ZUR GOTISCHEN LAUTLEHRE

H. HIRT
1896 Beiträge zur Geschichte der Deutschen Sprache und Literatur  
ZUR GOT. T^AUTI^EHRE. 159 und z. b. primäre und secundäre ableitungen unterscheiden können. Dass Much dies nicht weiss, glaube ich genügend gezeigt zu haben, vor seinen etymologien brauche ich aber nur die unkundigen zu warnen, denn unter den kundigen kann ja kein zweifei über ihren wert bestehen. LEIPZIG-GOHLIS. H. HIRT. ZUR GOTISCHEN LAUTLEHRE. JN ur in wenigen fällen weicht die Schreibung der gotischen handschriften von der festgelegten Orthographie ab. Wenn aber dann wirklich einmal ei für
more » ... lich einmal ei für e, ö für u u. s. w. eintritt, so bedürfen diese fälle besonderer aufmerksamkeit. Man behauptet nun zwar allgemein und das mit recht, got. e sei ein geschlossener laut gewesen, und deshalb habe ei als Schreibung für ihn eintreten können, aber es fragt sich, ob nicht im einzelnen ein besonderer grund für die Schreibungen zu ermitteln ist. Paul hat neuerdings 1 ) vermutet (IF. 4, 334), dass in Jiiri und lurjats ein /-umlaut des e vorliege, und schon früher habe ich angenommen, dass got. e in unbetonter silbe aus ai = ce ebenfalls durch «'-umlaut entstanden sei, vgl. azetizo, fahejis, awejji. Diese annahmen würden gestützt werden, wenn sich auch für das eintreten von ei für e eine regel ermitteln liesse,. die auf eine Wirkung des i hinwiese. ei für e steht nun in folgenden fällen' 2 ):
doi:10.1515/bgsl.1896.1896.21.159 fatcat:pntsl3pt5fhrlmw4vscvbbnaoy