Zur Frage der Tracheotomia transversa

P. Rohmer
1912 Deutsche Medizinische Wochenschrift  
Dirigierendem Arzt am A. y. Oppenheimsehen Kinderhospital in Ktiln, frtiherem Sekundärarzt der Klinik Franck (1) hat zuerst, in Anlehnung an die von Koche r in die Chirurgie eingeführten Grundsätze, empfohlen, bei der Tracheotomie den Schnitt in die Spaitrichtung der Haut, d. h. quer zu legen, und der Gedanke war einleuchtend genug, um eine möglichst zahlreiche Nachprüfung zu rechtfertigen. In der Tat haben sich in den letzten Monaten mehrere Autoren in günstigem Sinne dazu geäußert (Keiner
more » ... eäußert (Keiner (2), Leede (3), Hans (4) ). Ich selbst hatte vor zwei Jahren, kurze Zeit nach dem Erscheinen der Franckschen Mitteilung, auf der Diphtherieabteilung der Kölner Kinderklinik Gelegenheit, die Tracheotomie in der in Rede stehenden Modifikation in einer Reihe von Fällen auszuführen, und möchte im Folgenden kurz über meine Erfahrungen und über die Dauerresultate bei den geheilten Fällen berichten. Francks Methode lautet: transversaler Hautschnitt, longitudinale Durchtrennung der darunterliegenden Weichteile, transversale Eröffnung der Trachea. Ueber die großen Vorteile des queren Hautschnitts gegenüber dem bisher üblichen Längsschnitt sind alle Autoren einig. Seine Technik Ist folgende: Unter Abheben einer Hautfalte, um eine Verletzung der oberflächlichen Venen zu vermeiden, wird entweder am unteren Rande des Ringkriorpels (Trachea superior) oder 1-2 cm oberhalb des Jugulums (Trachea inferior) quer eingeschnitten. Infolge ihrer Elastizität zieht sich die Haut, namentlich bei zuriickgebogenem Kopf, sofort nach oben und unten zurück, sodaß das ganze Operationsgebiet freiliegt. Dies ist besonders von Vorteil bei fehlender Assistenz; es wird aber dadurch auch ein seitliches Abweichen von der Mittellinie infolge ungleiehmäßigen Anziehens der Haken während des weiteren Vordringens am sichersten vermieden. Eine etwa notwendige Erweiterung der Wunde nach oben oder unten kann durch Einlegen von Haken oder aber auch durch temporäres Vernähen der Wundwinkel mit einer etwas weiter entfernten Hautstelle (Keiner) erreicht werden. Dieser Querschnitt kreuzt sich, ganz im Sinne der modernen Chirurgie, mit der darunterliegenden longitudinalen Durchtrennung der Weichteile; auf diese Weise wird die Bildung einer Trachealhernie erschwert. Ferner fällt die beständige Berieselung der Wunde durch das Trachealsekret, bei welcher ein Vernähen der Ränder und das Anstreben einer prima intentio bisher ausgeschlossen war, weg. Anstatt daß der Heruntergeladen von: NYU. Urheberrechtlich geschützt.
doi:10.1055/s-0029-1189856 fatcat:duyenseeengwvmjet2qmcldzjq