Monomorphe Kammertachykardie: Bundle-brunch-reentry-Tachykardie

2007 Cardiovascular Medicine  
Fallbeschreibung Es handelt sich um das EKG eines 57jährigen Patienten mit mittelschwer eingeschränkter linksventrikulärer Auswurffraktion und apikalem Aneurysma nach anteriorem Myokardinfarkt 17 Jahre zuvor. Damals wurde wegen ventrikulären Tachyarrhythmien mit Kreislaufstillstand ein ICD implantiert. Wegen rezidivierenden ventrikulären Tachykardien mit ICD-Therapien trotz ausgebauter antiarrhythmischer Therapie wurde vor zwei Jahren das Substrat im linksventrikulären Aneurysma mittels
more » ... sma mittels Radiofrequenz-Ablation behandelt, in der Folge war der Patient frei von Arrhythmien. Aktuell stellte er sich notfallmässig wegen rezidivierenden Schwindelepisoden mit Herzrasen vor. Es waren keine ICD-Schocks aufgetreten. Das auf der Notfallstation aufgezeichnete EKG ist in Abbildung 1 dargestellt. EKG Das EKG zeigte einen Sinusrhythmus mit verlängerter AV-Zeit von 250 ms, Rechtsschenkelblock, linksanteriorem Hemiblock (Q in V1 und V2 bei St. n. Vorderwandinfarkt) und wiederholte nicht anhaltende Breitkomplextachykardien, wobei die QRS-Komplexe während der Tachykardie ähnlich konfiguriert waren wie die QRS-Schläge bei Sinusrhythmus. Unter Adenosin-Gabe kam es nicht zu einer Terminierung oder Demaskierung einer supraventrikulären Tachykardie, sondern zu einem anhaltenden Auftreten der Tachykardie, was auf einen ventrikulären Ursprung der Tachykardie hinwies. Da die QRS-Komplexe während der Kammertachykardie eine sehr ähnliche QRS-Morphologie wie während Sinusrhythmus aufwiesen, musste differentialdiagnostisch daran gedacht werden, dass die Tachykardie das Reizleitungssystem einschloss, was wiederum die Diagnose einer Bundlebrunch-reentry-Tachykardie nahe legte [1]. Bei dieser Tachykardie kommt es zu einem Reentry, der den linken und den rechten Tawara-Schenkel einschliesst (Abb. 2A und 2B), es ist aber auch ein Reentry im Bereich des linksanterioren und linksposterioren Schenkels möglich (Abb. 2C). In unserem Fall lag ein Right-bundle-brunch-Reentry (Abb. 2B) vor, das heisst der Reentry nahm die eher atypische Richtung antegrad über den linken Schenkel und retrograd über den rechten Schenkel. Die Diagnose einer Bundle-brunch-reentry-Tachykardie konnte bei unserem Patienten in der elektrophysiologischen Untersuchung bestätigt werden (Abb. 3). Korrespondenz: Dr. med. Richard Kobza Kardiologie Kantonsspital CH-6000 Luzern 16 E-Mail: richard.kobza@ksl.ch Abbildung 1 12-Kanal-EKG bei Eintritt.
doi:10.4414/cvm.2007.01281 fatcat:j3yddnzixjevdj6wluhqhuxeoy