielen, so muU jede Probe kurz vnr dem Versuchc nocli einmal gleichmiiUig 1) Die Gefshren tlrr Stcinhohle von M. D e n ns t c* d t und R. 13 ii n E , di(w Z. 21, 1825 (1908). Ch. 1812 befeuchtet und erst nacli dem Einfullen in daa Versuchsrohr, wie schon friiher beechrieben wurde, im Kohleneiiurestrom getrocknet werden. Debei kenn der Gasstrom, um nicht unnotig Zeit zu verlieren, lebhafter eingestellt werden, als wir friiher angegeben haben, auch kann die Trockentemperatur die spater einzustellende Anfangstemperatur iihersteigen. Man hat h i Verwendunfi waaaerbenetzter Steinkohle auch den Vorteil, daO daa Einfullen der I'robe in die Entziindungskammer sich vie1 leichter vollzieht, und daB man nach beendetem Rillen dacl Thermometer voniehen kann, ohne deD der von dem Thermometer gebildete Kana1 durch Nachstiirzen des feinen Koltlenpulvew verschijttet w i d , aucli nicht nach dem Trocknen, d a sich dabei eine fest zusammenliiingende, grobporijse M u s e Iddet. Die fruher angegelienen Anfangstemperaturen von 136 und 1 W . und dariiber hinaus, waren ziemlich willkiirlicli gewiihlt. Da auUerdem daa Heizbad auf der einmal gewiihlten Temperatur featzuhalten war, so muUte natiirlich, wenn Knviirmung der Steinkohle iiher diem Temperatur im Innern der Entziindungskammer eintrat, eine unkontrollierbare Menge Wiirme a n die Heizfluasigkeit abgegeben werden. Sol1 daa vermieden werden, so muU man vielmehr mit dem Heizbade der Innentempratur der Steinkohle folgen; dann wird der Kohle, sobald sie die Anfanptemperatur iibemchritten hat, keine Wiirmc melir entzogen, ihr such von a u k n keine \Viirme melir zugefiilirt. Die etwa eintretende Tem-peraturerli8liung ireruht. nlno auwclilie0Iicli auf der Oxydotion der Steinkohle und gelit olino Verlust 1rarnllel d r r \Viirmeentwicklung. d. 11. der Oxydationnfuhigkeit der betreffenden Kolile. Auf dime Weiae wird die Anfangetemperatur, wenn man die Zeit, innerhalb welclier Entziindung eintritt. festlegt, der Maustab fur die Beurteilung der Selbstentziindlichkeit. Diew Zeit haben wir nach umeren Erfahrungen unter Berucksichtigung der fiir solche Kohlen, die zweifellos Rrande durcli Selbstenteiindung verursacht lintten, gefundenen Werte auf 60 Minuten featgelegt. Wir nennen dieae Temperatur, bei der eine teingepulverte, feucht eingefiillte. im Kohlenaaurestrom getrocknete Steinkolile im Saueretoffstrom in einer Stunde zum Brennen kommt, wenn man mit der Heizbadtemperatur der Innentemperatur vor- iiclitig folgt, ilire "I n i t i o I t e m p e r a t u r". Dann bleibt von den umpriingliclien Klassen niir lie Klasse 4 iibrig, namlicli die der sozusagen ~I Jjolut gefahrlosen Kohlen, die unter den noch genau 'estzustellenden Versuchsbedingungen im Saueritoffstrom sellmt h i 150' Initialtemperatur, die wir rls Grenzo angenommen Iiaben. keinerlei Tempe-,aturerhohung zeigen. Men kann als einigermauen iicher annelimen, daD solche Steinkohlen in \Virk- 329
doi:10.1002/ange.19120255102 fatcat:glbs4dntbrfwtazjfz4tda3cqu