Studien über den centralen Verlauf der vasomotorischen Nervenbahnen

Helweg
1888 Archiv für Psychiatrie und Nervenkrankheiten  
Studien VI, fiber den centralen Verlauf der vasomotorischen Nerveabahnen. VoI1 Dr. Helweg, Secuad~,rarzt der Irrenanstal~ bei Aarhus~). Phys~o]ogische Einleitung**). Wollte man schliesslich die Theile des Nervensystems zusammenstellen, deren vasomotorisehe Wirkung nachgewiesen ist, so ware das, yon oben angefangen, ein Theil tier motorischen Rindenregion ffir die Extremit~ten; der Sehhfigel ffir die Unterleibsorgane, yon fraglicher Bedeutung sind das Corpus striatum, die Corpora quadrigemina
more » ... ora quadrigemina und die Pedunculi cerebri, sicher dagegen stehen in Beziehung zum ganzen KSrper tier Seitentheil des Tegmentum und der Medulla oblongata, die Seitenstr~nge des Rfickenmarks (vielleieht zugleich die Vorderstr~nge in Beziehung zu den Unterleibsorganen), die vorderen Wurzeln (vielleicht zum Theil auch die hinteren Wurzeln) vie!e periphere cerebrospinale Nerven~ die Rami communicaates~ der Nervus sympathieus~ sowohl der Stamm wie die Ganglien und die peripheren sympathischen blerven und endlich die peripheren Ganglien in flen Gef~ssnerven. Im Folgenden will ieh versuchen~ einen anatomisehen Beitrag fiber den eentralen Verlauf der vasomotorischen Nervenfasern zu geben. *) Unter Mitwirkung des Verfassers im Auszuge naoh dem d~nischen Original bearbeitot yon Dr. Kuro]la in Owinsk. **) Schlussabsatz einor ausffihrlichen physiologischon Einleitung des Originats. (Anm des Uebers.) Studien fiber den centralen Verlauf der vasomot, iNervenbahnen. 105 lnatomie. I. Riickenmark. Als ich vor einigen Jahren damit begann, bei Sectionen das Verhalten des Rfickenmarks Geisteskranker zu untersuchen --, eine Untersuchung, die ergab, dass das Rfickenmark immer mit ergriffen war, manchmal nur geringf/igig, 5fter sehr erheblich-da wurde ich bald auf eine wohl abgegrenzte Bahn yon 5~ervcafasern aufmerksam, die mir als mSglicherweise vasomotorische auffielen. Diese Bahn findet sich im obersten Theil des Halsmarks, an der Grenze zwischen Vorder-und Seitenstrang und erscheint an mit Carmin gefarbten Schnitten als ein stark gefarbter Keil, mit der Basis nach dor Peripherie, mit der Spitze ungeflihr halbwegs gegen das Vorderhorn gekehrt. Ist der gauze Schnitt stark gefi~rbt, so ahnelt der Keil einer sklerotischen Partie, in dernur einzelne gr6bere Nervenfasern tibrig geblieben sind; nimmt man aber einen schwach gefarbtcn Schnitt zur Untersuchung, so zeigt sich, dass die Hauptmasse des Keils, das anscheinend sklerotische Bindegewebe, wie der fibrige Theil der weissen Strange in der That aus Nervenfasern besteht, nur dass sie hier yon ~nsserster Dfinne sind. --Wir wollen nun etwas n~her auf das anatomische Verhalten dieser Bahn eingehen. Die dreikantige Bahn im Halsmark, wie man sie nach ihrem Querschnitt nennen kann, ist derartig im Mark gelegen, dass sie yon hinten gleichsam gegen die vorderen Nervenwurzeln angedrfickt wird; diesen Platz behi~lt sie unweigerlich fest trotz aller Umlagerung um dieselben. Eine oder ein Paar der lateralsten Nervenwurzeln treten durch den inneren Theil der Bahn, wahrend der gr6ssere i~ussere Theil der Bahu nach aussen yon den Nervenwurzeln liegt, also mit diesem ihrem gr6ssten Theil geh6rt sie unzweifelhaft zu den Seitenstri~ngen, aber mit ihrer vordersten inneren Spitze reicht sie in das Grenzland zwischen Vorder-und Seitenstrang, das yon den Nervenwurzeln umschlossen wird*). Dies ist durchaus constant. Gleich dahinter erstreckt sich in der Regel ein starkes Septum von der Rindenschicht cinwi~rts, abet manchmal auch eine Spalte yon derselben Tiefe wie die Bahn. Ihre Form ist im Grundriss ein gleichschenkliges Dreieck mit *) Dieser kleine Abschnitt des Marks wird yon Flechsig zu den Vor-derstrEngen gerechnet.
doi:10.1007/bf01970052 fatcat:qf4kaxgydvf5hogd6snkdiafte