VERHEIMATEN [chapter]

Stefanie Bürkle
2021 Am Ende der Globalisierung  
Der folgende Visual Essay thematisiert die Refiguration von Räumen anhand von Fotografien verschiedener Orte in Korea (Dogil Maeul, Seoul, Song Do), Deutschland (Dong-Xuan-Center Berlin-Lichtenberg, Berliner Innenstadt) und Italien (Venedig), an denen Menschen mit unterschiedlichen Herkünften und Biografien ihre persönlichen Raum-und Lebensvorstellungen aushandeln. Verheimatung ist der Versuch des Individuums, angesichts globaler Fliehkräfte eine Verortung von Heimat jenseits der eigenen
more » ... der eigenen geografischen Herkunft zu schaffen. Die Vorstellung von einem idealen Ort, der Heimat und Fremde verbindet, wohnt den Phänomenen von Migration und Tourismus gleichermaßen inne. Die so entstehenden Orte, Räume und Situationen sind mit Imaginationen, Idealisierungen und Wunschvorstellungen aufgeladen und nicht frei von gesellschaftlichen Konf likten. Meine Fotografien erfassen oft räumliche Randsituationen, die einen Blick hinter die Kulissen dieser Raumvorstellungen eröffnen. Die hier ausgewählten Fotografien entstanden innerhalb des Kunstprojektes »Raummigration und Tourismus« (Teilprojekt des SFB 1265 »Re-Figuration von Räumen«), das die physisch stadträumlichen Überlagerungen von Migration und Tourismus untersucht. Die Einzelbilder werden von mir zu einer Serie, zu einem fortlaufenden Bilderband angeordnet. Die Abwesenheit von Bildunterschriften ermöglicht den Betrachtenden eine Loslösung von der rein inhaltlichen Zuordnung der Bilder und macht sie selbst zu Reisenden zwischen den Orten. Indem einzelne Motive Bezug zum nächsten oder vorhergehenden Bild aufnehmen, entstehen über die Bilder hinweg neue kompositorische und inhaltliche Konnexionen. Objekte und Perspektiven verbinden die Bilder zu einer neuen visuellen Textur. Anschlüsse und Übergänge ste-
doi:10.14361/9783839454022-003 fatcat:inhl5hjo5fc2fn5yx6b3wvyfzm