Zur Entwicklung der Messtischblätter des Sundgaus

F. Grenacher
1955 Geographica Helvetica  
Anderseits macht aber der Unsicherheitsfaktor, mit dem jede Wetterprognose, je nach Lage in stärkerem oder schwächerem Maße, behaftet ist, eine zu detaillierte Vorher¬ sage unmöglich. Das Abwägen zwischen diesen beiden Faktoren ist für den Meteoro¬ logen nicht immer leicht. Zudem ist zu bedenken, daß die Wetterereignisse in ständi¬ gem Flusse sind und nicht an den festgelegten Grenzen Halt machen. Es ist daher notwendig, eine nach Regionen unterteilte Vorhersage vernünftig zu interpretieren und
more » ... interpretieren und aus den Angaben etwas über die zeitliche Struktur des Wetterablaufes herauszu¬ lesen. Bei den meisten Fehlprognosen handelt es sich um eine zeitliche Verschiebung des Eintrittes eines bestimmten Wetterphänomens. Bei genauer Beobachtung kann in solchen Fällen der Benutzer der Wetterprognose die zeitliche Korrektur oft selber anbringen. Diese in den drei erläuterten Karten dargestellte, seit 1. Mai 1953 verwendete Einteilung hat sich unseres Erachtens bewährt. Abgesehen von einzelnen Einwendun¬ gen gegenüber gewissen Bezeichnungen (z. B. Nordund Mittelbünden, Juranordfuß) oder Klagen über zu große Länge der Prognosen, sind bisher keine Reklamationen bei der Meteorologischen Zentralanstalt eingegangen. Es darf daraus wohl der Schluß gezogen werden, daß diese Einteilung auch bei den Benutzern der Prognosen Anklang gefunden hat. RESUME On sait que les Alpes influencent le temps d'une facon sensible en Suisse. Les caracteres du temps sont souvent tres differents au Sud et au Nord des Alpes. Si tel est le cas, les previsions du temps sont respectivement differentes, de sorte qu'il est necessaire de donner une definition precise des expressions geographiques admises dans les bulletins meteorologiques. L'auteur donne les raisons sur lesquelles est fondee la nouvelle subdivision de la Suisse en zones de previsions, teile qu'elle est utilisee quotidiemment par la Station Centrale Suisse de Meteorologie de Zürich depuis le 1er mai 1953. zweifellos verschiedene Länder interessiert. Es handelt sich um die Meßtischblätter des Sundgaus, in dem als in einem umkämpften Grenzgebiet na¬ turgemäß auch die Landesaufnahme wechselvolle Schicksale hatte. Sie seien hier in Kürze nachzuzeichnen versucht. Als Sundgau wird der südlichste Teil des uns benachbarten Elsasses bezeichnet. Er umfaßte im frühen Mittelalter ein Gebiet, das vom Juranordfuß und seiner damaligen Hauptstadt Basel bis zum Eckenbach-Landgraben nördlich Gemar reicht. 1648, nach dem dreißigjährigen Krieg, schrumpfte er aber auf die Graf-, Herrschaftsund Vogtländereien von Pfirt, Altkirch, Rougemont, Beifort, Landser, Maßmünster, Sennheim und Ensisheim zusammen. Für die nachfolgenden Betrachtungen sind leicht geänderte Grenzen gezogen i Rougemont und Beifort fallen aus, da diese beiden Herrschaften 1871 bei Frankreich verblieben. Hingegen ist aus praktischen Erwägungen die Gegend von Neu-Breisach miteinbezogen. Die Kartengeschichte beginnt mit Waldseemüllers Arbeiten 1506. Sie vereinigt Basler, Elsässer, Deutsche, Österreicher und Franzosen unter ihren Kartographen. Doch stehen deren Arbeiten hier nicht zur Betrachtung. Jahrhundertelang, bis 1871, war das Elsaß ein Bestandteil Frankreichs. Da des¬ sen Zentralismus auch für die Kartographie gilt, gibt es seit der Besitznahme des Elsasses mit Ausnahme einer Arbeit des Basler Jakob Meyer keine auf Neu¬ vermessung beruhenden Landeskarten vom Sundgau mehr. Immer sind solche Teil¬
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