Besprechungen

1921 Orientalistische Literaturzeitung  
Orientalistische Literatnrzeitnng 1921 Nr. 7/8. 156 folge von drei Konsonanten. Dass auch im einzelnen die Anordnung beider Bücher dieselbe ist, zeigen die erwähnten Randbemerkungen; eine Untersuchung des diwän al-adab, von dessen Handschriften leider ζ. Z. keine zugänglich ist, würde es sicher noch weiter bestätigen. So ist al-Käsgari's Abhängigkeit von al-Färäbi unzweifelhaft, um so mehr, als er selbst I 5 sagt, dass er die Namen der Bücher und der Kapitel aus der arabischen Terminologie
more » ... n Terminologie entlehnt hat. Diese formale Abhängigkeit von einem arabischen Muster, dassich der Anwendung aufs Türkische in jeder Weise widersetzte, passt gut zu der sich bei al-Käsgan allenthalben zeigenden Unfähigkeit, sich von der arabischen Sprachwissenschaft unabhängig zu machen und die seinem Gegenstand angemessene Betrachtungsweise zu finden -eine Unfähigkeit, die zwar die Benützbarkeit, aber nicht den Wert seines Buches beeinträchtigt und die ihm kaum überhaupt zum Vorwurf gemacht werden darf: hat doch auch die europäische Sprachwissenschaft sich erst sehr allmählich von dem Schema der griechisch-lateinischen Grammatik zu emanzipieren vermocht. Zum Marseiller Opfertarif Z. 20. "Von Harri flolma. Soweit mir bekannt, ist das im Marseiller Opfertarif Z. 20 vorkommende Wort JH3 immer noch unerklärt. Die Bedeutung muss etwa "abweichend von", "überschreitend" (Lidzbarski) o. ä. gewesen sein. Auch etymologisch lässt sich für diese Auffassung eine sichere Stütze gewinnen. Das Wort setzt sich nämlich m. E. aus der Präp. 3 und dem Stamm zusammen. Das letztere Element ist auf denselben Stamm zurückzuführen wie assyr.cZcisw "zuwiderhandeln" (ζ. B. Meissner-ßost, Sanherib 98,105: da-a-ai-si a-ma-ti-ia "der meinem Worte zuwiderhandelt"; IVB, 2 48,9a: "wenn der König den Sipparenser i-da-as-ma ungerecht behandelt", u. ä.), wovon dasäti, etwa Synonym von saltu "Feindseligkeit". Weitere etymologische Parallelen sind syr. ^ Pael (cum ViaxaX; vgl. die Konstruktion mit b in unserem Texte) "restitit", "se opposuit", arab. "abweichen", (JäjO> "ausgelassen, mutwillig sein", u. a. Also: p3 "zuwider", "entgegen", "abweichend von" o. ä. Die in den medizinischen Texten am Ende der einzelnen Heilungsvorschriften häufige Zeichengruppe ÄS .ES wird mit Küchler, Med., S. 69, vor allem auf Grund von II R 35, Nr. 1, Z. 15 c d, durchweg ibal(l)ut gelesen. Da jedoch der von Lutz im AJSL 36 (1919/20), S. 80 ff. veröffentlichte neubabylonische medizinische Text an den entsprechenden Stellen passim 1 i-ne-es bietet, ist AS.ES, trotzdem es II R unter Ideogrammen erscheint, phonetisch ina-es zu lesen, also als 3. ps. sg. präs. des Yerbums nehi zu fassen. Für nesu als Synonym von balätu vgl. CT 18, 5, Κ 3906, Obv. 2 = CT 18, 14, Κ 169, Ζ. 59 2 , ferner muna'isu (SAI 8740), das auffallenderweise nicht Arzt schlechthin, sondern Eselsarzt bedeutet. Besprechungen. Meinhof, Prof. D. C.: Der Wert der Phonetik für die allgemeine Sprachwissenschaft. (h2 S.) gr. 8°. Berlin, Fischer's med ßuchh und Hamburg, Kriederichsen [i918], M. 3-. Bespr. v. G. Bergsträsser, Königsberg i. Pr.
doi:10.1524/olzg.1921.24.16.78c fatcat:szlpsujkfndalfhlqa7uj6hkg4