IV. Die Desinfektion der schneidenden chirurgischen Instrumente mit Seifenspiritus

Jaq. Polak
1901 Deutsche Medizinische Wochenschrift  
Nachdem Mikulicz1) und Hanel2) den SeiÑnspiritus zur Desinfektion der Haut empfohlen hatten, lag es nahe zu untersuchen, ob dieses Mittel sich auch zur Desinfektion der schneidenden instrumente empfiehlt. Zwar leiden letztere bei dem heutzutage üblichen Kochen nur wenig, doch ist auch dies wenige für manche Operationen noch zu viel, und eben die Thatsache, dass die Nadeln für die Operation von Nachstar zwar wenig, doch noch zu viel angegriffen werden, veranlasste Herrn Prof. Straub, mich mit
more » ... Straub, mich mit der Untersuchung zu beauftragen, über deren Verlauf und Ergebnisse ich hier Mittheilung mache. Da es sich nur um Instrumente handelt, war ich zunächst bemüht, ein sich zu Desinfektionsproben eignendes Material zu finden, das ein Instrument zu ersetzen vermag. Meine Wahl fiel auf die Schusterpfrieme. Ich begann meine Proben mit einer grossen Anzahl dieser Pfriemen, die ich später vernickeln und noch später in Neusilber anfertigen liess, da das Rosten der eisernen Instrumente hinderlich war. In den meisten Fällen infizirte ich die Pfriemen mit Staphylococcen, die ich in grosser Anzahl gleichmässig in Eiter vertheilte. Für einige Proben benutzte ich Milzbrandsporen. Die Pfriemen mit Reinkulturen in Bouillon, Agar oder Gelatine zu behaften, würde nicht viel Werth gehabt haben, da die Chirnrgen nicht die Reinkulturen fürchten, sondern das infektiöse Material, das sich im Eiter befindet. ) Mikulicz, Die Desinfektion der Haut und Hände mittels Seifenspiritus. Deutsche medizinische Wochensehrift 1899, No. 24. 2) Ranci, Ueber die Wirkung des Spiritus saponis off, auf Mikroorganismen und seine Verwendbarkeit zur Desinfektion der Haut und Hände. Beiträge zur klinischen Chirurgie 1900, Bd. XXVI, Heft 2. 5. September. DBTJTS0IIE MEDICINTSCIEIE WOfflNSCBIRThP. O9 Heruntergeladen von: NYU. Urheberrechtlich geschützt.
doi:10.1055/s-0029-1187043 fatcat:ms52vmaarzed3pe4zwvhy6iwpa