Heinrich Averdunk , Die Duisburger Börtschiffahrt, zugleich ein Beitrag zur Geschichte des Gewerbes in Duisburg· und des Handelsverkehrs am Niederrhein

Aloys Schulte
1905 Annalen des Historischen Vereins für den Niederrhein  
Die Duisburger Börtschiffahrt, zugleich ein Beitrag zur Geschichte des Gewerbes in Duisburg und des Handelsverkehrs am Niederrhein. (Schriften des Duisburger Museumsvereins II) Duisburg, Verlag von Joh. Ewich. 8°. 241 S. 4 Mark. In den letzten Jahren ist die Geschichte der Schiffahrt auf dem Rheine und seinen Nebenflüssen durch eine Anzahl ausgezeichneter Bücher aufgehellt worden. In erster Linie allerdings die Zeit des 19. Jahrhunderts. Hier hat Eckert (Rheinschiffahrt im 19. Jahrhundert.
more » ... . Jahrhundert. Schmoller: Staats-u. sozialwissenschaftliche Forschungen 18. Band Heft5, Leipzig 1900) in seinem ausgezeichneten Buche neben der gedruckten Literatur vor allem Mainz betreffende Akten herangezogen, während Gothein kölner und preussisches Material zufloss. Seine Darstellung: Geschichtliche Entwicklung der Rheinschiffahrt im 19. Jahrhundert in "Die Schiffahrt der deutschen Ströme" im Auftrage des Vereins für Sozialpolitik herausgegeben, Leipzig 1903, trägt alle die Vorzüge Gotheinscher Darstellungskunst. Durch diese beiden ausgezeichneten Arbeiten ist der Rahmen gegeben, in den es leicht ist, die Einzelgeschichte der Schiffahrt einzelner Orte während des 19. Jahrhunderts einzuspannen. Für die früheren Jahrhunderte bleibt allerdings noch sehr viel zu tun übrig und es gehört einiger Mut dazu, um dieses äusserst schwierige Gebiet zu betreten. Wer nicht über eine nationalökonomische Schulung verfügt, wird sich einem ungünstigen Vergleiche gegenüber Eckert und Gothein aussetzen. Besonders dringend erwünscht waren Arbeiten über die Schiffahrt auf der Rheinstrecke zwischen den beiden untersten Umschlagplätzen Köln und Dordrecht, und hier hat der verdiente Geschichtschreiber der Stadt Duisburg, Heinrich Averdunk, eingesetzt. Die Materialien des Duisburger Stadtarchivs wurden durch Berliner und Düsseldorfer glücklich ergänzt; aber auch die niederländischen Städte und Köln hätten gewiss Beiträge geliefert. Die Lage von Duisburg hatte der Stadt im Frühmittelalter eine erhebliche Bedeutung im Rheinverkehr gegeben, seit 1270 hatte der Strom sich aber einen anderen Lauf gesucht, weit westlich der Stadt, und so erreichte kein Schiff mehr die Mauern von Duisburg. Diesem Übelstand hat man erst sehr spät, erst 1828-32, als die Konkurrenz des nahen Hafens von Ruhrort äusserst stark geworden war, durch den Bau
doi:10.7788/annalen-1905-jg10 fatcat:7hgcsgyvdffrri4x4hv42p7zfi