Ueber die Trennung des Phenylalanins von anderen Aminosäuren

E. Schulze, E. Winterstein.
1902 Hoppe-Seyler´s Zeitschrift für physiologische Chemie  
Zur Isolirung des Phenylalanins benutzten E. Schulze und J. Barbieri 1 ) die Eigenschaft dieser Aminosäure, mit Kupfer eine in Wasser sehr wenig lösliche Verbindung zu geben, welche sich bei geeignetem Verfahren meistens vor den Kupferverbindungen anderer, in der gleichen Flüssigkeit vorhandener Aminosäuren ausscheidet. Mit Hülfe dieses Verfahrens gelingt es leicht, das Phenylalanin aus zwei-bis dreiwöchentlichen etiolirten Keimpflanzen von Lupinus luteus darzustellen -· aus demjenigen Material
more » ... demjenigen Material also, in welchem die genannte Aminosäure entdeckt worden ist. Das Gemenge von Aminosäuren, welches in der von E. Schulze und J. Barbieri beschriebenen Art und Weise aus den genannten Keimpflanzen sich gewinnen lässt, besteht im Wesentlichen aus Phenylalanin und Aminovaleriansäure. Erhitzt man die wässerige Lösung dieses Gemenges mit frisch gefälltem Kupferhydroxyd, so scheidet sich ziemlich reines Phenylalaninkupfer aus. Die daraus gewonnene Aminosäure kann dann durch mehrmaliges Ausfällen mit Kupferacetat aus heisser wässeriger Lösung gereinigt werden. Bietet aber die Darstellung des Phenylalanins auf diesem Wege hier keine Schwierigkeit dar, so ist sie doch mit beträchtlichem Verlust verbunden. Denn bekanntlich bezitzen die Kupferverbindungen der Aminosäuren in gewissem Grade die Eigenschaft, sich gegenseitig in Lösung zu halten. Die vom Phenylalaninkupfer abfiltrirte blaue Flüssigkeit, in welcher das in Wasser ziemlich leicht lösliche aminovaleriansaure Kupfer sich vorfindet, enthält daher auch einen Theil i)
doi:10.1515/bchm2.1902.35.3.210 fatcat:oi2n24zxmjd5rctwh7aspyimey