XXI. Über den Krystallbau der Lithionglimmer und die Verwachsung von Lepidolith und Muscovit

H. Baumhauer
1913 Zeitschrift für Kristallographie - Crystalline Materials  
Vor längerer Zeit fand ichi), daß der Zinnwaldit beim Ätzen mit wässeriger Flußsäure auf der Basis Eindrücke liefert, welche im Gegensatz zu den am Muscovit und Biotit erhaltenen gänzlich unsymmetrisch gestaltet sind. Dieselben erscheinen in der Regel in zwei, nach dem Klinopinakoid zueinander symmetrischen Stellungen. Dreht man die betreffende Platte um die Orthodiagonale um 180®, so zeigen die Eindrücke (der vorhin unteren Plattenseite) die gleiche Lage. Hieraus geht hervor, daß der
more » ... , daß der Zinnwaldit als hemimorph nach der 6-Axe zu betrachten ist, und daß seine Krystalle oft Ergänzungszwillinge nach (010) sind. Er lieferte so das erste Beispiel der monoklinen Hemimorphie (nach b) unter den Mineralien. Es lag nahe, auch die übrigen Glieder der Zinnwaldit-und Lepidolithgruppe auf ihre Älzflguren zu prüfen; in einer kurzen vorläufigen Mitteilung habe ich über die Ergebnisse dahingehender Versuche berichtet^). Zwar hatte schon Wiik^) vor längerer Zeit einige bezügliche Beobachtungen gemacht, doch waren dieselben nur wenig eingehend und die von ihm erhaltenen Ätzfiguren von unvollkommener Ausbildung. Er fand, daß der rosenrote Lepidolith von Mursinsk und der gelbbraune von Miask zum Teil gerundete, unsymmetrische Ätzeindrücke liefern. Ich selbst hob in der erwähnten vorläufigen Mitteilung hervor, daß die mit Flußsäure erhaltenen basischen Ätzfiguren den Lepidolith ebenso wie den Zinnwaldit in die hemimorphe Klasse des monoklinen Systems verweisen, und daß die Ätzfiguren des 1) Diese Zeitschr. 3, 413 (auch >Resultate der Ätzmethode«, 4894, S. Sä und Mikrophot. 27). 4) Eclogae geol. Helvet. VII, 354. 3) Diese Zeitschr. 7, 187.
doi:10.1524/zkri.1913.51.1.344 fatcat:vkjzf6rvxrdn5flg2lxrq7zr6a