I. Steuerpflicht und Immunität im Herzogtum Österreich

Alfons Dopsch
1905 Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte Germanistische Abteilung  
in Wien. Uber die Ausdehnung des landesherrlichen Steuererhebungsrechtes sind speziell für Osterreich in der jüngsten Zeit mehrfach Ansichten geäußert worden, die eine gewisse allgemeine Bedeutung beanspruchten, da sie eine prinzipielle Geltung zu haben schienen. Adel und Klerus waren steuerfrei -das ist die Formel, zu der sich die meisten Forscher doch bekannten. 1 ) Ein Unterschied war nun insofern zu bemerken, als sich die neuere Forschung nicht mehr so uneingeschränkt aussprach, sondern dem
more » ... sprach, sondern dem schon früher bemerkten Unterschied zwischen den ordentlichen und außerordentlichen Steuern des Landesherrn in bestimmter Weise Rechnung trug. Man erkannte, daß die Verpflichtung in beiden Fällen eine verschiedene gewesen sei, aber man konnte weder zu einer einheitlichen Auffassung hinsichtlich der Ausdehnung noch auch des Rechtsgrundes hier und dort gelangen. Während nach Luschin 2 ) der ordentlichen Steuer die Hintersassen der ') So Alfons Huber, Österreich. Reichsgesch. S. 54 u. 57. -Ad. Bachmann, Österr. Reichsgesch. 2 S. 95 u. 103; ferner auch F. Kogler, Das landesfürstl. Steuerwesen in Tirol, Arch. f. Österr. Gesch. 90, 554 und Krones, Verfassung und Verwaltung des Herzogt. Steier S. 382. -Österr. Reichsgesch. S. 208 (1895). -So auch früher schon Berchtold, Die Landeshoheit Österreichs S. 202 und danach Bruder, Studien über die Finanzpolitik Herzog Rudolfs IV. S. 10.
doi:10.7767/zrgga.1905.26.1.1 fatcat:p4fnfmxlkraedpc4jxolpo4cfu