Ueber die musikalischen Centren des Gehirns

W. Larionow
1899 Pflügers Archiv: European Journal of Physiology  
Wahrend der letzten 20 Jahre fingen viele Autoren 1) zu beweisen an, dass die musikalischen Fahigkeiten des Menschen ursprt~ngliche und ein 9 die F~thigkeiten der Sprache aber secund~re, mehr complicirte und sp~ter sich entwicke]nde seien. Fri]her hatte man jedoch anders gedacht. Es ist bekannt, dass viele VSgel die beste musikalische F~bigkeit zur Ans 9 ihrer Melodieen (Gesangsweisen) oder zur Wiederholung fremder Motive besitzen, alsdann nur manche VSgel, wie z. B. die Papageien, nur nach
more » ... geien, nur nach Unterrichtung die mensch]iche Sprache nachahmen k8nnen. Die wilden Hnnde und Schakale heulen nur, nach D a r w i n, lernen abe 9 im gez~hmten Zustande auch zn bellen. Das Heulen dieser entspricht dem Gesang des Menschen, aber das Dellen und Knurren de 9 a 9 Sprache. Ich beobachtete, dass manche Hunde von guter Race eine Te 9 niedriger als die gespielte :Note heulen, oder durch Heulen sogar ganze Rouladen zu machen fghig sind, als ob sie dem auf dem Clavier oder der (}eige gespielten Motiv nachsingen. Ein Affe, Gibbon, nach O w en, sang die ganze Octave hin und her. Darwin glaubte, dass die Ureltern des Menschen frt~her, als sie die Fahigkeit der articulirten Sprache erwarben, die Fahigkeit, mit der Stimme musikalische T5ne zu erzeugen, bereits besessen hi~tten. S t u m p fs) und P r e y er s) beweisen, dass bel Kindern die Fghig-1) Knssmaul, Die StSrungen der Sprache. 1877. S. 58 und folgende Autoren.
doi:10.1007/bf01661780 fatcat:hfd5shexdrbzfbe2kptyade2ie