Ein Batterie-Verstärker für Zählrohre mit betriebssicherer Erzeugung der Zählrohrspannung aus einer Akkumulatoren-Batterie

Arnold Flammersfeld
1946 Zeitschrift fur Naturforschung A-A Journal of Physical Sciences  
Z ahlreiche Stadtnetze werden jetzt zeitweise und unregelmäßig abgeschaltet, so daß die üblichen Netzverstärker für Zählrohre nicht dauernd betriebsfähig sind. Für die Messung von schwachen, langlebigen Präparaten ist dies in vielfacher Hinsicht äußerst lästig. Es wurden daher bei uns Batterieverstärker gebaut, die sich im Dauerbetrieb sehr bewährt haben, und die sogar für gewisse sich über Monate hinziehende Messungen den Netzverstärkern eindeutig überlegen sind, auch wenn das Netz nicht
more » ... haltet würde. Sie werden von den sich über das Netz verbreitenden Störungen viel weniger beeinflußt und geben deshalb z. B. eine vorzügliche Konstanz des Nulleffekts. Es ist daher vielleicht erwünscht, die Anordnung kurz zu beschreiben. Die Hauptschwierigkeit bei einem Batterieverstärker ist die Erzeugung der 1000 bis 2000 Volt einstellbarer Hochspannung für das Zählrohr. Sie wird hier in neuartiger Weise gelöst, indem mit Hilfe zweier Elektronenröhren (in praxi eine sog. Verbundröhre) aus dem Batteriegleichstrom ein Hackstrom gewonnen wird, der an Stelle von Wechselstrom durch einen gewöhnlichen Transformator fließt. Im Prinzip sollte das auch mit einem mechanischen Zerhacker möglich sein; da derartige Instrumente aber nicht selbst betriebssicher herzustellen sind, wurde diese Röhrenanordnung gewählt, die seit mehreren Monaten störungsfrei arbeitet und den Vorzug besitzt, praktisch geräuschlos zu sein. Der Aufbau der Anordnung ist folgender: der Verstärkerteil besteht aus drei Batterieröhren. Der Hochspannungsteil besteht aus einer Doppelröhre VCL 11, deren Anodenstrom einen Transformator mit Gleichrichter speist, und einem Stabilisator nach Med icus zur Konstanthaltung der Zählspannung. Alles zusammen ist selbstverständlich in einem Gehäuse untergebracht und benötigt zum Betrieb einen Heizakkumulator, eine Gittervorspannungsbatterie 30 V und einen Anschluß an eine 120-V-Akkumulatorbatterie (Hausbatterie). Das genaue Schaltschema zeigt Abb. 1. Der Nachbau wird danach ohne weiteres möglich sein. Durch Verändern einiger weniger Schaltelemente kann er natürlich für andere Batteriespannungen, z. B. 200 V, angepaßt werden. Im einzelnen muß auf folgendes hingewiesen werden: 1. Verstärkerteil. Der Verstärkerteil besteht aus 3 Röhren, von denen die erste (KF 4) als Neher-Harp er-Röhre 1 wirkt. Die von deren Anode (Zählspannung) abgenommenen negativen Impulse werden in den beiden weiteren Röhren KC 1 und KL 1 verstärkt und dem Zählwerk zugeführt. Die beiden letzten Röhren sind zu einem Kippgenerator verbunden, welcher aber wegen großer Gitterspannung der letzten Röhre nur auf jedesmaligem äußeren Anstoß von der KF 4 einen Stromstoß liefert. Mit Hilfe dieser Schaltung erhält man von dem Zählstoß einen genau einstellbaren Stromimpuls konstanter Länge für das Zählwerk. Gegenüber einer von Neher 2 angegebenen ähnlichen Schaltung stellt die hier gebrauchte eine wesentliche Verbesserung dar. In der Neher sehen Schaltung, in der die Gegenkopplung (Kondensator C") von der Anode ausgeht, stören die infolge der Bewegung des Ankers in den Zählwerkspulen auftretenden Spannungen sehr stark, da sie sich vermöge dieses Kondensators auf das Gitter der zwei-1 II. V. Nebe r u. W. II. H a r per, Physic. Rev. 49, 910 [1936], 2 U.V. Neher, Rev. Sei. Instruments 10,29 [1939].
doi:10.1515/zna-1946-0313 fatcat:4qcmrt37ybb37mwzh5rz5rvofi