Endovaskuläre Versorgung rupturierter Aortenläsionen mittels Stentgraftimplantation [thesis]

Stefan Mathias Hümpfner, Universität Ulm
2016
Ziel dieser Arbeit war es, das Outcome nach stentgestützter Ausschaltung rupturierter Aortenläsionen im zwischen 1998 und 2004 am Universitätsklinikum Ulm operierten Patientengut retrospektiv zu analysieren. Das gewertete Kollektiv bildeten 73 Patienten (80,8 % männlich, Altersmedian 68 Jahre), die in die Gruppen A (lebend entlassen) und B (in der Klinik verstorben) unterteilt wurden. Die Hospitalletalität betrug 26,0 % (19/73), die primäre technische Erfolgsrate 84,9 % und die primäre
more » ... nsrate 1,4 %. Mit einer Hospitalletalität von 5,3 % war das Outcome der Patienten mit traumatischer thorakaler Aortenruptur besonders erfreulich. 51 konnten bis zum Ablauf dieses Studienprotokolls nachbe-obachtet werden. Während einer mittleren Nachbeobachtungsdauer von 54,2 ± 28,8 Monaten erlagen 7,8 % der Patienten den Folgen der überstenteten Aortenruptur. Die methodenassoziierten 1- und 5-Jahresüberlebensraten betrugen 70,9 % bzw. 67,5 %. Im Follow - up traten Endoleaks in 15,7 %, Stentverschlüsse und -infektionen in je 7,8 %, Fisteln in 9,8 % und sonstige Rupturrezidive in 2,0% der Fälle auf. Stentinfektionen und aortale (Rezidiv-) Fisteln konnten in keinem einzigen Fall dauerhaft interventionell beherrscht werden. Insgesamt ist das endovaskuläre Verfahren im Vergleich zur konventionellen Operation mit niedrigeren Frühletalitäts- und Paraplegieraten sowie mit einem leichten Vorteil im Hinblick auf das mittelfristige Gesamtüberleben assoziiert. Die Ergebnisse legen nahe, dass das endovaskuläre Verfahren zur Therapie von Patienten mit traumatischer thorakaler Aortenruptur das Mittel der ersten Wahl darstellt. Außerdem führen sie zu dem Schluss, dass es bei Patienten mit septischen Aortenrupturen oder akuten aortalen Fisteln nur als Bridgingmethode bis zur endgültigen offen-chirurgischen Versorgung angewandt werden sollte.
doi:10.18725/oparu-2078 fatcat:shjzmg2gnfhxhao65gx6nhxfpq