Reformbestrebungen der deutschen Universitätslehrer

J. Schwalbe
1909 Deutsche Medizinische Wochenschrift  
Schluß aus No. 47.) Die durch die preußische Besoldungsordnung angeregten Debatten sind -wie gewöhnlich -sowohl in der Presse wie im Parlament über die rein materiellen Fragen hinausgegangen. Einiges wurde schon früher erwähnt. Es wurde weiter verlangt, daß der Unterschied zwischen ordentlichen und außerordentlichen Professoren überhaupt fallen gelassen werden sollte. Die ursprüngliche Bedeutung des etatsmäßigen Extraordinariats als eines Vorrechts auf das nächste freiwerdende Ordinariat sei
more » ... e Ordinariat sei längst verloren gegangen, und die Einrichtung diene jetzt nur noch dazu, neue Bedürfnisse der Universitäten durch die billigeren EO zu befriedigen. -Daß derartige "revolutionäre" Wünsche keine Aussichten auf Befriedigung haben, war von vornherein anzunehmen: in diesem Sinne hat sich denn auch der Regierungsvertreter im Landtag ausgesprochen. Etwas mehr Wohlwollen bringt die preußische Regierung dem Bestreben der EO, an den Universitätswahlen und sonstigen Verwaltungsangelegenheiten der Universitäten aktiven Anteil zu erhalten, entgegen. Nachdem eine große Zahl von EQ im Jahre 1907 an den Minister eine Eingabe zur Verbesse-rung ihrer Stellung gerichtet hatte und gleiche Wünsche in der Presse und im Parlament ') vertreten waren, hat der Dezernent des Kultusministeriums im Abgeordnetenhaus am 1. Mai d. J. sich dahin geäußert, es sei nicht ausgeschlossen, »daß gewisse Reformen ausgeführt werden, die sowohl der Verwaltung wie den meisten Universitäten sachgemäß, ja wünschenswert erscheinen". Dahin gehörte in erster Linie, daß den etatsmäßigen EO und denjenigen,
doi:10.1055/s-0029-1201882 fatcat:wwi3vuduijb6jlwp4ypt7zrtqe