Unraveling the potential of human chorionic gonadotropin as an approach for the treatment of multiple sclerosis using a mouse model [article]

Stefanie Ehrentraut, Anne Schumacher, Martin-Luther Universität, Universitäts- Und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt
2020
Multiple Sklerose (MS) ist eine der häufigsten neuroinflammatorischen Erkrankungen bei jungen Erwachsenen. Basierend auf vorherigen Beobachtungen kann angenommen werden, dass bei MS Patienten eine Verbesserung der Krankheitssymptome während der Schwangerschaft einhergeht. Aus diesem Grund wird ein Einfluss von Schwangerschaftshormonen auf den Krankheitsverlauf während der Schwangerschaft vermutet. Daher wurde in dieser Studie der Einfluss des humanen Choriongonadotropins (hCG), welches
more » ... ), welches immunomodulatorische Wirkungen besitzt, auf den Krankheitsverlauf im experimentellen Mausmodell für MS, der Autoimmunenzephalomyelitis (EAE), untersucht. Weibliche Myelin Oligodendrocyte Glycoprotein (MOG)-immunisierte C57BL/6J Mäuse wurden präventiv und therapeutisch mit zwei unterschiedlichen hCG Präparaten (rekombinantes hCG [rhCG] oder Urin-aufgereinigtes hCG [uhCG]) behandelt. Analysen wurden direkt zu Beginn der Erkrankung (Tag 10), während der Anfangsphase (Tag 20) und während der progressiven Phase (Tag 35) durchgeführt, wobei verschiedene immunologische Parameter im zentralen Nervensystem (ZNS), den inguinalen Lymphknoten und der Milz erhoben wurden. Die Behandlung mit rhCG veränderte den EAE-Krankheitsverlauf nicht und konnte die Th17-Zellhäufigkeit nur in der progressiven EAE-Phase (Tag 35) senken. Die Behandlung mit uhCG nach EAE Induktion führte hingegen zu signifikant weniger ausgeprägten Krankheitssymptomen an Tag 13, 16 und 20. Interessanterweise zeigten uhCG-behandelte MOG-immunisierte Tiere eine um etwa 50 % niedrigere Überlebensrate, wenn die Injektion von uhCG mit Eintreten der ersten Krankheitssymptome einherging. Während der progressiven Phase wurde nach uhCG Behandlung eine Abnahme der proinflammatorischen Th17-Zellpopulation und eine signifikante Reduktion der B17-Zellpopulation im ZNS festgestellt. Die Lymphozytenpopulationen waren jedoch zu Beginn der Erkrankung und in der Anfangsphase nach uhCG-Behandlung nicht verändert. Obwohl uhCG in der Lage war ex vivo die B17-Zellfrequenzen zu reduzieren, kann vermutet werd [...]
doi:10.25673/34167 fatcat:kddcdj2aezg7niiv5zrgvqdgci