Ueber Versuche mit Leukotropin bei der Hundestaupe

1922 Deutsche Medizinische Wochenschrift  
Die Arbeit von Bruno Mendel in Nr. 25 dieser Wochenschrift über die intravenöse Anwendung der Phenylchinolinkarbonsäure (Leukotropin) und seine speziellen Versuche bei der Hundestaupe veranlaßten mich, seine Mitteilung einer Prüfung zu unterziehen. M e n d el will bei akut-entzündlichen Prozessen durch intravenöse Leukotropininjektionen die E n t zu n d un g h e mm en, d. h. den Abwehrkampf des Organismus -jedenfalls soweit er in der Entzündung seineii Ausdruck findet -verhindern. Damit stellt
more » ... dern. Damit stellt er sich in schroffen Gegensatz zur Lehre von der "Heilentzündung". Schon aus diesem Grunde unternahm ich meine Leukotropinversuche mit einiger Skepsis; aber auch das Versagen jeder bisher geübten Therapie (auch der Serumtherapie) gegenüber der Staupe, die in etwa 50 bis 8O°/ der Fälle zum Tode führt, ließ mich nur mit geringer Hoffnung die Leukotropinbehandlung aufnehmen. Meine Versuche haben mich aber davon überzeugt, daß es mit dieser entzündungs h e mme n den Therapie tatsächlich gelingt, der Staupe wirksam zu begegnen. Bisher habe ich 25 staupekranke Hunde mit Leukotropin behandelt. Von dieseñ kamen zwei, die mir nach schon länger dauernder Krankheit moribund zugeführt wurden, ad exitum. Da die übrigen Fälle einen gleichmäßigen Verlauf nahmen, beschränke ich mich auf die Mitteilung von drei Krankengeschichten: Fall I: Airodale Terrier, etwa 4 Monate. 17
doi:10.1055/s-0028-1136183 fatcat:7rvndbm4wrfyfpu4srr7krek3u