Ueber einige Abkömmlinge des Kyanäthins

Carl Riess
1884 Journal für Praktische Chemie  
von Das Kyanathin wurde von K o l b e und F r a n k l a n d l ) im Jahre 1847 entdeckt und zwar durch die Einwirkung vo'n Kalium auf Cyanathyl dargestellt. Spater unterzog E. v. Meyer2) diese Base einer eingehenden, noch nicht abgeschlossenen Untersuchung , deren Resultate in diesem Journal mitgetheilt sind. Auf seine Anregung ist die nachfolgend. mitgetheilte Arbeit in Angriff genommen worden. Von den Derivaten des Kyanathins lud das Monobronikyanathin zur naheren Untersuchung ein. Durch den
more » ... ng ein. Durch den Eintritt eines Bromatonis an Stelle eines Wasserstoffatoms im Kyanathin ist die Moglichkeit gegeben, andere Atome oder zusainmengesetzte Radicale an Stelle des Broms einzufiihren. .In Folgendem sollen einige darauf hinzielende Versuche und im Anschluss an diese die Einwirkung des Chlors, sowie die des Jods auf Kyanathin beschrieben werden. 1) Ann. Chem. Pharm. 65, 269. 2, Dies. Joum. [2] 22, 261 ff.; 26, 337 ff. E. v. Meyer, das. 26, 350 ff. Journal f. prakt. Chemie [Z] Bd. 30. 10 146 Xi e s s : Ueber einige Abktjinmlinge und fiigt eine, dem angewandten Kyanathin gleiche Gewichtsinenge Brom hinzu. Sofort findet die Ausscheidung eines durch Brom gefarbten schweren Oeles statt. Dieses Oel ist ein Polybromid des brnmwasserstoffsanren Kyanathins und erstarrt in kurzer Zeit zu grossen, compakten, spiessigen Krystallen. Man erhitzt diese, in eine Rohre eingeschlossene Nischung 4-5 Stunden lang im Wasserbade auf 8O0-1OO0. Am besten giebt man in eine Riihre nicht inehr als 30 Grm. Kyanathin nnd ebensoviel Brom. Nach dem Erkalten zeigt sich die Rohre mit nadelformigen Krystallen ausgekleidet. Diese Krystalle , welche das broinwasserstoffsaure Salz des Nonobromkyanathins sind, werden nach Entfernea des iiberschiissigen Bronis durch einige Tropfen wassriger schwefliger Saure von der Mutterlauge getrennt, zerrieben und in der geniigenden Menge kalten Wassers gelost. Durch Fallen init Ammoniak giebt diese Losung reines Bromkyanathin vom Schmelzpunkt 153". Die Mutterlauge des Salzes liefert nach dem Eindampfen noch mehr bromwasserstoffsaures Broinkyanathin. Man erhalt auf diese Weise eine dem verbrauchten Kyanathin gleiche Menge an reinem Bromkyanathin, also 67 Oi, der berechneten Ausbeute. Aus der heissen Losung seiner Salze scheidet sich das Bromkynnathin durch Fallen rnit kaustischen Alkalien in kleinen Nadeln ab. Das Monobromkyanathin ist leicht loslich in Alkohol, Aether und Chloroform; etwas schwerer loslich in Methylalkohol, als in Ae thylalkohol. 0,1426 Grm. der Base gaben durch Gluhen mit Kalk und Fallen Berechnet fur: init Gilbersalpcter 0,1600 Grm. AgBr = 32,824 O/" Br. C,€I"BrN, = 32,787 O/" Br. S a l z e des M o n o b r omkyan&thins. Mit den Minernlsauren bildet clas Bromkyanathin gut krystallisirende Salze, die in Wasser und Alkohol leicht loslich sind. Das schwefelsaure und das salpetersaure Salz des Bromkyanathins krystallisiren in compakten , rbombischeii Krystallen, das chlor-, brom-und jodwasserstoffsnure Salz in zugespitzten Prismen desselben Systems. 0,2.%7 Grin. des salpctersaurcn Salzes gabm bci 7" und 763 IlIal. des Kyaniithins. 147 Druck 38,2 Ccm. N = 0,04652378 Grm. N = 18,34 dung (C,H"BrN,) HNO, enthalt 18,24 bromkyanathin Doppelsalze. N. Die Verbin-Mit manchen Metallchloriden bildet das salzsaure Mono-N. Das sal z s a u r e Mo n o b r om k y a na t hin-P 1 a t i n c hl orid, (C,H"BrN, . HCl), . Pt CI" krystallisirt in rhombischen Oktagdern , welche zu warzenfijrmigen Krystallgruppen vereinigt sind. I. 0,3949 Grm. des Platindoppelsalxes hinterliessen nach dem Gluhen 0,0864 Grm. Pt = 21,37 11. 0,4426 Grm. derselben Verbindung hintediessen nach dem Gluhen 0,0946 Grm. P t = 21,37 Berechnet fur (C,H"BrN, .HCI),PtCI, = 21,61 Das Q o Id c h 1 orid d o p p el s alz: (C,H"BrN, . HCl)AuCI, krystallisirt aus der wassrigen Lijsung in citronengelben glanzenden Nadeln, aus Alkohol in Blattchen.
doi:10.1002/prac.18840300121 fatcat:ixegbn2wfbav7dlamiheq7pgxe