3. Kommentar zur Textkonstitution [chapter]

2020 Die Inschriften zu den Ludi saeculares  
Der von mir konstituierte Text unterscheidet sich von dem der bisherigen Ausgaben erheblich, die Unterschiede sind im textkritischen Apparat dargestellt, der unter dem Lesetext alle Ergänzungsvarianten der bestehenden Ausgaben verzeichnet. Außerdem gibt dieser Apparat die Herkunft der Textkonstitutionen an, die ich von früheren Herausgebern übernommen habe. Der Apparat allein genügt jedoch nicht, um Begründungen für das Streichen von früher konstituierten Textstellen zu liefern, ebenso wenig
more » ... rn, ebenso wenig kann er neue Textkonstitutionen begründen. In den meisten Fällen sind längere Überlegungen nötig, um nachvollziehbar zu machen, warum ein Herausgeber sich für eine bestimmte Textkonstitution entscheidet. Da weder Mommsen noch Pighi in ihren Textausgaben Begründungen für den von ihnen konstituierten Text angegeben haben, wird in diesem Kommentar auch versucht, die von diesen Editoren vorgenommenen Textkonstitutionen nachzuvollziehen. AB 1 Der Ergänzung des einleitenden quod eines Senatsbeschlusses mit den eponymen Konsuln des Jahres 18 v. Chr. liegen Überlegungen über den Planungsablauf der ludi saeculares zugrunde, die im Sachkommentar zu AB 1-5 vorgetragen sind. 1 AB 2 Moretti ging bei seiner Ergänzung uti sequenti anno von der Überlegung aus, dass das Jahr, vielleicht sogar das Tagesdatum der künftigen Säkularspiele zum Zeitpunkt des Senatsbeschlusses schon feststand. 2 Aufgrund der Redaktionsprinzipien dieser Inschrift müssen die folgenden zum Senatsbeschluss gehörenden Zeilen AB 2-5 am linken Rand eingerückt sein. 3 Die sich mit Morettis Ergänzung ergebende Buchstabenzahl von 85 liegt wegen der vielen spatia der Beschlussformel des Senatsbeschlusses durchaus im Bereich der üblichen Zahl von 75 bis 95 Buchstaben pro Zeile. Das vom quadratarius vor ANT[i]QVEIS LIBREIS versehentlich vergessene in habe ich in den Text aufgenommen. 4 AB 3 Die von Moretti vorgeschlagene Ergänzung [simus ludos locare] am Anfang der Zeile ist vor allem wegen des Wechsels in die 1. Person Plural 1 Während Mommsen 1876 bei der Erstpublikation von Fragment A in CIL VI 877a (= 32324) das quod noch nicht als einleitende Konjunktion einer relatio ergänzt hat, tat er dies 1891 bei der erneuten Veröffentlichung in Eph. epigr. VIII, 245 f. Dort bezog er dieses Fragment auf die Spiele unter Claudius und schlug entsprechend als zu ergänzende Verhandlungsleiter dieses senatus consultum die Konsuln des Jahres 47 n. Chr. vor: Ti. Claudius IV und L. Vitellius III. 2 Vgl. Act. Sev. 28 f. 3 Vgl. Senatsbeschlüsse Z. 52-57 und 59-64. 4 Moretti (1982)(1983)(1984) 366; in den beiden erhaltenen Kopien des Fragments A, in codd. Vat. lat. 5253 und 6038, fol. 78, ist kein in übernommen worden, was darauf hinweist, dass es schon auf dem Stein fehlte.
doi:10.1515/9783110607833-005 fatcat:zqiwoh6pzfeojp74ufwfhdi3ue