Rudolf Billerbeck, Die Abgeordneten der ersten Landtage (1946-1951) und der Nationalsozialismus, 1971

Walter Lipgens
2019
Billerbeck: Die Abgeordneten der ersten Landtage 869 des demokratischen und sozialen Rechtsstaates die Staatsbürger vor eine fort dauernde Bewährungsprobe stellt. Reinhard Schiffers, Mannheim Rudolf Billerbeck, Die Abgeordneten der ersten Landtage (1946-1951) und der Nationalsozialismus, Düsseldorf (Droste) 1971, 8°, 305 S. (== Beiträge zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien, Band 41) Noch immer verblüfft das trotz günstiger Quellenlage geringe Ausmaß wissen
more » ... ß wissen schaftlicher Aufarbeitung der ersten Nachkriegsjahre 1945-50 in Europa, in denen die Konstellationen und Verhaltensweisen sich herauskristalisierten, die weitgehend noch die Gegenwart bestimmen. Unter ihnen ist die Intensität der Absage der Deutschen an den Nationalsozialismus, die »Entnazifizierung« im engeren und weiteren Sinne ein wissenschaftlich noch nicht durchgeklärter Be reich (trotz guter Teilstudien, vgl. E. Deuerlein im Handbuch der dt. Geschich te, hrsg. von L. Just, Bd. IV/3, S. 77 f. und 287) von speziellem Interesse auch für die Nachbarvölker. Die von B. zuerst als Darmstädter Dissertation vorge legte Studie (S. 20) sucht mit einer gutgewählten Fragestellung beizutragen: Wie konsequent war bei den Abgeordneten der ersten freigewählten Landtage, die nach 1945 die Demokratie wiederbelebten, die Absetzung vom National sozialismus? »Wie haben sie sich den Nationalsozialismus erklärt, wie gedach ten sie mit seiner Hinterlassenschaft fertig zu werden, welche gesellschaftlichen Kräfte sahen sie als Gegner und Träger des Nationalsozialismus, und wie stell ten sie sich selbst zu diesen Gruppen und Institutionen?« (S. 13 f.), im Rahmen einer vorgegebenen Besatzungspolitik, die im Kap.
doi:10.11588/fr.1974.0.58136 fatcat:efogwhl5mja35i3uvcog35mxti